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Biathlon : „Sven ist hier der Größte“

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Keiner gewinnt so oft am Holmenkollen wie Sven Fischer Bild: AP

Sven Fischer ist beim Jagdrennen von Oslo zu seinem 28. Weltcup-Sieg gestürmt. Er rannte von Startplatz zehn trotz zweier Fehler zum Erfolg. Uschi Disl baute mit einem vierten Platz ihre Weltcup-Führung aus.

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          Holmenkollen-König Sven Fischer bleibt Stammgast in der Loge des norwegischen Monarchen Harald V. Nach seinem neunten Sieg im Biathlon-Weltcup auf dem Osloer Hausberg war der Smalltalk auf norwegisch mit dem Sport interessierten Monarchen neben 15.000 Euro Preisgeld der schönste Lohn für Fischer, nachdem der Oberhofer am Sonntag das Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer beim Jubiläums-Weltcup gewonnen hatte.

          Fischer gelang mit dem Sturmlauf vom zehnten Startplatz der dritte Saisonsieg - und das im 400. Weltcuprennen der Biathlon-Geschichte. Weltmeister Ricco Groß (Ruhpolding) als Sechster und Michael Greis (Nesselwang) als Achter
          komplettierten das hervorragende Ergebnis der deutschen Männer.

          Disl verteidigt Gelbes Trikot

          Fischer siegte 8,6 Sekunden vor Weltmeister Raphael Poiree (Frankreich) und 16,3 Sekunden vor Sprint-Gewinner Ole Einar Björndalen (Norwegen), der damit die Weltcupführung behauptete. Zuvor hatte sich Uschi Disl (Moosham) mit Tagesbestzeit in der 10-km-Verfolgung trotz 5 Strafrunden vom siebten Platz nach dem Sprint auf Rang vier vorgekämpft.

          Mit dem Achtungserfolg verteidigte sie im 300. Weltcuprennen der Frauen ihr Gelbes Trikot. Der Sieg ging an die Französin Sandrine Bailly. Die Weltmeisterin von 2003 behauptete sich mit 2 Strafrunden und 12 Sekunden vor Sprint-Gewinnerin Olga Saizewa (Rußland) und der Weißrussin Olena Zubrilowa (+ 28,1). Die Sprints am Samstag hatten Saizewa vor ihrer Team-Kollegin Pylewa und der zeitgleichen Slowenin Tadeja Brankovic sowie Björndalen vor Poiree und Halvard Hanevold (Norwegen) gewonnen.

          „Mein Vorteil ist die Kraft“

          „Ich wollte nach dem 10. Platz im Sprint noch hinter Ole Einar aufs Podest laufen. Als er aber mit sieben Strafrunden zurück fiel, wußte ich, daß sogar noch mehr möglich ist“, beschrieb Fischer seine Gedanken während des Rennens. 1,6 km vor dem Ziel ließ der Thüringer mit unwiderstehlich kraftvollem Antritt den resignierenden französischen Weltmeister regelrecht stehen. „Mein Vorteil ist die Kraft. Die konnte ich voll auf dem schweren Geläuf ausspielen“, sagte Fischer seinen 27. Weltcupsieg. „Das war fantastisch“, bemühte Bundestrainer Frank Ullrich Superlative. In sein Lob bezog er ausdrücklich auch Groß und Greis ein. „Aber der Sven ist hier der Größte, hat so häufig wie kein anderer gewonnen. In seiner Wohnstube auf dem Holmenkollen fühlt er sich sichtlich wohl“, bemerkte Ullrich.

          Nicht ganz so zufrieden war sein Kollege Uwe Müßiggang. „Mit den Verbesserungen in der Verfolgung haben sich unsere Mädchen für die insgesamt schwache Vorstellung im Sprint mit viel zu vielen Schießfehlern rehabilitiert. Doch leider waren damit die Ausgangspositionen für den Verfolger zu schlecht, um noch unser ständiges Ziel - einen Platz auf dem Stockerl - erreichen zu können“, lautete sein Fazit. „Besonders schade, daß Uschi sich zwei völlig unnötige Liegendfehler eingehandelt hat. Der Anschlag ist eigentlich stabil bei ihr“, fügt er an.

          Die routinierte bayerische Weltcup-Spitzenreiterin gab ihm Recht. „Die Liegendfehler waren sehr ärgerlich. Es wehte kein Wind. Das war eindeutig meine Nachläßigkeit“, gab sie zu. Disl beklagte, daß „nach den sechs harten Rennen innerhalb von zehn Tagen der Akku auf der Schlußrunde doch ziemlich leer war und ich deshalb Olena Zubrilowa nicht mehr einholen konnte.“

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