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Biathlon-WM-Gold : Arnd Peiffer: „Damit habe ich nicht gerechnet“

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Erst Silber in der Mixed-Staffel, nun Gold im Einzel-Sprint: Arnd Peiffer Bild: dapd

Erst Silber in der Mixed-Staffel, nun Gold im Einzel-Sprint: Für Arnd Peiffer läuft es bei der Biathlon-WM. Am Samstag siegt er trotz eines Schießfehlers. Aber auch die anderen deutschen Athleten verschaffen sich eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung.

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          Über seinen Gold-Coup wunderte sich Arnd Peiffer selbst am meisten. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der neue Weltmeister nach seinem Sprint-Sieg bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Chanty-Mansijsk. Bei Kaiserwetter setzte sich der Niedersachse am Samstag nach einem Schießfehler vor dem Franzosen Martin Fourcade durch, den zwei Strafrunden den Titel kosteten. Dritter wurde der norwegische Weltcup-Spitzenreiter Tarjei Bö, der eine Extra-Runde drehen musste.

          Der 23 Jahre alte Peiffer hatte zwei Tage zuvor schon Silber mit der Mixed-Staffel gewonnen. „Ich hatte mir viel vorgenommen, aber dass es so gut klappt, damit war nicht zu rechnen“, meinte Peiffer. Das gute Abschneiden der deutschen Skijäger komplettierten Andreas Birnbacher, Christoph Stephan und der dreimalige Olympiasieger Michael Greis auf den Plätzen sechs, sieben und neun.

          Damit haben sich die deutschen Skijäger eine sehr gute Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen am Sonntag erkämpft. Birnbacher muss 31,8 Sekunden, Stephan 34,8 und Greis 53,4 Sekunden auf den neuen Weltmeister gut machen. „Das ist ein tolles Mannschaftsergebnis. Das zeigt, dass unsere Trainingskonzeption aufgegangen ist. Das gibt uns noch mehr Zuversicht für die kommenden Rennen“, sagte Chefcoach Uwe Müssiggang.

          „Ich hatte mir viel vorgenommen, aber dass es so gut klappt, damit war nicht zu rechnen”

          „Es ist meine Lieblingsdistanz, mein Lieblingswetter“

          „Arnd war sehr stark heute“, lobte Martin Fourcade seinen Bezwinger. „Gestern habe ich schon gesagt: Arnd gewinnt, ich werde Zweiter. Das war ein gute Wette“, meinte der Franzose. Peiffer hatte nach den zehn Kilometern immerhin 13 Sekunden Vorsprung auf den Olympia-Zweiten im Massenstart, Topfavorit Bö lag gar 24,2 Sekunden zurück.

          „Herr Pfeiffer ohne f“, als Geheimfavorit gehandelt, benötigte für die zehn Kilometer 24:34 Minuten. Mit Nummer 24 gestartet, legte er einen grandiosen Lauf hin und blieb bis zum letzten Schuss fehlerfrei. Doch den letzten Treffer konnte er dann nicht mehr setzen. „Zum Glück hat mir das heute nicht das Genick gebrochen“, sagte Peiffer. „Die Strecke hier liegt mir. Es ist meine Lieblingsdistanz, mein Lieblingswetter“, sagte er.

          In Sibirien hatte der für den WSV Clausthal-Zellerfeld startende Biathlet vor zwei Jahren sein erstes Weltcup-Rennen gewonnen. Gut sechs Sekunden fehlten Andreas Birnbacher, dem genau wie Peiffer der letzte Treffer nicht gelungen war, auf Bronze. „Natürlich bin ich etwas enttäuscht, den letzten Schuss wollte ich noch treffen, dann wäre die Medaille in Reichweite gewesen“, sagte Birnbacher.

          Auch Greis, der sich als einziger der deutschen Skijäger zwei Fehler leistete, war nicht unglücklich: „Ich bin sehr zufrieden. Ich bin ja mit fast null Prozent Selbstvertrauen in das Rennen gegangen. Ein Fehler weniger wäre super gewesen. Jetzt freue ich mich auf die Verfolgung, ich weiß, dass ich wieder dabei bin“, sagte der dreimalige Olympiasieger. Für Deutschland war es die 66. Goldmedaille bei einer Biathlon-WM. Peiffer holte den elften WM-Titel im Sprint für die deutschen Skijäger. Zuletzt war Frank Luck 1999 erfolgreich gewesen.

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