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Biathlon : Letzter Schuß kostet Fischer den Sieg

  • Aktualisiert am

Erschöpft im Ziel: Sven Fischer Bild: AP

Der Oberhofer Sven Fischer konnte den Siegeszug von Ole Einar Björndalen im Biathlon-Weltcup nicht stoppen, als Dritter des Sprintrennens von Antholz aber wenigstens das Siegerpodest besteigen.

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          Sven Fischer Dritter, Michael Greis Fünfter und Daniel Graf Sechster - die deutschen Biathleten haben sich am Freitag beim Biathlon-Weltcupsprint in Antholz eindrucksvoll für die Enttäuschung im Einzelrennen rehabilitiert. Biathlon-König Ole Einar Björndalen konnten sie aber erneut nicht vom Thron stoßen.

          Der 30jährige Norweger landete im Wettkampf über 10 Kilometer mit einer Strafrunde den vierten Sieg hintereinander und den 49. Weltcup-Erfolg seiner Laufbahn. Mit ebenfalls einem Fehlschuß kam sein Landsmann Frode Andresen vor knapp 5.000 Zuschauern und 5,9 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz. Fischer lag 12,7 Sekunden zurück. Weltcup-Spitzenreiter bleibt Raphael Poiree (Frankreich) vor Björndalen und Fischer.

          „Für mich wars das extrem hart“

          „Wer hätte das nach dem Zwanziger gedacht? Ich bin voll zufrieden. Nur 12,7 Sekunden Rückstand auf Ole Einar, der wie ich ein Mal in der Runde war“, jubelte Sven Fischer. Der Oberhofer vergab den möglichen Sieg mit einem Fehler beim letzten Schuß und hatte vor der abschließenden 3-km-Runde nur 4 Sekunden Rückstand auf Björndalen, der wie entfesselt durch die Loipe stürmte. „Für mich wars das extrem hart mit schweren Beinen und kraftlosen Armen“, meinte Fischer.

          Die Grundlage für den dritten Rang - seinen 125. Podestplatz im Weltcup - hatte er mit fehlerfreiem Liegendschießen gelegt. „Da hatte der Wind schön geblasen. Ich habe nur zwei Mal gerastet. Junge, das war ganz schön mutig, ist mir unterwegs durch den Kopf gegangen“, erzählte der Thüringer und freute sich darüber, dass er sich auch von Kritik an seinem Aufenthalt im nur 800 m hoch gelegenen Bruneck abseits des rund 1650 m hoch gelegenen Mannschaftshotels nicht von seiner Linie hatte abbringen lassen. „Wie man heute sieht, habe ich alles richtig gemacht“, stellte er fest.

          Gute Ausgangsposition für Verfolgung

          Mindestens eben so zufrieden waren der Nesselwanger Michel Greis und Daniel Graf (Frankenhain), der mit dem sechsten Platz endgültig die WM-Norm erfüllte. „Das ist mein bestes Weltcupergebnis. Einfach super“, bemerkte der deutsche Meister auf dieser Strecke. „Da ist auch der Ärger über den einen Fehlschuß verflogen, der mir auf der Schlußrunde nicht aus dem Kopf ging“, fügte er an.

          Ebenfalls noch Reserven sieht Michael Greis. „Schade daß es läuferisch auf der Schlußrunde nicht ganz so gut ging. Doch ich will nach dem Ergebnis nicht mäkeln“, stellte der Allgäuer fest. Auf den letzten drei Kilometern büßte er auf Björndalen fast 20 Sekunden ein. „Doch was soll's: Die Ausgangsposition für den Verfolger am Sonntag ist bestens“, schätzte Greis ein.

          Unter dem Aspekt sah auch Ricco Groß das Rennen. „Elfter mit 56 Sekunden Rückstand, da ist am Sonntag in meiner Lieblingsdisziplin noch viel möglich“, erklärte der Verfolgungs-Weltmeister aus Ruhpolding, der mit einem neuen Ski-Modell unterwegs war. Dagegen verfehlten Jörn Wollschläger (Oberhof/62.), Michael Rösch (Altenberg/67.) und Alexander Wolf (Oberhof/71.) den Start der 60 Besten.

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