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Biathlon bei arktischer Kälte : „Das sind unheimliche Schmerzen“

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Besondere Kälte erfordert besondere Maßnahmen beim Biathlon in Kanada. Bild: AFP

Biathleten sind Kälte gewohnt. Doch die arktischen Temperaturen in Kanada machen auch ihnen sehr zu schaffen. Am besten mit den Extrembedingungen kommen die Sportler einer Nation zurecht.

          Selbstgestrickte Wollhandschuhe, Pflaster im Gesicht oder einfach zwei Mützen übereinander – im Kampf gegen die arktische Kälte zeigen sich die Biathleten im kanadischen Canmore kreativ. Bis auf minus 37 Grad sanken die Temperaturen in der Provinz Alberta in dieser Woche bereits, am Wochenende werden bei den Weltcuprennen in Übersee wieder bis zu 29 Grad unter Null erwartet. „Da friert einem so ein bisschen das Jochbein weg“, sagte Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer zu einem besonders kalten Streckenteil. Während es im Schießstadion bislang meist noch sonnig war, liegen viele Teile der Laufstrecke im kalten Schatten. Das könnte noch zu Problemen führen.

          Die Gesamtweltcup-Führende Dorothea Wierer zog sogar im Rennen dicke Wollhandschuhe über, viele Athleten liefen zum Auftakt am Donnerstag mit schützenden Pflastern im Gesicht. „Das Abziehen hat mehr wehgetan als die Kälte beim Rennen“, sagte Denise Herrmann. Problematisch war es vor allem, die Füße und Hände bei Temperaturen zwischen minus zehn und 14 Grad warmzuhalten. „Ich habe sogar ein bisschen geschwitzt, nur die Finger sind am Ende ein bisschen eingefroren“, sagte Vanessa Hinz, die als Sechste zweitbeste Deutsche über 12,5 Kilometer im Einzel wurde. Franziska Hildebrand, als Vierte die stärkste der DSV-Skijägerinnen, erlitt im Ziel einen Kreislaufzusammenbruch.

          „Es kann durchaus sein, dass ihr die Finger eingefroren sind, die tauen jetzt wieder auf, das sind unheimliche Schmerzen“, sagte Laura Dahlmeier. Die Doppel-Olympiasiegerin lief als eine von nur ganz wenigen Athletinnen ganz ohne Pflaster und hatte nach eigener Aussage keine Probleme mit der Kälte. „Es fühlt sich durch die kalten Bedingungen nur immer ein bisschen zäh an“, sagte sie in der ARD. Am besten kamen die Norweger mit den Extrembedingungen klar. Johannes Thingnes Bö siegte bei den Männern, Tiril Eckhoff bei den Frauen. „Wenn ich mal wieder ein Rennen gewinne – und aussehe wie ein Idiot“, schrieb Eckhoff bei Instagram und scherzte über ihre Pflaster.

          Schutz wird aber auch bei den verbleibenden Wettkämpfen bis Samstag nötig sein, gerade am Samstag soll es nach leichter Besserung wieder bitterkalt werden. In den IBU-Regeln ist festgelegt, dass bei weniger als minus 20 Grad kein Start erlaubt ist. Der Weltverband IBU werde „die Wettersituation genau beobachten, um die Gesundheit der Athleten nicht zu gefährden“. Als Maßnahmen wurden bereits Strecken verkürzt, der Wettkampfkalender geändert und Rennen in den Nachmittag verlegt.

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