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Biathlon-Weltcup : „Die Damen mussten ganz schön leiden“

  • Aktualisiert am

Fehlerfrei zum Sieg: Die Norwegerin Tiril Eckhoff. Bild: dpa

Die deutschen Biathleten enttäuschen beim Heim-Weltcup in Oberhof. „Der erste Wettkampf nach der Weihnachtspause ist oft ein kleiner Schock für den Körper“, sagt Denise Herrmann. Wie es geht, zeigen die Norweger.

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          Die deutschen Biathletinnen sind ohne Top-Ten-Platz in den ersten Biathlon-Weltcup in Oberhof gestartet. Im Sprint über 7,5 Kilometer lieferte am Freitag Franziska Preuß als 14. noch das beste Ergebnis ab. Die 26-Jährige hatte nach einer Strafrunde 1:13,4 Minuten Rückstand auf die überragende Siegerin Tiril Eckhoff. Die fehlerfreie Norwegerin verwies bei ihrem vierten Saisonsieg die Schwedin Hanna Öberg (0 Fehler) um 29,6 Sekunden auf den zweiten Platz. Als Dritte holte die von den deutschen Trainern Ricco Groß und Gerald Hönig betreute Österreicherin Lisa Theresa Hauser (1 Fehler/+40,2 Sekunden) den ersten Podestplatz ihrer Karriere.

          Denise Herrmann kam nach zwei Fehlern 0,2 Sekunden hinter Preuß als 15. ins Ziel. Damit haben die beiden eine solide Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag (12.45 Uhr/ZDF und Eurosport).

          „In der zweiten Runde habe ich körperliche Probleme bekommen und ziemlich Zeit kassiert. Aber beim Stehendschießen hatte ich das wieder im Griff, deshalb ärgert mich der Fehler umso mehr“, sagte Preuß. Auch Herrmann kam  wie so oft in der Saison  am Schießstand nicht durch. „Wenn man mit einem Fehler auf die zweite Runde geht, ist das schon ärgerlich“, sagte die frühere Langläuferin, die sich auch auf der Strecke schwer tat: „Der erste Wettkampf nach der Weihnachtspause ist oft ein kleiner Schock für den Körper.“

          „Das war ein knüppelhartes Rennen, die Damen mussten ganz schön leiden“, sagte Doppel-Olympiasiegerin und ZDF-Expertin Laura Dahlmeier: „Aber es gibt trotzdem Athletinnen, die das gut geschafft haben.“

          Einen herben Dämpfer kassierten anschließend die deutschen Biathleten. Arnd Peiffer musste sich im Sprint über zehn Kilometer nach drei Fehlern mit dem enttäuschenden 47. Platz zufriedengeben. Währenddessen gelang den Norwegern im coronabedingt leeren Stadion der zweite Dreifacherfolg der Saison. Bei seinem 49. Weltcupsieg verwies Gesamtsieger Johannes Thingnes Bö trotz einer Strafrunde seinen Bruder Tarjei und den ebenfalls fehlerfreien Sturla Holm Laegreid auf die Plätze.

          Bester Deutscher war Benedikt Doll als 15. (1 Fehler/1:12,0 Minute). „Mir hat die Stabilität gefehlt, und dann wackelt man ganz schön rum“, sagte der 30-Jährige. Derweil lief Simon Schempp bei seinem Saisoneinstand nach einem Schießfehler und einem Rückstand von 2:37,0 Minuten auf die Spitze nur als 58. ins Ziel und schaffte damit gerade so den Sprung in die Verfolgung, die Lucas Fratzscher (2 Fehler) als 61. verpasste. Philipp Horn (1) wurde 23., Erik Lesser (2) kam als 25. ins Ziel. „Ich bin schon sehr angefressen“, sagte der 32-jährige Lokalmatador Lesser.

          Damit geht es für die Deutschen im Jagdrennen am Samstag (14.45 Uhr/ZDF und Eurosport) um Ergebniskosmetik. Zum Abschluss des ersten der zwei Oberhof-Weltcups stehen am Sonntag noch die zwei Mixed-Staffeln auf dem Programm. Auch in der kommenden Woche wird im Thüringer Wald gelaufen. Denn die Rennen von Ruhpolding wurden coronabedingt nach Oberhof verlegt.

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