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Biathlon in Oberhof : Ekaterina Jurjewa gewinnt Sprint - Andrea Henkel Zweite

  • -Aktualisiert am

Warm eingepackt auf den zweiten Platz: Andrea Henkel beim Sprint in Oberhof Bild: AP

Es fehlte nicht viel zum Sieg für Andrea Henkel beim Biathlon-Sprint in Oberhof. Am Ende schnappte ihr die Russin Ekaterina Jurjewa den Sieg ganz knapp weg. Aber auch Kati Wilhelm und Magdalena Neuner setzten positive Akzente.

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          Frank Ullrich war sich schon sicher, als Andrea Henkel nach der zweiten Nullserie aus dem Schießstand lief. „Die gewinnt“, sagte er. Trotz der niedrigen Startnummer sechs - unter 90 Starterinnen. Aber Ullrich ist eben Bundestrainer der Männer, und da muss man ihm verzeihen, dass seine kühne Prophezeiung nur bis zur Startnummer 67 hielt.

          Da kam die Russin Ekaterina Jurjewa, der ein Schießfehler unterlief, und machte auf den letzten Metern die Hoffnungen der 20.000 Zuschauer in der Oberhofer Skiarena zunichte. Zwar nur um 2,4 Sekunden, aber im 7,5-Kilometer-Sprint geht es eben eng zu. Wenngleich der Abstand zur Dritten, Helena Jonsson aus Schweden, doch schon 19,2 Sekunden betrug (siehe auch: Ergebnisse Biathlon).

          „Ich habe heute einfach nur das gemacht, was ich kann“

          Bundestrainer Uwe Müssiggang, ganz offiziell für die Frauen zuständig, schätzte Platz zwei aber entsprechend des hohen Erwartungsdrucks sehr hoch ein: „Wenn man in Oberhof eine auf dem Podest hat, dann muss man zufrieden sein.“ Andrea Henkel war die einzige deutsche Skijägerin, die sich bei Windstille eine Strafrunde ersparte.

          Als einzige Deutsche blieb Andrea Henkel ohne Fehler - und wurde doch nur Zweite
          Als einzige Deutsche blieb Andrea Henkel ohne Fehler - und wurde doch nur Zweite : Bild: AP

          „Ich bin standhaft geblieben, obwohl mir zuletzt jeder ein Schießproblem einreden wollte“, sagte die dreifache Weltmeisterin von Östersund, die sich im Dezember ein klein wenig von ihrem „Arbeitskollegen“, wie sie ihr Gewehr nennt, entfremdet hatte. „Ich habe heute einfach nur das gemacht, was ich kann.“ Und das ist im Normalfall absolute Spitzenklasse.

          „Ich habe mir Kraft aufgespart für die letzte Runde“

          Ihre Renntaktik schilderte sie so: „Ich habe mir Kraft aufgespart für die letzte Runde, aber da waren immer noch drei Berge. Die habe ich runtergezählt.“ Sie hat vor allem gut daran getan, sich die Staffel am Mittwoch zu ersparen. Obwohl man das beim Heimspiel nur sehr widerwillig macht.

          Es war zwar nur noch ein leichtes Kratzen im Hals, das sie zurückschrecken ließ, aber genau damit hatte sie vor zwei Jahren schlechte Erfahrungen gemacht. „Da bin ich leicht angeschlagen gelaufen, und dann hat es mich voll erwischt.“

          „Jeder hat gesehen, was mir da auf den Lippen lag“

          Andrea Henkel war nicht die einzige, die am Freitagabend im Kunstlicht den Bundestrainer überzeugte. Auch Kati Wilhelm auf Rang sechs und Magdalena Neuner an Position 13 setzten in umgekehrter Reihenfolge die läuferischen Akzente im gesamten Feld.

          „Bei Lena sieht man, dass es langsam wieder aufwärts geht“, sagte Müssiggang. Ihren Trainingsrückstand aus der Saisonvorbereitung hat die Wallgauerin über Weihnachten und Neujahr weiter verringert. Leider verfehlte sie drei Scheiben - „im Sprint indiskutabel“, wie sie selbst befand. Und Kati Wilhelm ärgerte sich bei aller Freude über die ansteigende Laufform: „Der eine Fehler war blöd. Ich glaube, jeder im Stadion hat gesehen, was mir da auf den Lippen lag.“

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