https://www.faz.net/-gtl-9j2i9

Biathlon : Dahlmeier sprintet bis zur Erschöpfung

  • Aktualisiert am

Mit ärztlicher Hilfe: Laura Dahlmeier im Ziel in Antholz. Bild: AFP

Laura Dahlmeier verpasst in Antholz nur knapp das Podest. Die Siegerehrung muss sie auslassen wegen eines Schwächeanfalls.

          2 Min.

          Die Siegerehrung der besten Sechs musste Laura Dahlmeier noch völlig entkräftet auslassen. Doch eine halbe Stunde nach dem nächsten Kapitel ihr nervenaufreibenden Saison-Achterbahnfahrt strahlte Deutschlands Biathlon-Star Laura Dahlmeier in die Fernsehkameras und winkte den jubelnden Fans zu. „Die letzten Meter waren brutal, ich wäre fast ins VIP-Zelt abgebogen und hätte es nicht mehr bis ins Ziel geschafft. Die letzten Meter bin ich gewankt wie so eine Besoffene“, sagte Dahlmeier nach ihrem Kraftakt und war nach ihrem starken vierten Platz im Sprint von Antholz schon wieder zum Scherzen aufgelegt.

          Allein mit ihrer Willenskraft und ihrer Klasse machte die siebenmalige Weltmeisterin am Donnerstag vier Tage nach ihrem letzten Platz im Massenstart von Ruhpolding in der Südtirol-Arena den nächsten Schritt auf dem Weg zurück in die Weltspitze. „Es war ein tolles Rennen und ein schöner Tag“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin, die durch ihre massiven gesundheitlichen Problemen in dieser für sie so schweren Saison durch Hoch und Tiefs gehen muss. Zum Podest fehlten der Partenkirchnerin nach 7,5-Kilometern nur 0,7 Sekunden.

          Zur siegreichen Tschechin Marketa Davidova waren es ganze 4,2 Sekunden. Ihre Teamkolleginnen hatten sich schon aus den Top-Plätze geschossen, da joggte Dahlmeier noch konzentriert mit Kopfhörern und verspiegelter Sonnenbrille durch den Aufwärmbereich. Mit der letzten Startnummer 97 machte sich Deutschlands Nummer eins auf die Jagd nach der Bestzeit. Und hätte beinahe ihren 20. Weltcup-Sieg geschafft. Dahlmeier teilte sich ihr Rennen nahezu perfekt ein und blieb zudem fehlerfrei. Doch auf der Schlussrunde fehlten dann noch die letzten Körner. Völlig erschöpft blieb Dahlmeier im Zielraum liegen, ehe sie gestützt vom Mannschaftsarzt Klaus Marquardt und einem Betreuer in die Umkleidekabine geführt wurde. Dort legte sie erstmal die Beine hoch.

          „Mir ist der Kreislauf weggesackt und ich hatte keine Kraft mehr in den Beinen“, sagte Dahlmeier, die froh war, nach der schweren Zeit zuletzt wieder mal über ihr Limit gehen zu können. „Das ist mein Ziel und auch mein Anspruch.“ Erinnerungen wurden wach an die WM 2017, als Dahlmeier nach ihren fünf WM-Triumphen mehrfach kollabiert war. Doch Dahlmeier gab Entwarnung. „Es ist trotzdem alles im grünen Bereich. Es ist nicht so gefährlich, als wenn man alleine draußen am Berg unterwegs ist“, sagte die passionierte Bergsteigerin. Gedanken oder Sorgen, dass ihr Körper das angesichts ihrer jüngeren Krankheitsgeschichte nicht verkraftet, macht sie sich nicht. „Ich bin dafür bekannt, über meine Grenzen zu gehen und das war heute mein Ziel.“ Die 25-Jährige will nun am Samstag in der Verfolgung ihren 20. Weltcupsieg in Angriff nehmen. „Da höre ich dann erst auf, wenn ich über der Ziellinie bin und versuche mir das Rennen besser einzuteilen.“ Dahlmeier war die beste der fünf deutschen Skijägerinnen. Ruhpolding-Gewinnerin Franziska Preuß hatte sich kurz vor dem Start krank gemeldet und reiste bereits wieder nach Hause.

          Die frühere Langläuferin Denise Herrmann beendete das Rennen trotz dreier Strafrunden, aber mit Laufbestzeit auf Rang 14 und holte sich damit das Ticket für die Weltmeisterschaften in Östersund im März. Franziska Hildebrand (2 Fehler) kam auf Rang 27, Karolin Horchler (1) wurde 36. und Vanesa Hinz (2) folgte auf Platz 38.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Mike Pence, wird nicht beim Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump kooperieren.

          Trump-Impeachment : Giuliani und Pence verweigern Kooperation

          Die beiden Vertrauten von Präsident Trump sehen sich durch die Verfassung geschützt und lassen eine Frist zur Vorlage von Dokumenten in der Ukraine-Affäre verstreichen. Den Amtsenthebungsprozess betrachtet Giulianis Anwalt als eine „verfassungswidrige, grundlose und illegitime Untersuchung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.