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Biathlon-WM in Pokljuka : Schwierige Mission für deutsches Team

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Mann mit WM-Erfahrung und -Erfolgen: Erik Lesser war schon 2015 Weltmeister in der Verfolgung. Bild: dpa

Vor der Biathlon-WM in Pokljuka bremst der Bundestrainer die Erwartungen – die Zeiten der Dominanz seien vorbei. Dennoch sollen seine Sportler bei zwölf Entscheidungen vier bis fünf Medaillen holen.

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          Die speziellen Vorzüge ihres WM-Quartiers hatten Deutschlands Biathleten schnell entdeckt. „Wenn man enttäuscht ist, kann man in den Stall, ein bisschen das Pony streicheln gehen“, sagte Benedikt Doll. Der ehemalige Weltmeister wohnt bei den Titelkämpfen, die an diesem Mittwoch beginnen, in Slowenien mit den Skijägern auf einem alten Hof in Ferienwohnungen.

          Bei den zwölf Entscheidungen an neun Wettkampftagen sollen Doll und Co. am besten vier bis fünf Medaillen holen, sagte Sportdirektor Bernd Eisenbichler. Die erste Chance gibt es beim Auftakt an diesem Mittwoch (15.00 Uhr in der ARD und bei Eurosport1) mit der Mixed-Staffel. „Man darf nicht davon ausgehen: Jetzt kommen die Deutschen und machen die Plätze eins, zwei und drei auf dem Podium“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Die Zeiten totaler Dominanz mit Titeln in Serie seien schon lange vorbei.

          „Man muss sich mal die internationale Konkurrenz anschauen, die mit einer Vielzahl von Athleten vorne in der Weltspitze rangiert.“ Kirchner meinte damit neben den Franzosen vor allem die übermächtigen Norweger. Dauersieger Johannes Thingnes Bö und drei seiner Landsleute liegen im Gesamtweltcup ganz vorn. Bei den Frauen führen Marte Olsbu Röiseland und Tiril Eckhoff das Feld in diesem Winter klar an. „Man muss erst mal in den Top 6 oder Top 10 dabei sein. Dafür ist schon eine Qualität notwendig“, sagte Kirchner.

          Die fehlte den Deutschen zuletzt immer mal wieder. Der Massenstart-Sieg von Olympiasieger Arnd Peiffer und die erfolgreiche Frauenstaffel in Oberhof waren die einzigen Erfolge des Winters. Während Denise Herrmann den Traum vom Gesamtweltcupsieg nach schwankenden Schießleistungen schnell abhaken musste, stieg Franziska Preuß zur Nummer eins bei den deutschen Frauen auf. „Es wäre richtig cool, wenn es auch in Pokljuka klappt“, sagte die 26-Jährige.

          Fehler darf man sich auf den anspruchsvollen Strecken in 1300 Meter Höhe nicht leisten, auch auf die Unterstützung ihrer Fans können die Skijäger nicht zählen. Wegen der Corona-Pandemie sind keine Zuschauer zugelassen. „Es ist eine gewisse Anspannung da. Wenn das mal nicht mehr so wäre, wäre das nicht so gut“, sagte Peiffer trotzdem.

          Mit 33 Jahren ist er der Erfahrenste im Team, gute Erinnerungen an Slowenien hat er aber nicht. „Von den schlechtesten drei Rennen, die ich je gemacht habe, waren zwei in Pokljuka“, sagte der ehemalige Weltmeister. „Jetzt konnte ich mich sehr gut vorbereiten.“ Im Trainingslager in Österreich hatte das deutsche Team noch einmal an den Problemen beim Schießen gearbeitet.

          Nummer 1 im deutschen Team: Franziska Preuß
          Nummer 1 im deutschen Team: Franziska Preuß : Bild: dpa

          „Die Stärke ist, dass die Mannschaft, egal ob männlich oder weiblich, eine gute Leistungsfähigkeit hat und ein gutes Niveau erreicht in vielen Facetten“, sagte Chefcoach Kirchner. Das Manko hingegen „war zu wenig Konstanz bei dem einen oder anderen Athleten. Die Leistungen waren doch eher Schwankungen unterlegen.“

          So wie bei Herrmann. Im Januar 2020 hatte sie in Pokljuka überlegen und erstmals überhaupt ohne Schießfehler das Einzelrennen gewonnen. Das dient der Sächsin als gutes WM-Omen. „Das System sollte jetzt passen, und man sollte darauf vertrauen“, sagte die 32-Jährige. Vor einem Jahr hatte sie unter anderem mit Verfolgungssilber ihren Anteil an insgesamt fünf WM-Medaillen in Antholz. Das würde sie gerne wiederholen.

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