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Biathlon-Debakel für Frauen : „Das hätte wohl meine Oma besser gemacht“

  • Aktualisiert am

„Ich hatte Probleme das Gewehr ruhig zu halten“: Denise Herrmann Bild: AP

Die Saison der Biathletinnen wird nicht besser. Nach der „Farce“ vom Freitag gibt es auch in der Staffel am Tag danach ein Fiasko. Weltmeisterin Denise Herrmann erwischt einen schlimmen Tag – und wird deutlich.

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          Denise Herrmann hatte feuchte Augen nach dem Staffel-Debakel von Hochfilzen. „Man könnte meinen, ich habe erst gestern mit dem Biathlon angefangen. Das könnte wahrscheinlich meine Oma besser“, sagte die in Bayern lebende Sächsin. Ausgerechnet die Verfolgungsweltmeisterin leistete sich gleich drei Strafrunden – die deutsche Damen-Staffel beendete das Rennen über die 4x6 Kilometer am Samstag beim Sieg von Weltmeister Norwegen auf Platz zwölf. So schlecht war eine deutsches Damen-Quartett im Weltcup noch nie unterwegs gewesen.

          Dabei waren Karolin Horchler, die an Position zwei laufende Herrmann, Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand auf Wiedergutmachung aus nach dem Katastrophen-Sprint beim Auftakt. Herrmann war am Vortag als 41.(!) beste deutsche Skijägerin gewesen beim schlechtesten Weltcup-Intermezzo überhaupt. „Manchmal hilft es, den Kopf frei zu machen und nicht nur an Biathlon zu denken“, riet Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, die ARD-Expertin. „Es ist der Wurm drin. Die Mädels wollten es besser machen. Es war verkrampft, es war nicht locker. Wir müssen schnellstmöglich in die Spur kommen. Die Trainer sind jetzt gefordert“, sagte Bernd Eisenbichler, der neue sportliche Leiter der Biathlon-Sparte. „So kann es nicht weitergehen.“

          Dabei hatte es eigentlich ganz prima angefangen. Startläuferin Horchler (30) benötigte zwei Nachlader, übergab als Achte an Herrmann. Die Verfolgungsweltmeisterin gab Gas, reduzierte den Abstand Sekunde um Sekunde. Die 30-Jährige blieb zunächst ohne Fehler, kam sogar als Führende zum Stehendschießen – doch dann ging gar nichts mehr. „Liegend war es vielleicht meine beste Serie überhaupt in meinem ganzen Leben. Stehend war es die schlechteste, die ich je geschossen habe“, sagte sie. Nach den drei Extrarunden war das Rennen gelaufen. „Das ist Biathlon, da liegen Himmel und Hölle eng zusammen“, sagte Herrmann und rätselte über die Ursachen.

          Vanessa Hinz (27) und Franziska Hildebrand (32) brachten die Staffel dann zum bitteren Ende. „Wir werden weitermachen und unser Bestes geben“, sagte die Schlussläuferin. Das ohne die angeschlagene und bereits abgereiste Franziska Preuß laufende deutsche Quartett lag am Ende 3:05,6 Minuten hinter den Siegerinnen. Die Norwegerinnen gewannen vor Russland und der Schweiz.

          Nach dem Freitagssprint hatte es Gesprächsrunden im deutschen Damen-Team gegeben: „Wir sind schon mit der einen oder anderen hart ins Gericht gegangen. Das war eine Farce, die wir abgeliefert haben“, hatte Damen-Trainer Florian Steirer in der ARD vor dem Staffel-Start gesagt. Die Wiedergutmachung gelang nicht, nach dem Rennen wollte Steirer lieber nichts sagen: „Bitte nicht!“

          Die deutschen Biathleten schlugen sich im Verfolgungsrennen in Hochfilzen unterdessen achtbar. Beim 40. Einzelsieg des fehlerfreien gebliebenen Johannes Thingnes Bö aus Norwegen schafften es am Samstag Johannes Kühn (2 Fehler/1:24,1 Minuten zurück), Arnd Peiffer (1/1:28,8) und Benedikt Doll (2/1:36,9 zurück) auf die Plätze zwölf, 13 und 14. Philipp Horn (3/2:02,2) wurde 18., Simon Schempp (3/2:52,3) beendete das Rennen auf Rang 28. Olympiasieger Bö benötigte für die zehn Kilometer 31:27,0 Minuten und lag 46,9 Sekunden vor dem ebenfalls am Schießstand fehlerfrei gebliebenen Russen Jewgeni Loginow. Für Hochfilzen-Sprintsieger Bö war es im dritten Saison-Rennen der zweite Sieg.

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