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Biathlon : Deutsche Biathleten nähern sich WM-Form

  • Aktualisiert am

Wolf gewinnt den Weltcup-Sprint in Pokljuka Bild: AFP

Alexander Wolf hat überraschend den 10-Kilometer-Sprint beim Weltcup im slowenischen Pokeljuka gewonnen. Es war erst Wolfs dritter Sieg überhaupt in seiner Karriere. Sven Fischer kam auf Rang sechs. Grund zur Freude für Bundestrainer Ullrich.

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          Exakt ein Jahr nach Verlust des Gelben Trikots des Weltcup-Spitzenreiters konnte Alexander Wolf wieder jubeln. Der 28 Jahre alte Oberhofer gewann am Donnerstag im slowenischen Pokljuka überraschend den Biathlon-Weltcupsprint und hat sich damit endgültig die WM-Nominierung gesichert. Nach 10 Kilometern hatte der erstmals in diesem Winter makellos schießende Thüringer 6,6 Sekunden Vorsprung vor dem ebenfalls fehlerfrei gebliebenem Schweden Björn Ferry.

          Dritter wurde in Abwesenheit des weiter mit 388 Punkten die Weltcupwertung anführenden Norwegers Ole Einar Björndalen mit einer Strafrunde dessen Landsmann Emil Svendsen. Zweitbester DSV-Skijäger beim zweiten Saisonsieg der deutschen Männer war bei störendem böigem Wind auf Rang sechs Wolfs Vereins-
          Kollege Sven Fischer. Hinter Andreas Birnbacher (Schleching/11.) belegte der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang) den zwölften Platz und reduzierte in der Saisonwertung den Rückstand zu
          Björndalen auf 17 Zähler.

          „Endlich mal ohne Fahrkarte“

          Der wie befreit laufende Alexander Wolf reckte im Ziel die Siegerfaust nach oben. „Endlich Mal ohne Fahrkarte. Darauf habe ich den ganzen Winter gewartet“, jubelte der 1,95 Meter große Modellathlet aus Herges-Hallenberg. „Ich wusste, dass ich vorn mit dabei sein kann, wenn ich endlich Mal Null schieße. Es hat schon genervt, dass ich im Training häufig fehlerfrei bleibe, aber immer dann ein paar Scheiben nicht fielen, wenn ich eine Startnummer umgebunden habe“, gab Wolf zu.

          Sven Fischer rannte in Pokeljuka auf Rang sechs

          Auf der letzten 3,3 Kilometer langen Laufschleife trieben die deutschen Betreuer ihren „Ali“ nach vorn. Trotzdem büßte er gegen Ferry noch 14 Sekunden ein. „Ich wusste immer genau, wo ich liege. Deshalb bin ich bis zum letzten schweren Anstieg taktisch gelaufen, um da noch genügend Kraft zu haben“, erzählte Wolf, der nach dem Tagessieg am Samstag zum dritten Mal in seiner Laufbahn als Erster ins Verfolgungsrennen starten darf.

          Böiger Wind machte den Skijägern zu schaffen

          Nicht ganz glücklich war Michael Greis. „Der Platz ist noch einigermaßen okay. Ich konnte wieder ein paar Weltcup-Pünktchen sammeln. Doch mit der letzten Runde war ich nicht zufrieden. Woran das lag, muss ich erst analysieren - und am Samstag möglichst abstellen“, bewertete der Allgäuer seine Vorstellung.Für Bundestrainer Frank Ullrich war wichtig, dass neben Greis,Fischer, Birnbacher und Rösch nun mit Alexander Wolf der fünfte seiner Männer in dieser Saison mal aufs Siegerpodest gestürmt ist.

          „Das tut dem 'Ali' gut, tut aber auch der gesamten Mannschaft gut, auch wenn außer Alexander bei den schwierigen Windbedingungen heute niemand ohne Schießfehler über die Runden kam. Doch 'Ali' und Sven haben sich bravourös verkauft“, sagte Ullrich. „Den Rösch hat es regelrecht verblasen. Für seine drei Liegendfehler kann er nichts. Das war der Wind“, stellte Ullrich fest. Insgesamt sei sogar noch mehr drin. „Es läuft zwar noch nicht alles rund, doch wenn jetzt wieder Ruhe einkehrt, werden wir auch wieder mehr Substanz aufbauen“, kündigte Ullrich an.

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