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Biathlon : Deutsche Männer vom Winde verweht

  • Aktualisiert am

Eine Klasse für sich: Ole Einar Björndalen Bild: AP

Der Oberhofer Sven Fischer hat beim Weltcup in Antholz über 20 Kilometer die Podestplätze klar verpaßt. Der Norweger Ole Einar Björndalen feierte seinen fünften Saisonsieg.

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          Schwach geschossen, langsam gelaufen und auch noch vom Winde verweht. Die deutschen Biathleten haben am Mittwoch in Antholz bei der letzten harten Prüfung vor den Weltmeisterschaften das schlechteste Saisonergebnis abgeliefert.

          Souveräner Sieger des Rennens über 20 Kilometer vor gut 3000 Zuschauern war der Norweger Ole Einar Björndalen vor dem Chinesen Chengye Zhang und Nikolaj Kruglow (Rußland). Als Bester bei der Pleite für die deutschen Männer landete Sven Fischer (Oberhof) mit drei Schießfehlern und nahezu unglaublichen 6:16,9 Minuten Rückstand auf dem 18. Platz.

          Der fliegende Norweger

          Björndalen traf bei böigem Wind alle 20 Scheiben, flog förmlich durch die Loipe und feierte mit dem größten Vorsprung seit Dezember 1986 von 2:33,5 Minuten vor dem überraschend starken Chinesen Chengye Zhang den 48. Weltcup-Tagessieg seiner Laufbahn.

          Damit stellte er die Bestmarke seines Landsmanns Björn Dählie ein. „Das war heute ein perfektes Rennen, auch wenn man beim Schießen wegen des Windes sehr aufpassen mußte“, sagte der Norweger, der in den vergangenen vier Jahren 365 Tage in Antholz trainiert hat.

          Erster Podestplatz eines Chinesen

          Der 22 Jahre alte Zhang schaffte den ersten Weltcup-Podestplatz für die chinesischen Männer. „Ich wollte in diesem Winter unter die ersten Sechs kommen. In Ruhpolding war ich 16. Der zweite Platz hat alle meine Erwartungen übertroffen. Wir trainieren in China extrem hart und auch in solcher Höhe. Das Ergebnis wird der gesamten Mannschaft Auftrieb geben“, sagte der Hobby-Fußballer.

          „Ich bin überzeugt, daß er in Zukunft regelmäßig unter die ersten Zehn laufen wird“, lobte Björndalen den Chinesen. Dagegen war Vorjahressieger Fischer die Stimmung verdorben. „Das hatte ich mir anders vorgestellt“, schimpfte er. Fischer hatte wegen seiner Probleme mit der kurzfristigen Höhenanpassung extra nicht im deutschen Mannschaftsquartier direkt am Antholzer See in 1634 Metern Höhe, sondern mit seinem Vater Willy im nur 800 Meter hoch gelegenen Bruneck Quartier bezogen.

          „Stumpfer Schnee“

          „Der Schnee war extrem stumpf“, klagte er nach der unbefriedigenden Vorstellung in der Loipe. Die Bedingungen störten auch Ricco Groß, der direkt hinter Fischer und Michael Greis (Nesselwang) 20. wurde. „Es ging heute sehr zäh. Dazu der drehende Wind. Es ging in die Hose“, meinte der mit Startnummer 1 ins Rennen gegangene Ruhpoldinger.

          Auch Bundestrainer Frank Ullrich hatte unmittelbar nach der Pleite keine schlüssige Erklärung. „Klar war der Wind problematisch. Man brauchte heute auch ein bissel Glück. Doch daß sich alle geschlossen verabschiedeten, war schon enttäuschend. Es war ja nicht nur das durchweg schlechte Schießen, auch läuferisch waren wir heute weit weg. Das kann nicht nur der stumpfe Schnee gewesen sein“, kritisierte Ullrich.

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