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Biathlon in Le Grand Bornand : Herrmann leistet als Fünfte ein Stück Wiedergutmachung

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Wieder Vertrauen in die Waffe gefunden: Nur zwei Fehler für Denise Herrmann beim Weltcup in Frankreich Bild: dpa

Am vergangenen Wochenende traf Denise Herrmann bei 43 Versuchen nur 16 mal die Scheiben, dieses Wochenende startete die 31-Jährige mit nur zwei Fehlversuchen. Die Belohnung: Die Verfolgung nimmt sie als Fünfte auf.

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          Im strömenden Regen von Le Grand Bornand verfolgte Laura Dahlmeier erfreut, wie ihre ehemaligen Teamkolleginnen wenige Tage nach dem historischen Debakel wieder für Lichtblicke sorgten. „Im Vergleich zum Sprint von Hochfilzen ist es ein Stück nach vorne gegangen“, lobte die frühere Biathlon-Königin in ihrer neuen Rolle als ZDF-Expertin. Über 7,5 km sprintete Denise Herrmann trotz zweier Strafrunden auf Platz fünf, zum ersten Podestplatz für die Athletinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) fehlten nur 9,2 Sekunden.

          Auch an ihrem 31. Geburtstag zeigte die Verfolgungs-Weltmeisterin zwar Schwächen am Schießstand, doch dank der zweitbesten Laufzeit in der durch den Regen tiefen Loipe kämpfte sie sich zu ihrem stärksten Saisonergebnis, im Sprint von Hochfilzen war sie 41. geworden – als „beste“ Deutsche.

          „Das Laufen ging ganz gut, ich hatte richtige Waffen unter den Füßen“, sagte Herrmann im ZDF: „Im Stehen gehe ich noch mit ein bisschen Angst an den Schießstand. Aber ich hoffe, der Aufwärtstrend geht weiter.“ Franziska Preuß rundete nach zwei Fehlschüssen als Zwölfte das gute Resultat ab. „Das waren zwei positive Ergebnisse, da wollen wir auch wieder hin“, sagte Dahlmeier über ihre ehemaligen Kolleginnen. Schon am Samstag (15 Uhr live im ZDF und auf Eurosport) sind in der Verfolgung die nächsten Spitzenresultate drin.

          Herrmanns nervöses Schießen in Österreich

          In Hochfilzen, wo die Biathletinnen in der Vorwoche mit historisch schlechten Ergebnissen in Sprint und Staffel enttäuscht hatten, war Herrmann noch das Gesicht der Pleite – am Schießstand war sie krachend gescheitert, insgesamt verfehlte sie in Österreich an drei Tagen bei 43 Schüssen 16 Mal das Ziel. Um den Kopf wieder frei zu bekommen, absolvierte sie danach ein dreitägiges Trainingsprogramm in Davos.

          „Denise hat das clever gemacht“, sagte Dahlmeier, die im Mai nach zwei Olympiasiegen und sieben WM-Titeln zurückgetreten war. Als ehemalige Langläuferin habe Herrmann „an Davos gute Erinnerungen, ich glaube das war ein guter Schritt“. Janina Hettich (eine Strafrunde), die bislang in diesem Winter im zweitklassigen IBU-Cup gestartet war, landete am Freitag auf Rang 23, der Sieg ging trotz einer Strafrunde an die Norwegerin Tiril Eckhoff, die in Österreich am Sonntag schon die Verfolgung gewonnen hatte.

          Ganz oben aufs Treppchen will am Samstag (13 Uhr, ebenfalls live im ZDF und auf Eurosport) auch wieder Benedikt Doll, schließlich geht er nach seinem Überraschungssieg im Sprint als Gejagter in die Verfolgung – auch wenn dem Breitnauer diese Rolle weniger gefällt. „Das Gefühl finde ich nicht so toll, vorne wird man oft etwas nervös“, sagte der 29-Jährige dem sid: „Und die Norweger werden mich auf jeden Fall jagen.“

          Der Vorsprung auf den ersten Verfolger Tarjei Bö beträgt nur neun Sekunden, doch nach seinem Coup vom Donnerstag, bei dem er erst zum vierten Mal in seiner Karriere ohne Fehlschuss blieb, ist das Selbstvertrauen groß. „Wenn ich beim Schießen wieder so abliefere, kann ich sicher vorne mitlaufen“, sagte Doll: „Ich habe auf jeden Fall große Lust.“

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