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Biathlon : Fischer siegt und spendet die Prämie

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Unaufhaltsam: Sven Fischer Bild: AP

Ohne Probleme hat der Lokalmatador die deutschen Biathlon-Festspiele in Oberhof fortgesetzt. Er ließ im 10-Kilometer-Sprint der Konkurrenz keine Chance.

          2 Min.

          Sven Fischer schnaufte erst tief durch und warf danach Handküsse ins Publikum. Mit makellosem Schießen und schnellen Schritten war der 33 Jahre alte Oberhofer Lokalmatador am Freitag nachmittag zum zweiten Weltcup-Heimsieg und dem 29. seiner Laufbahn gestürmt. Beim 10-Kilometer-Weltcupsprint der Skijäger verwies Fischer in 27:17,3 Minuten die vier Norweger Frode Andresen (27:36,9 Minuten), Egil Gjelland (27:44,1), Ole Einar Björndalen (27:52,2) und Lars Berger (27:52,4) auf die Plätze. Der Franzose Raphael Poiree behauptete als Sechster die Führung im Gesamtweltcup vor Fischer.

          Neben Fischer, der am Sonntag mit der Startnummer 1 vor dem „Norge-Quartett“ ins Verfolgungsrennen gehen kann, überzeugten vor den rund 15.000 Zuschauern am Grenzadler zwei weitere Oberhofer Bundeswehrsportsoldaten aus der Trainingsgruppe von Mark Kirchner: Daniel Graf (Frankenhain) als Zehnter und Alexander Wolf (Oberhof) als Vierzehnter schafften ihre besten Saisonplazierungen und die halbe WM-Norm.

          „Bittere Schmerzen“

          Als Fischer nach der steilen Wolfsschlucht zum letzten Mal den steilen Birxstieg hinauf stürmte und ihm der ganze Körper so richtig weh tat, dachte er an andere, die auch Schmerzen verspüren. „Wenn das Ding klappt, sollen sich auch andere mit mir freuen, die bittere Schmerzen fühlen“, sei ihm durch den Kopf geschossen. „Deshalb werde ich das Preisgeld in Höhe von 9000 Euro brutto einer Organisation spenden, die Not leidenden Kindern in der Welt hilft“, sagte er.

          Zum ersten Male war auch seine Lebensgefährtin Doreen mit der elf Monate alten Tochter Emilia-Sophie im Stadion. „Das hat mich schon beflügelt“, gab Fischer zu, der den Heimsieg als den schönsten unter allen seinen Weltcup-Erfolgen bezeichnete. „Der böige Wind heute war nicht einfach. Vor dem zweiten Schießen ging mir ganz schön die Muffe. Mit dem Wind hatte ich dann das nötige Quäntchen Glück“, berichtete Fischer.

          Den Berg hoch gebrüllt

          Er habe auf der großen Videowand gesehen, daß er nach dem fehlerfreien Schießen knapp die Führung übernommen hat. „Die Zwischenzeiten der Betreuer hörte ich aber nicht, weil die Zuschauer viel zu laut waren, mich regelrecht den Berg hoch brüllten. Da bekommt man Gänsehaut“, erzählte er. Deshalb habe er alle Reserven mobilisiert, sei auf der letzten 3,3-Kilometer-Runde an die Grenzen gegangen. „Heute hätte ich keinen Schritt schneller laufen können.“

          Bundestrainer Frank Ullrich war mindestens eben so glücklich wie der Sieger. „Wir haben die Norweger geschlagen, nach drei Jahren Pause endlich wieder einen Heimsieg in Oberhof gelandet und zudem überzeugten die jungen Burschen Daniel Graf und Alexander Wolf trotz zwei Strafrunden“, meinte er.

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