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Biathlon-WM : Deutsche Staffel geht bei Russlands Sieg leer aus

  • Aktualisiert am

Anton Shipulin hatte noch Zeit, eine russische Fahne entgegen zu nehmen. Bild: Reuters

Bei der Biathlon-WM in Hochfilzen verpasst das deutsche Quartett eine Medaille knapp – zum ersten Mal seit sechs Jahren. Arnd Pfeiffer zeigt sich anschließend gönnerhaft.

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          Österreich feierte seine Bronze-Helden im Hexenkessel von Hochfilzen, die deutschen Biathleten waren nach dem um 9,5 Sekunden verlorenen Medaillenkampf in der Männer-Staffel traurig. „Ich habe alles gegeben, was in mir drin war, aber es hat leider nicht gereicht“, sagte Schlussläufer Simon Schempp am Samstag nach Platz vier in den Tiroler Bergen in der ARD und stellte fest: „Jetzt haben wir die Blechmedaille.“

          Erik Lesser, Sprint-Weltmeister Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Schempp fehlte am Ende das nötige Glück. „Es ist lange her, dass wir nicht auf dem Podest waren“, sagte Lesser. Bei einer WM war das letztmals 2011 der Fall. „Wir hatte zu viele Nachlader“, sagte Peiffer - acht waren es am Ende. „Ich gönne es auch den Österreichern, die sich mit Herzblut reingehängt haben.“

          Österreichs Last ist weg

          Hinter den von Ricco Gross betreuten Russen, bei denen Dopingsünder Alexander Loginow nicht eingesetzt wurden, und den Franzosen schafften es die Österreicher als Dritter auf das Podest - und feierten ihre erste Medaille bei den Heimspielen vor 22.300 Zuschauern. „Bis man die erste Medaille nicht im Sack hat, ist es schwer. Jetzt haben wir die, die Last ist jetzt weg“, sagte Simon Eder. Zusammen mit Daniel Mesotitsch, Julian Eberhard und Dominik Landertinger wurde der Österreicher von den vielen Fans überschwänglich gefeiert.

          Nach der knapp verpassten Bronzemedaille im Einzel zeigte Deutschlands Startläufer Lesser abermals eine starke Leistung. „Heute gibt es nichts zu mäkeln“, sagte er. Fehlerfrei blieb der Thüringer am Schießstand, übergab an Doll mit einem Vorsprung vom 5,4 Sekunden auf Frankreich.

          „Da war schon viel Aufregung dabei“

          Im Stehendanschlag kämpfte der Sprint-Weltmeister dann gegen die drohende Strafrunde. „Ich habe die erste Klappe verfehlt. Es ist bitter, wenn man dann drei Schüsse braucht. Da war schon viel Aufregung dabei.“ Der Schwarzwälder übergab nach insgesamt vier Nachladern als Siebter an Peiffer. Auch der Harzer, beim Auftaktgold mit der Mixed-Staffel am Schießstand noch überragend, kam nicht ohne drei Reserve-Patronen aus. Während sich Titelverteidiger Norwegen mit einer Strafrunde aus dem Medaillenkampf verabschiedete, führte Peiffer die Staffel wieder etwas heran. Der Harzer übergab als Vierter, ahnte aber schon: „Es wird jetzt verdammt schwer, noch auf das Podium zu laufen. Ich hätte dem Simon gern etwas mitgegeben.“

          Anton Schipulin für die Russen und Landertinger für die Österreicher machten sich gemeinsam auf den Weg zum vorletzten Schießen, Martin Fourcade für Frankreich und Schempp waren die Verfolger. Beim letzten Schießen fiel dann die Entscheidung, Schipulin und Fourcade kämpften um Gold, Landertinger und Schempp um Bronze, doch der Schwabe kam in der Loipe nicht mehr vorbei.

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