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Biathlon : Angst kostet Kati Wilhelm den Sieg

  • Aktualisiert am

Ein Schuß ging daneben: Kati Wilhelm Bild: AFP

Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm hat beim ersten Weltcup-Sprint der Saison den zweiten Platz belegt. Bei böigem Wind mußte sie eine Strafrunde laufen, Martina Glagow wurde Dritte.

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          Ein Angst-Wackler beim letzten Schuß hat Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm den ersten Saisonsieg gekostet und Polens Magdalena Gwizdon den ersten Weltcup-Triumph ihrer Karriere beschert. Am Ende des 7,5-Kilometer-Sprintrennen von Östersund jubelte Martina Glagow über Platz drei und die auf Rang acht gelandete Andrea Henkel über das Gelbe Trikot der Gesamt-Führenden.

          „Das ärgert mich schon ein bißchen. Wenn ich so dicht am Sieg bin, dann will ich auch gewinnen. Aber beim letzten Schuß habe ich vor Angst gewackelt. Ich hätte viel schneller fertig werden können, aber der Kopf hat einfach nicht mitgemacht“, schimpfte Kati Wilhelm trotz der bislang besten Saisonleistung einer deutschen Skijägerin und 12.500 Euro Prämien. Die Gold-Sprinterin von Turin lief zwar schneller als ihre polnische Rivalin, die aber blieb am Schießstand fehlerfrei.

          „Gezeigt, daß ich ganz vorne mithalten kann“

          Die Weltcup-Titelverteidigerin und Topfavoritin Wilhelm revanchierte sich trotzdem für den enttäuschenden 23. Platz im 15-Kilometer-Auftaktrennen am schwedischen Polarkreis: „Da hatte ich dicke Mandeln und bin nicht voll gelaufen. Zum Glück war es diesmal nicht so eine Quälerei. Ich habe gezeigt, daß ich ganz vorne mithalten kann. Darüber bin ich eigentlich sehr froh.“

          Ähnlich ging es Martina Glagow, die nach dem ungewohnten Platz 63 über 15 Kilometer noch „total deprimiert“ war: „Ich hätte nicht gedacht, daß es schon so viel besser geht. Aber ich war richtig sauer auf meine Leistung im ersten Wettkampf. Da bin ich heute mit ganz viel Wut im Bauch losgerannt.“

          Klatschnasser Schnee

          Glagow lag an der letzten Zwischenzeit 1.200 Meter vor dem Ziel noch klar auf Platz vier, warf sich aber schließlich mit einer Zehntelsekunde Vorsprung auf die bitter enttäuschte Russin Tatjana Moisejewa als Dritte in den bei Temperaturen von sechs Grad über dem Gefrierpunkt klatschnassen Schnee.

          Die Tagesachte Andrea Henkel übernahm das Gelbe Trikot der Weltcupführenden. „Ich habe immer davon geträumt, einmal in Gelb zu laufen. Das habe ich aber noch nie geschafft. Ich kann es kaum glauben“, sagte die Thüringerin: „Jetzt freue ich mich besonders auf das nächste Rennen und werde alles versuchen, damit ich Gelb nicht gleich wieder hergeben muß.“

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