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Biathlon : Bö überragend - Greis Siebter

  • Aktualisiert am

Michael Greis: „Es war schwierig für mich, ins Rennen reinzukommen” Bild: dapd

Beim Sieg des Norwegers Tarjei Bö im Biathlon-Einzelrennen kommt Michael Greis als bester von vier deutschen Startern auf den siebten Rang. Der Russe Maxim Maximow holt Silber, Dritter wird Christoph Sumann aus Österreich.

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          Die deutschen Biathleten sind am vierten Wettkampf-Tag der Weltmeisterschaften im russischen Chanty-Mansijsk leer ausgegangen. Im Einzel über 20 Kilometer wurde Michael Greis am Dienstag beim Sieg des Norwegers Tarjei Bö als bester der vier deutschen Starter Siebter. Der dreimalige Olympiasieger Greis, der nur eine Scheibe verfehlte, verpasste mit einem Rückstand von 40 Sekunden auf den Bronzerang aber deutlich das Podest. Andreas Birnbacher - ebenfalls mit einem Fehler belastet - landete zwei Sekunden dahinter auf Rang acht. Der von Bronchien-Problemen geplagte Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer ließ drei Scheiben stehen und wurde 15 (+2:17,1). Daniel Böhm kam mit dem schönen Rückstand von 3:33,3 Minuten auf Rang 29. „Mannschaftlich sind wir gut drauf. Jetzt gilt es erstmal zu regenerieren und dann mit neuem Elan reinzugehen. Dann greifen wir eine Staffelmedaille an“, sagte Greis.

          Seinen ersten Einzel-Weltmeistertitel sicherte sich Bö, der auch seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute. Für den 22-Jährigen war es nach Gold mit der Mixed-Staffel sowie zweimal Bronze im Sprint und der Verfolgung bereits die vierte WM-Medaille. „Ein Traum wird wahr. Das ist sehr emotional für mich“, sagte der Saison-Überflieger und vergoss ein paar Freudentränen. Zweiter mit einem Rückstand von 40 Sekunden wurde der Russe Maxim Maximow, der den bisher enttäuschenden WM-Gastgebern die erste Medaille bescherte. Bronze holte sich Christoph Sumann aus Österreich.

          Gute Resultate, aber kein Spitzenergebnis für die Deutschen

          Obwohl diesmal keine Medaille heraussprang, kam im deutschen Lager keine Kritik auf. „Bei der Weltmeisterschaft zählen nur die Plätze 1, 2 und 3. Aber von den Ergebnissen her war es mit zwei Top-Ten-Plätzen nicht schlecht“, sagte Männer-Bundestrainer Fritz Fischer. Bei minus zehn Grad waren vor allem Greis und Peiffer mit berechtigten Medaillenhoffnungen ins Rennen gegangen.

          Überragend: Tarjei Bö

          Greis hatte aber zunächst etwas Probleme, den richtigen Rhythmus zu finden. „Ich habe versucht, von Anfang an Druck zu machen. Aber es war schwierig für mich, ins Rennen reinzukommen“, bekannte der Bayer. Im ersten Stehend-Anschlag bekam er eine Strafminute aufgebrummt, arbeitete danach aber sauber mit dem Gewehr. Das gibt ihm Zuversicht für den anstehenden Massenstart und vor allem das Staffelrennen.

          Peiffer lag bis zum dritten Schießen erneut auf Medaillenkurs. Aber mit zwei Fehlern im liegenden Anschlag schoss sich der Niedersachse aus dem Rennen. Nach dem Zieleinlauf flüchtete er sofort in die Kabine. „Ich hatte Probleme mit meinen Bronchien, musste gleich in die Wärme“, sagte der Clausthal-Zellerfelder. Gänzlich unzufrieden war er dennoch nicht: „Eigentlich war es ein gutes Rennen, wenn man bedenkt, dass bisher im Einzel Platz 17 mein bestes Ergebnis ist.“

          Andreas Birnbacher setzte gleich den ersten seiner 20 Schüsse daneben, ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen und brachte alle anderen Patronen ins Ziel. Doch auf der Strecke lief es nicht wie erhofft. „Ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr so spritzig bin. Aber dennoch bin ich mit meinen drei bisherigen Rennen zufrieden“, sagte Birnbacher, der berechtige Hoffnungen auf einen Staffeleinsatz hat. Daniel Böhm landete bei seiner WM-Premiere auf Rang 29.

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