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Biathlon : Ohne Schießfehler zum sechsten Saisonsieg

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Kein Auge für die Schanze: Andrea Henkel am Holmenkollen Bild: AP

Nach dem Sieg des Biathlon-Weltcupsprints in Oslo kämpft Andrea Henkel wieder um das Gelbe Trikot, das Kati Wilhelm unbedingt verteidigen will. Das Einzelrennen der Herren gewann der Franzose Raphael Poiree vor Michael Greis.

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          Mit einem perfekten Rennen hat sich Andrea Henkel am Holmenkollen im Kampf um den Sieg im Biathlon-Weltcup zurückgemeldet. Noch trägt Kati Wilhelm, die im Sprint nur 19. wurde, das Gelbe Trikot der Weltcup-Führenden. Bei den Männern verteidigte Michael Greis mit Rang zwei auf dem Osloer Hausberg sein Gelbes Trikot und ist dem Gesamterfolg ein großes Stück näher gekommen.

          Die 29 Jahre alte Henkel erkämpfte sich am Donnerstag mit Laufbestzeit und makellosem Schießen im Sprint ihren sechsten Saisonsieg und reduzierte ihren Rückstand auf Kati Wilhelm bei noch fünf ausstehenden Rennen auf 63 Punkte. Zweite ist die Schwedin Anna Carin Olofsson. „Vor dem Start hatte ich das Gelbe Trikot nach den krankheitsbedingten Ausfällen in Oberhof und Ruhpolding schon abgeschrieben. Jetzt will ich wieder angreifen“, sagte Henkel zuversichtlich.

          Henkel darf sich Strafrunde erlauben

          Henkel setzte sich bei Sonnenschein im 7,5 Kilometer langen Sprint mit einer Gesamtzeit von 21:47,9 Minuten vor der ebenfalls fehlerfrei schießenden Russin Jekaterina Jurijewa durch und hat beim Start des Verfolgungsrennens am Samstag bereits die Zeit für eine Strafrunde gut, weil sie mit knapp 25 Sekunden Vorsprung gewann.

          Greis kommt als Zweiter ins Ziel: „Ein ganz wichtiger Schritt”

          Dritte wurde Sprint-Weltmeisterin Magdalena Neuner mit einem Schießfehler und 31,5 Sekunden Rückstand. Kati Wilhelm mit 1:12,2 Minuten Rückstand war auf langsamen Ski als 19. nur fünftbeste Deutsche noch hinter Kathrin Hitzer (13./+1:03,8) und Simone Denkinger (17./+1:10,6).

          Wilhelm will das Gelbe Trikot nicht mehr ausziehen

          „Der Ski lief perfekt, die feuchte Spur kam mir entgegen. Da muss man nicht so explosiv laufen - und ich bin mehr der Ausdauerläufer“, analysierte Andrea Henkel ihr Rennen. Rechnet man die drei Streichresultate am Ende der Weltcup-Serie heraus, hat Henkel in der Gesamtwertung nur noch 27 Punkte Rückstand auf Wilhelm und Olofsson.

          Kati Wilhelm will allerdings das Gelbe Trikot nicht kampflos abgeben. „Das war zwar nicht mein Saisonziel“, bemerkte sie. „Aber wenn man so nahe dran ist, will man es natürlich nicht mehr ausziehen“, sagte Wilhelm. „Heute war ich mit dem Ski nicht so dabei, doch 72 Sekunden Rückstand sind beim Verfolger mit viermaligem Schießen nicht unaufholbar“, kündigte sie eine Wiedergutmachung an.

          „Hochachtung vor Michi“

          Olympiasieger Greis musste mit einem Schießfehler über 20 Kilometer nur dem französischen Weltmeister Raphael Poiree bei dessen 44. Tagessieg um gerade einmal 5,5 Sekunden den Vortritt lassen. Poiree, der in Oslo seine Laufbahn beendet, schaffte in den 70 Wettkampfschüssen nach der WM unglaubliche 68 Treffer. In der Weltcup-Wertung führt Greis nun mit 687 Punkten deutlich vor Poiree (617) und Ole Einar Björndalen (568). „Das könnte ein ganz wichtiger Schritt zum Gesamtsieg gewesen sein, zumal bei den deutlichen Abständen nach hinten die Ausgangsposition für den Verfolger bestens ist“, sagte Greis.

          „Hochachtung vor Michi, der Poiree auf den letzten vier Kilometern 27 Sekunden und Björndalen immerhin noch 10 Sekunden abgenommen hat“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich. In sein Lob schloss er den Zehntplazierten Carsten Pump und den dreimaligen Junioren-Weltmeister Christoph Stephan auf Platz elf ein: „Prima, wie sie sich hier verkauft haben.“

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