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Biathlet Schempp hört auf : „Es war mir eine Ehre“

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Kein Nachlader mehr: Simon Schempp hört auf Bild: dpa

Simon Schempp ist jahrelang eine Führungsfigur und Staffelschlussläufer der deutschen Biathleten. Aber sein Körper ist anfällig und zwingt ihn nun zu einem stillen Karriereende.

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          Simon Schempp will noch, sein Körper aber nicht mehr: Nicht ganz überraschend hat der langjährige Top-Biathlet nach 20 Jahren seine Sportkarriere beendet. „Seit einiger Zeit spüre ich, dass mein Körper nicht mehr voll belastbar ist, und an diesem Zustand konnte leider auch mein unbändiger Wille nichts ändern“, schrieb der 32 Jahre alte Uhinger am Donnerstag auf Instagram. „Schlussendlich konnte ich nicht mehr der Biathlet sein, der ich lange war, weder im Wettkampf noch im Training. Dieses Signal kann und will ich nicht länger ignorieren.“

          Deshalb sei es an der Zeit aufzuhören: „Natürlich war das die schwerste Entscheidung meiner Laufbahn, aber es fühlt sich gut und genau richtig an.“ Ganz überraschend kommt dieser Schritt nicht. Denn Schempp, der jahrelang der Taktgeber im deutschen Team war ist in diesem Winter auch mit seinem dritten Versuch gescheitert, wieder in die Weltspitze zurückzukehren.

          „Lieber Simon, danke für die gemeinsame Zeit und alles Gute für Deine Pläne abseits des Lebens als Athlet. Alles Weitere persönlich“, schrieb Olympiasieger Arnd Peiffer auf Facebook. Der Norweger Tarjei Bö schrieb unter Schempps Posting: „Den ganzen Weg zusammen, seit wir 18 Jahre alt waren: Einer meiner besten Freunde im Feld, und hier ist ein großer Applaus für eine erstaunliche Karriere.“

          Schempp hatte nach einer guten Saisonvorbereitung die Qualifikation für das Weltcupteam verpasst. Bei seinen beiden Weltcupstarts in Oberhof Anfang Januar war der zweimalige Olympia-Zweite nur 45. und 58. geworden und wieder aus dem Team genommen worden. „Simon war über Jahre eine der wichtigsten Stützen, er ist ein absoluter Vorzeigeathlet, der in den langen Jahren seiner Biathlon-Karriere die Mannschaft geprägt und sich vor allem durch hohen Trainingsfleiß und seinen starken Willen ausgezeichnet hat. Wir alle hätten Simon von Herzen gegönnt, dass er nach seiner langwierigen Verletzung zurück zu alter Stärke findet“, sagte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler.

          Schempp wurde 2017 Weltmeister im Massenstart und verpasste ein Jahr später in der gleichen Disziplin nur um Zentimeter gegen den Franzosen Martin Fourcade den Olympiasieg. Neben acht WM-Medaillen holte der „Schemppinator“ bei Olympia zweimal Silber und einmal Bronze.

          Daumen drücken für Freundin Franziska Preuß

          Seit seinem Weltcup-Debüt 2009 in Vancouver war er fester Bestandteil des Nationalteams. Doch nach einem Radsturz im Sommer 2018 hatte Schempp immer wieder Probleme und fand nie zu alter Form zurück. In diesem Jahr verpasste der zwölfmalige Weltcupsieger, der während seiner Karriere immer wieder mit teils gravierenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, zum dritten Mal nacheinander eine WM. Der Wahl-Ruhpoldinger will sich nun auf seine berufliche Ausbildung konzentrieren und strebt ein Hochschulstudium an.

          Bereits im Sommer waren Rücktrittsgedanken aufgekommen. „Aber ich hatte noch nicht das Gefühl, dass ich am Ende bin“, hatte Schempp vor dem Saisonstart der dpa gesagt. Doch nun ist er es. „Es war eine unheimlich intensive, fordernde, lehrreiche, aber vor allem eine wunderschöne, erfolgreiche Reise. Dank Dir, liebes Biathlon, durfte ich große Erfolge feiern, die immer in meinem Kopf und vor allem in meinem Herzen bleiben!“, schrieb Schempp: „Es war mir eine Ehre.“ Von nun an wird er vor allem seiner Freundin Franziska Preuß weiter die Daumen drücken.

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