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„Ich bin unfassbar glücklich“ : Biathlet Doll sorgt für große Überraschung

  • Aktualisiert am

Benedikt Doll gewinnt das Rennen nach einem starken letzten Schießen. Bild: dpa

Johannes Thingnes Bö kommt als Erster zum letzten Schießen des Massenstartrennens in Antholz. Bö schießt daneben, Doll bleibt fehlerfrei. Es kommt zu einer spannenden Schlussrunde.

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          Erst schüttelte Benedikt Doll ungläubig den Kopf, später bei der Siegerehrung war der Schwarzwälder nach seinem überraschenden Erfolg in Antholz hin und weg. „Yessss“, schrie der 31-Jährige und nahm seine Langlaufski in der Südtirol Arena liebevoll in den Arm. Keinen anderen als den großen Norweger Johannes Thingnes Bö hatte Doll im letzten Einzelrennen vor Olympia besiegt. Dabei behielt er nicht nur in der Loipe die Oberhand gegen den zwölfmaligen Weltmeister, sondern auch am Schießstand. „Der heutige Tag war auf jeden Fall ein absolutes Highlight. Er macht mich sehr stolz“, sagte Doll.

          Nach nur einem Schießfehler lag Doll am Samstag über die 15 Kilometer 31,3 Sekunden vor dem Norweger, der dreimal in die Strafrunde musste und am Ende bei der Jagd auf Doll aufgab. Für Doll war es der insgesamt dritte Sieg bei einem Weltcup-Rennen. Dritter wurde der Norweger Sturla Holm Laegreid (3 Fehler). In der vergangenen Woche war Doll bereits Zweiter im Sprintrennen beim Heimweltcup in Ruhpolding geworden.

          Doll behält die Nerven

          „Ich bin unfassbar glücklich“, sagte Doll nach seinem ersten Sieg seit über zwei Jahren in der ARD. Später freute er sich über seine Vorstellung am Schießstand. Er habe die Nerven bewahrt, sagte er. Er sei bei sich geblieben und habe sich nicht ablenken lassen. „Und ich habe hintenraus mit einer Null Johannes sozusagen herausgefordert.“

          Zum letzten Schießen war der große Favorit aus Norwegen als Erster gekommen, doch er musste in die Strafrunde. Diese Chance nutzte Doll, ging nach seinem fehlerfreiem Schießen als Erster mit einem sieben Sekunden Vorsprung in die Loipe. „Er hat es noch einmal probiert, aber ich habe gewusst, ich habe heute unfassbar gute Ski, läuferisch geht es bei mir auch richtig gut“, sagte Doll. Der Sprint-Weltmeister von 2017 meinte: „Es ist richtig schön, dass es mit dem Sieg aufging und nicht nur mit einem Podestplatz.“ Doll hatte zuletzt am 19. Dezember 2019 den Sprint von Le Grand-Bornand gewonnen.

          Jetzt kann Doll die letzte Phase vor den Olympischen Spiele in gut zwei Wochen in Peking gelassener angehen. „Mit dem Sieg habe ich Punkte für mein Selbstvertrauen gesammelt. Ich weiß jetzt, dass alles passt und kann deshalb entspannter in die nächsten Tage gehen“, sagte Doll.

          Johannes Kühn kam bei seiner Rückkehr nach der Corona-Zwangspause auf Platz 19. Der 30-Jährige hatte nach sechs Strafrunden 3:21,4 Minuten Rückstand auf seinen Mannschaftskollegen ganz oben auf dem Podest. Roman Rees, der ebenfalls sechs Fehler verbuchte, beendete das 15-Kilometer-Rennen auf Rang 21 mit 3:33 Minuten Rückstand.

          „Mir ging es nie wirklich schlecht, aber ich habe doch zwei Tage ein bisschen Husten gehabt“, berichtete Kühn über seine Erfahrungen mit der Corona-Infektion. Seit Mittwoch letzter Woche sei alles wieder gut. „Das Rennen ist eigentlich dazu da, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Und dann die nächsten zwei Wochen bestmöglich zu nutzen“, sagte Kühn, der im Dezember in Hochfilzen den Sprint gewonnen hatte. 

          Damen-Staffel auf Platz acht

          Nicht so erfolgreich lief es in der Staffel der Damen. Die deutsche Staffel belegte dort den achten Platz. Anna Weidel, die als einzige aus dem deutschen Quartett für Olympia nominiert ist, Franziska Hildebrand, Janina Hettich und Hanna Kebinger leisteten sich im Rennen über 4x6 Kilometer13 Nachlader und lagen 1:08,2 Minuten hinter den siegreichen Norwegerinnen um Tiril Eckhoff. Norwegen (1 Strafrunde+10 Nachlader) holte sich den ersten Staffelerfolg des Winters in 1:12:54,1 Stunden vor Russland (3+12/+24,6 Sekunden) und Frankreich (0+13/+32,6).   

          Der Deutsche Skiverband (DSV) setzte knapp zwei Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Peking (4. bis 20. Februar) bewusst nicht die besten Biathletinnen ein. Franziska Preuß, die sich nach einer Fußverletzung und Corona-Infektion im Aufbau befindet, fehlt beim Weltcup in Antholz ebenso wie Vanessa Hinz. Denise Herrmann und Vanessa Voigt sind nur im Massenstart am Sonntag (15.15 Uhr live in der ARD und bei Eurosport) im Einsatz.

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