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Biathlon : Doping-Gerüchte und ein dritter Platz

... und zum Schluss jubelt (fast) immer Ole Einar Björndahlen (Norwegen) Bild: dpa

Mit einem guten dritten Platz in Ruhpolding hat sich die deutsche Herrenstaffel für die anstehende Biathlon-WM gut gerüstet gezeigt. Doping-Gerüchte sorgen dennoch für Unruhe. Aus einer Blutbank in Wien führen Spuren angeblich auch nach Deutschland.

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          Norwegen gibt derzeit in der Staffel das Tempo vor. Am Donnerstagabend führte Schlussläufer Ole Einar Björndalen vor 16.000 Zuschauern bei der WM-Generalprobe für Östersund in der Chiemgau-Arena sein Quartett zum dritten Saisonsieg - 19,3 Sekunden vor der russischen Staffel. In der Besetzung Michael Rösch (Altenberg), Alexander Wolf (Oberhof), Carsten Pump (Altenberg) und Michael Greis (Nesselwang) kam das deutsche Team mit null Fehlern, insgesamt sieben Nachladern und 45,3 Sekunden Rückstand auf Platz drei.

          Diese Reihenfolge spiegelt exakt den derzeitigen Status der deutschen Staffel in der Weltspitze wieder. Startläufer Rösch lieferte „eines meiner besseren Rennen“, Wolf ging extrem aggressiv an den Schießstand, um näher an den Norweger Rune Bratsveen heranzukommen, was ihn aber zwei Zusatzpatronen kostete. Carsten Pump, der den Vorzug vor Andreas Birnbacher (Schleching) erhalten hatte, blieb dank dreier Nachlader ebenfalls fehlerfrei, musste den anstürmenden Russen Dimitri Jaroschenko dennoch passieren lassen. Schlussläufer Michael Greis konnte nicht mehr tun, als den dritten Platz ins Ziel zu bringen. „Ich hoffe, dass bei der WM noch mehr geht“, sagte Greis.

          Doping auch im deutschen Biathlon?

          Überschattet wurde der zweite Tag des Weltcups in Ruhpolding von einer Nachricht, die für Unruhe im deutschen Lager sorgte. Denn von der in Wien ansässigen Blutbank-Filiale des Unternehmens Humanplasma, gegen das das österreichische Gesundheitsministerium wegen des Verdachts von Blutdoping ermittelt, führen möglicherweise Spuren nach Deutschland. Angeblich sollen davon neben Radsportlern und Langläufern auch Biathleten betroffen sein.

          Dritter Platz: Rösch, Wolf, Pump, Greis (v.l.)

          Martina Glagow und Andrea Henkel haben davon beim Nachmittagstraining erfahren. „Es gibt keine Sportart, die frei von Doping ist, aber vorstellen kann ich mir so was nicht“, sagte Andrea Henkel, „und ich finde es nicht gut, jetzt alle unter Generalverdacht zu stellen.“ Martina Glagow fügte an: „Ich kenne keine Blutbank in Wien.“ Sven Fischer, vor der Saison zurückgetreten, sagte aber auch: „Biathlon war nie skandalfrei.“ Womit er recht hat. Es gab immerhin die positiven Fälle Olga Pylewa, Albina Achatowa, Alexej Aidarow sowie die beiden Österreicher Wolfgang Rottmann und Wolfgang Perner, die wegen Blutdopings in Turin 2006 lebenslang von Olympischen Spielen ausgeschlossen wurde.

          DSV will Akteneinsicht

          Deutsche Athleten fehlen bislang in dieser schwarzen Liste. Trotzdem sorgte die Nachricht für Aufregung. Die offizielle Stellungnahme des Deutschen Skiverbandes (DSV) fiel in Abwesenheit des erkrankten Generalsekretärs Thomas Pfüller knapp aus: „Wir haben keine Hinweise, die die Anschuldigungen verifizieren würden.“ DSV-Vizepräsident Franz Steinle will allerdings versuchen, über die Welt-Antidoping-Agentur, die den Stein ins Rollen gebracht hat, Akteneinsicht zu bekommen.

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