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Biathlon : „Unser wichtigstes Ziel haben wir verfehlt“

  • Aktualisiert am

Die Formkurve von Ricco Groß zeigt nach oben Bild: dpa/dpaweb

Ausgerechnet beim Heim-Weltcup in Ruhpolding sind die deutschen Biathleten komplett am Siegerpodest vorbeigesprintet. Einzig Ricco Groß auf Rang sechs konnte beim Sieg von Ole Einar Björndalen mithalten.

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          Die deutschen Skijäger haben beim Biathlon-Weltcupsprint in Ruhpolding den Sprung aufs Siegertreppchen verpaßt. Lokalmatador Ricco Groß (Ruhpolding) war am Samstag als Sechster mit 39 Sekunden Rückstand bester der sieben deutschen Starter.

          Den Sieg des norwegischen Überfliegers Ole Einar Björndalen konnten keiner verhindern. Zwei Tage nach dem Sturmlauf zum Staffelsieg war der viermalige Olympiasieger schnellster aller 124 Starter und behauptete sich trotz einer Strafrunde bei seinem 46. Weltcupsieg mit 3,6 Sekunden Vorsprung vor dem fehlerfrei schießenden Weltcup-Spitzenreiter Raphael Poiree aus Frankreich. Platz drei ging vor 15.000 Zuschauern überraschend an den weitgehend unbekannten Italiener Rene Laurent Vuillermoz, dessen bisher bestes Weltcup-Resultat ein elfter Platz aus dem Jahr 2003 war.

          „Da hat er zu viel riskiert

          Neben Groß haben auch Michael Greis (Nesselwang) als Achter sowie die beiden Oberhofer Alexander Wolf (12.) und Sven Fischer (13.) gute Ausgangspositionen für das Verfolgungsrennen über 12,5 km am Sonntag, für das aber Björndalen als großer Favorit gilt. Bundestrainer Frank Ullrich wußte nicht so recht, ob er sich über die prima Vorstellung von Michael Greis freuen, oder über unnötige Schießfehler seiner Stars ärgern sollte.

          „Unser wichtigstes Ziel haben wir verfehlt. Wir wollten einen aufs Podium bringen“, gab Ullrich zu. „Erfreulich ist jedoch, daß die Formkurve von Ricco nach oben zeigt. Sein Schießfehler hätte aber ebensowenig sein müssen wie der von Sven Fischer oder Ali Wolfs zwei im Liegendanschlag. Da hat er zu viel riskiert.“

          „Ole kann derzeit niemand schlagen“

          Bei Ricco Groß überwog die Freude - über den sechsten Platz und die nach eigenen Worten „tolle Ausgangsposition“ für sein Lieblingsrennen am Sonntag sowie das Kuscheln mit seinem jüngsten Sohn Gabriel. Den knapp Einjährigen hatte Ehefrau Katrin mit ins Stadion gebracht, und Groß genoß dessen Streicheleinheiten, ehe er sich zum Fernsehinterview stellte.

          „Großen Anteil an dem guten Ergebnis haben heute auch die Skitechniker. Sie haben tolle Arbeit gemacht“, lobte Groß seine Helfer. Auch Greis führte seine Steigerung im Vergleich zum Staffel-Rennen auf die klar schnelleren Ski zurück. „Doch eins ist auch klar: Ole kann derzeit niemand schlagen“, stellte der Allgäuer fest.

          Björndalen genoß den Erfolg und bestätigte erneut, daß er in den kommenden Wochen nicht alle Weltcups laufen will. „Mein Ziel ist vor der Biathlon-WM im März die nordische Ski-WM in Oberstdorf. Dort will er bei den Spezialisten mitlaufen - und möglichst in unserer Staffel und besser als vor drei Jahren bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City“, erklärte der Norweger. Damals war er vor seinen vier Biathlon-Goldmedaillen immerhin Fünfter im 30-km-Langlauf geworden.

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