https://www.faz.net/-gtl-u4m6

Biathletin Magdalena Neuner : „Mensch, geht das schnell“

  • Aktualisiert am

Lässig: Gold-Lena vor der Holzhütt'n Bild: AP

Berühmt wollte sie nicht werden. Aber große Sportler hat sie immer bewundert. Jetzt ist sie Doppel-Weltmeisterin. Magdalena Neuner, die heute 20 Jahre alt wird, nimmt es gelassen: „Ich bin damit nicht überfordert“. Ein Interview über Lockerheit und den zweiten Schritt vor dem ersten.

          3 Min.

          Ein Ständchen von den Kolleginnen, Kuchen von Oma Dora und neue Angebote vom Manager - doch das schönste Geschenk für Golden Girl Magdalena Neuner zum 20. Geburtstag: „Meine Probezeit für den Führerschein ist jetzt vorüber“. Biathlon-Doppelweltmeisterin Magdalena Neuner im Interview über ihre Lockerheit und den zweiten Schritt vor dem ersten.

          Sie werden an diesem Freitag zwanzig Jahre alt. Ist das für Sie eine besondere Zahl, weil man jetzt erwachsen ist?

          Ich glaube, dass ich durch den Sport schon ein bisschen früher erwachsen werden musste. Ich bin auch nicht der Typ, der gerne Geburtstag feiert. Am liebsten würde ich es keinem sagen, aber das lässt sich jetzt nicht mehr verhindern. Eigentlich müsste man meiner Mutter gratulieren, dass sie mich auf die Welt gebracht hat, nicht mir. Aber was wichtig ist: Meine Probezeit für den Führerschein ist jetzt vorüber.

          „Ich bin fit und stecke noch voller Tatendrang”

          Sie haben jetzt zwei Wettkämpfe ausgelassen. War das für Sie eine Zwangspause?

          Es ist sogar schön, eine Pause zu haben. Die beiden Rennen waren ganz schön anstrengend, auch wenn es nicht so ausgesehen hat. Aber vor allem konnte ich jetzt ein paar Tage meine Medaillen genießen. Ich konnte die Füße ein bisschen hochlegen, und ich war zum Bummeln in Bruneck.

          Womit haben Sie sich belohnt?

          Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich habe nichts gekauft. Ich brauche einfach nichts. Ich bin wunschlos glücklich.

          Haben Sie sich wenigstens gut erholt?

          Meine Beine sind locker und leicht, das habe ich beim Joggen gemerkt. Ich bin fit und stecke noch voller Tatendrang.

          Dann geht das jetzt mit zwanzig Jahren so weiter wie am vergangenen Wochenende mit neunzehn?

          Ich habe mir überhaupt keine Ziele gesetzt. Ich möchte es genauso locker und lässig hinter mich bringen wie die zwei letzten Wettkämpfe. Da war ich ganz easy drauf, und so möchte ich wieder rangehen. Ich habe zwei Medaillen, ich habe bei der WM mehr erreicht, als man sich hat vorstellen können. Von daher ist es egal, was jetzt noch kommt.

          Ist diese Lockerheit ein Charakterzug, oder ist sie antrainiert?

          Das kann man so allgemein nicht beantworten. Ich glaube, es ist ganz wichtig im Sport, dass man nicht alles zu verbissen und verkrampft sieht. Aber in gewissen Situationen darf man auch nicht allzu locker sein. Ich bin ein ehrgeiziger Typ und verfolge meine Ziele schon sehr konsequent. Und wenn es momentan nicht so gut laufen würde, dann wäre ich wohl auch nicht so locker.

          Sie haben Martina Glagow als ihr Vorbild bezeichnet. Warum sind Sie nicht mit ihr auf einem Zimmer?

          Weil Martina schon seit ewigen Zeiten mit Andrea Henkel auf dem Zimmer ist. Die haben bald schon ihr Zehnjähriges. Ich war schon im Europacup immer mit Kathrin Hitzer zusammen, deswegen war das nie eine Frage.

          Erschrecken Sie manchmal über Ihr Tempo, mit dem Sie in die Weltspitze gerast sind?

          Ja, es ist für mich schon wahnsinnig überraschend. Bei mir geht alles immer ein bisschen schneller. Ich war relativ schnell im C-Kader, habe gleich eine Medaille bei der Junioren-WM gewonnen. Es kommt halt immer schon der zweite Schritt vor dem ersten. Manchmal denkt man schon: Mensch, geht das schnell, aber im Endeffekt habe ich auch kein Problem damit. Ich bin damit nicht überfordert.

          Weitere Themen

          Borussias neuer „Heiland“? Video-Seite öffnen

          Haaland vor Heimdebüt : Borussias neuer „Heiland“?

          Der junge Stürmer aus Norwegen wird von vielen BVB-Fans beim öffentlichen Training beobachtet – sein Debüt am Wochenende hat große Hoffnungen geweckt. Ist Erling Haaland der neue „Heiland“ für die Borussia?

          Topmeldungen

          Gefeiert wie ein Popstar: Heinz-Christian Strache am Donnerstagabend in Wien.

          Strache-Auftritt in Wien : „Hier steht das Original“

          Heinz-Christian Strache will in Österreich mit einer neuen „Bürgerbewegung“ in die Politik zurückkehren und seiner früheren Partei FPÖ das Leben schwer machen. Doch noch lässt er seine Anhänger zappeln – und vermeidet Festlegungen.

          Überfüllte Kliniken in China : Ein Patient alle drei Minuten

          Überfüllte Kliniken, gewalttätige Angehörige, Arztkosten als Existenzbedrohung, Menschen, die sich selbst ein Bein amputieren – und nun auch noch ein unbekannter Virus: In China sollte man besser nicht krank werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.