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Biathleten trotzen Corona : Deutscher Doppelsieg bei Geistersprint

  • Aktualisiert am

Blumen zum Finale: Denise Herrmann (r.) und Franziska Preuss feiern Doppelsieg. Bild: AFP

Im Schatten der Corona-Pandemie gelingt den deutschen Biathletinnen ihr erster Doppelsieg in diesem Winter. Doch es gibt trotz des Erfolgs auch Kritik an der Entscheidung.

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          Biathletin Denise Herrmann hat beim vorzeitigen Saisonfinale in Kontiolahti den Weltcup-Sprint gewonnen. Die 31-Jährige setzte sich bei dem Geisterrennen ohne Zuschauer an diesem Freitag mit einem Vorsprung von 20,1 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Franziska Preuß durch, die wie Herrmann einen Fehler schoss. „Es ist unglaublich, dass es gereicht hat. Es ist richtig schön, dass wir die Saison so beenden können“, sagte die 31-Jährige in der ARD. Es war der siebte Weltcupsieg ihrer Karriere, der dritte in diesem Winter. Tages-Dritte wurde die Norwegerin Tiril Eckhoff, die nach zwei Strafrunden mit 32,3 Sekunden Rückstand ins Ziel kam.

          Hermann und Preuß bescherten dem deutschen Team kurz vor dem Saisonende den ersten Doppelsieg seit mehr als einem Jahr und verschafften sich eine tolle Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen am Samstag. Zudem überholte Herrmann noch die Gesamtweltcupführende Dorothea Wierer (Italien) und sicherte sich die Kleine Kristallkugel für die Sprintwertung. Sie hatte zuvor bereits das Einzelrennen im slowenischen Pokljuka und zuletzt den Sprint in Nove Mesto (Tschechien) gewonnen.

          Anders als am Donnerstag, als mehr als 500 Fans durch den Wald an die Strecke pilgerten, riegelte der Weltverband (IBU) diesmal die Loipe tatsächlich weitläufig ab. Die Ruhe kam Herrmann wie schon in Nove Mesto vor einer Woche entgegen. Obwohl die Welt des Sports schon kurz vor dem Stillstand steht, trotzen die Biathleten weiter der Corona-Pandemie. Am Samstag geht es in den Verfolgungs-Rennen (13.45/15.45 Uhr) noch um Punkte für den Gesamtweltcup. Die beiden Mixed-Staffeln am Sonntag fallen dagegen aus. Zuvor war das Weltcup-Finale am legendären Holmenkollen in Oslo/Norwegen (20.-22. März) ersatzlos gestrichen worden.

          „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Botschaft, die wir nach außen senden, die richtige ist“, sagte Damen-Disziplintrainer Florian Steirer in der ARD. „Was da in der Welt abgeht, da muss man schon überlegen, ob wir das durchziehen oder abbrechen“, sagte Vanessa Hinz. Preuß meinte: „Ich bin froh, wenn wir Montag alle heil daheim sind.“ Herrmann würde angesichts ihrer tollen Verfassung dagegen gerne noch weiterlaufen. „Die ganze Situation hat viel Fahrt gekriegt. Aber wir sind jetzt eh hier und ich hoffe schon, dass hier morgen noch Rennen stattfinden.“ Der deutsche Tross plant, mit einem Charterflug am Montag abzureisen.

          Das österreichische Team wird dagegen wie die amerikanische Mannschaft und die Slowaken nicht mehr am Start stehen. „Wir sind uns als großer Sportverband in der momentanen Ausnahmesituation unserer sozialen Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst, deshalb setzen wir die Aufforderungen und Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung auch konsequent um“, sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.

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