https://www.faz.net/-gtl-u7oe

Bob-WM : „Pilotin von einem anderen Stern“

  • Aktualisiert am

Sandra Kirasis steuerte ihren Bob zum WM-Titel Bild: REUTERS

Olympiasiegerin Sandra Kiriasis hat bei der Bob-WM in St. Moritz die Goldmedaille gewonnen. Die 32-Jährige verteidigte ihren Titel aus dem Jahr 2005 mit unglaublichem Vorsprung.

          2 Min.

          Wie im Rausch ist Olympiasiegerin Sandra Kiriasis zu ihrem zweiten Bob-WM-Titel gefahren. Mit dem fast unglaublichen Vorsprung von 2,05 Sekunden sicherte sich die Athletin der RG Hochsauerland am Samstag gemeinsam mit ihrer Leipziger Anschieberin Romy Logsch den Erfolg vor dem Oberbärenburger Duo Cathleen Martini/Janine Tischer. Dritte wurden Shauna Rohbock/Valerie Fleming aus Amerika, während Susi Erdmann/Anja Schneiderheinze (Königssee/Winterberg) als Vierte die Medaillenränge knapp verpassten.

          Derweil kann auch André Lange auf die Fortsetzung seiner Erfolgsserie hoffen. Im Viererbob-Wettbewerb liegt der Oberhofer nach zwei Läufen mit einer Zehntel Sekunde Vorsprung auf den Schweizer Ivo Ruegg in Führung. Dritter ist der Amerikaner Steven Holcomb.

          Vier Superläufe machen sprachlos

          „Sie fährt hier in einer eigenen Liga. Sie hat einfach Spaß dran, diese Bahn zu beherrschen“, lobte Bundestrainer Carsten Embach seine Athletin, die in allen Läufen Bestzeit erreichte. Kaum Lenkbewegungen auf der schwer zu fahrenden Natureisbahn im Schweizer Skiort waren ihr Erfolgsrezept. „Sie ist eine Pilotin von einem anderen Stern“, meinte der ehemalige Weltklasse-Pilot Christoph Langen anerkennend.

          Sandra Kiriasis steuerte fehlerfrei durch die schwere Natureisrinne

          Kiriasis bekam sich nach der Zieldurchfahrt kaum noch ein. „Ich bin sprachlos. Der letzte Lauf war nicht gut, aber das ist jetzt völlig egal. Jetzt können wir die Korken knallen lassen“, kündigte die ehemalige Rodlerin an. Die Lobeshymnen der Experten wollte sie nicht annehmen. „Ich habe hier vier Superläufe erwischt. Eine eigene Liga ist es aber nicht. Hier war ich überlegen, das kann nächste Woche wieder ganz anders aussehen“, sagte die gebürtige Sächsin, die anschließend von ihrer neuen Anschieberin Romy Logsch auf die Schulter genommen wurde.

          André Lange führt

          Die Leipzigerin erlebt in diesem Winter einen Traum. Nachdem sie erst im Herbst auf Grund einer Verletzung von Berit Wiacker ins Kiriasis-Team kam, wurde die Diskuswerferin gleich Welt- und Europameisterin. „Ich kann das alles gar nicht glauben“, jubelte sie.

          Bei den Männern überraschte André Lange mit starken Fahrten. Nachdem er im Saisonverlauf stets im unteren Teil Geschwindigkeit verloren hatte, hielt er diesmal mit der Konkurrenz mit und liegt bei Halbzeit verdient in Führung. „André musste viel arbeiten unterwegs. Ich bin aber sicher, dass er die heutigen Fehler nicht noch einmal macht“, sagte der zum Trainerstab gehörende Wolfgang Hoppe. Im ersten Lauf hatte der Doppel-Olympiasieger von Turin mit 1:05,19 Minuten noch eine Saison-Bestzeit für die Natureisbahn hingelegt, die im zweiten Lauf der fünftplazierte Russe Jewgeni Popow auf 1:05,09 Minuten noch einmal drückte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          EU-Unterhändler Michel Barnier

          Europäische Union : Hoffnung auf Gipfel-Deal zum Brexit

          Die EU und Großbritannien sind deutlich vorangekommen - und trotzdem ist ein neuer Brexit-Vertrag beim Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel noch keine ausgemachte Sache. Es steht ein schwieriger Gipfel bevor.

          Proteste in Hongkong : China setzt auf Konfrontation

          Der Hass auf Peking hat eine radikale Eigendynamik entwickelt. In Hongkongs Jugend wächst die Sehnsucht nach einer eigenen Nation. Für alle Seiten droht ein bitteres Ende.
          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.