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Biathlon-WM : Viertes Gold für Fourcade

  • Aktualisiert am

Vier Starts, vier Siege: der Franzose Fourcade dominiert die Biathlon-Welt Bild: dpa

Martin Fourcade ist „Mister four Gold“: Auch im Einzel lässt der französische Biathlet alle hinter sich. Die Österreicher haben doppelten Grund zu feiern. Und Birnbachers Karriere könnte in die Verlängerung gehen.

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          Der Franzose Martin Fourcade hat bei der Biathlon-WM in Oslo seinen insgesamt vierten WM-Titel gewonnen. Der zweimalige Olympiasieger setzte sich am Donnerstag im Einzel über 20 Kilometer in 49:13,9 Minuten durch und verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. Damit hat Fourcade bisher alle drei Einzelrennen gewonnen, zudem holte er auch Gold mit der Mixed-Staffel. Für den Weltcup-Gesamtsieger war es insgesamt der zehnte WM-Titel seiner Karriere.

          Die anderen beiden Plätze auf dem Siegerpodest belegten nur knapp geschlagen die zwei Österreicher Dominik Landertinger und Simon Eder. Die deutschen Männer verpassten abermals eine Medaille. Beste deutsche Starter waren Erik Lesser (Frankenhain), der auf Platz sieben (+ 1:54,7 Minuten) lief, und Andreas Birnbacher in seinem letzten WM-Einzel auf Rang neun (+ 2:11,9). „Im Großen und Ganzen habe ich das Rennen genossen“, sagte der 34 Jahre alte Birnbacher, der seine Karriere nach den Titelkämpfen beenden wird. „Die letzten Tagen waren ein mentales Auf und Ab.“

          Verlängerung für Birnbacher möglich, aber fraglich

          Immerhin hat sich Birnbacher möglicherweise noch ein allerletztes Rennen in Oslo erkämpft. Durch einen neunten Platz schaffte er die Qualifikation für den Massenstart der besten 30 am Sonntag. Allerdings sind neben Birnbacher vier weitere Deutsche qualifiziert, nämlich Simon Schempp, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Erik Lesser - und nur maximal vier Teilnehmer jeder Nation dürfen in einem WM-Rennen starten. Birnbacher ist als 15. der Gesamtweltcups der am schlechtesten eingestufte Biathlet des deutschen Quintetts - er müsste also darauf hoffen, dass einer seiner Kollegen zu seinen Gunsten verzichtet.

          Möglicherweise noch ein Nachschlag für Birnbacher: Qualifiziert für den Massenstart.
          Möglicherweise noch ein Nachschlag für Birnbacher: Qualifiziert für den Massenstart. : Bild: dpa

          Benedikt Doll kassierte am Donnerstag drei Strafminuten, schaffte es als 13. aber trotzdem in die Top 15  (+2:33,7). Simon Schempp wurde nach zwei Schießfehlern 16 (+2:48,4). „Die Form passt halt leider einfach nicht mehr so“, sagte der nach seinen vier Saison-Siegen im Vorfeld als Fourcade-Rivale gehandelte Schempp. „Ich habe in diesem Jahr in jedem Rennen eine bessere Form gehabt als wie jetzt zur WM. Irgendwann kann man es vielleicht nicht mehr kompensieren, wenn man so oft ausfällt“, sagte der Schwabe, der in diesem Winter wegen Krankheit mehrfach pausieren musste.

          Nicht zu stoppen: Martin Fourcade
          Nicht zu stoppen: Martin Fourcade : Bild: Reuters

          Tagessieger Fourcade dagegen hielt mit einem weiteren Kraftakt die beiden fehlerfrei gebliebene Österreicher in Schach. Ganze 5,1 Sekunden lag der zweimalige Olympiasieger am Ende vor Dominik Landertinger. 14,4 Sekunden Vorsprung hatte er auf Simon Eder. Trotz einer Strafminute holte sich der 27-jährige Fourcade nach Sprint- und Verfolgungs-Gold somit seinen dritten Solo-Titel bei der 51. WM.

          Zudem hatte er schon zum WM-Auftakt mit Frankreich die Mixed-Staffel gewonnen. Sechs WM-Goldmedaillen bei einer WM hat bislang noch kein Skijäger gewonnen. „Ich weiß es nicht genau, warum es so gut läuft, man braucht auch viel Glück“, übte sich Fourcade in Bescheidenheit.  

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