https://www.faz.net/aktuell/sport/wintersport/biathlet-michael-roesch-widmet-erfolg-in-pokljuka-verstorbenem-klaus-siebert-14569325.html

Biathlet Michael Rösch : „Das ist für Dich, Klaus!“

  • Aktualisiert am

Gruß gen Himmel: Michael Rösch widmete seinen sechsten Platz dem verstorbenen Klaus Siebert Bild: Picture-Alliance

Der deutsche Biathlet Michael Rösch beendet als Wahl-Belgier in Pokljuka seine sportliche Leidenszeit. Danach fließen die Tränen: Er widmet den Erfolg seinem verstorbenen Trainer.

          1 Min.

          Weinend stand der Wahl-Belgier Michael Rösch vor der TV-Kamera. Den größten Erfolg seit seinem Nationenwechsel widmete der Sachse seinem früheren Trainer Klaus Siebert: „Das ist für Dich, Klaus!“ Der letzte noch aktive deutsche Biathlon-Olympiasieger war hin und weg – er wurde in Slowenien zum Sieger der Herzen.

          „Entschuldigung, es ist ein popeliger sechster Platz im Weltcup, aber für mich bedeutet das die Welt. Ich habe so viel aufgegeben, wirklich alles, alles, was ich habe“, sagte Rösch. „Das ist einfach ein geiles Gefühl, wieder hier zu stehen und zu sagen: Das hast Du Dir erarbeitet und erkämpft.“

          Bei den Olympischen Spielen in Sotschi trainierte Klaus Siebert noch die weißrussische Top-Athletin Darya Domracheva. Im April 2016 starb er an seiner Krebserkrankung.
          Bei den Olympischen Spielen in Sotschi trainierte Klaus Siebert noch die weißrussische Top-Athletin Darya Domracheva. Im April 2016 starb er an seiner Krebserkrankung. : Bild: Picture-Alliance

          Männer-Bundestrainer Mark Kirchner freute sich mit seinem ehemaligen Schützling, der nicht immer einfach war. „Er ist durch viele Krisen und Täler gegangen. Es tut ihm sehr gut, dass er wieder mal so ein Topergebnis für sich verbuchen kann.“ Vom Kirchner-Team war in Pokljuka nur Simon Schempp als Fünfter in der Verfolgung besser als Rösch. „Ich wünsche ihm, dass er noch ein paar solche Ergebnisse zusammenbringt“, sagte Kirchner.

          Weil es in Deutschland für Rösch nicht mehr weiterging, startet er nun für Belgien und trainiert mit den Schweizern. Dabei war er einmal als größtes deutsches Talent gehandelt worden, war 2006 sogar Fünfter im Gesamtweltcup. Der für seine markigen Sprüche bekannte Skijäger konnte an seine Leistungen nach dem Olympiasieg aber nicht mehr anknüpfen. Er wählte den Notausgang.

          Um für Belgien starten zu können, gab er seinen Beamtenstatus auf Lebenszeit bei der Bundespolizei auf, verkaufte sein Haus. Die Einbürgerung verzögerte sich, Rösch verpasste Olympia in Sotschi. Danach kamen gesundheitliche Probleme hinzu. „Nun bin ich fit“, sagte er. „Viele haben mir einen Vogel gezeigt, mir den Rücken zugedreht“, sagte er nach dem Jagdrennen. Als er in Pokljuka realisierte, dass ein Top-Ergebnis herausspringen würde, kamen die Tränen. „Ich habe in der letzten Runde an meinen Coach Klaus Siebert gedacht und geheult.“

          Siebert war am 24. April an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben. Er formte unter anderen die Weißrussin Darja Domratschewa oder den aktuellen Russland-Trainer Ricco Groß zu Spitzen-Biathleten. Auch Rösch hatte lange Zeit bei Siebert trainiert.

          Weitere Themen

          Down under obenauf

          Australischer WM-Erfolg : Down under obenauf

          Dank eines Treffers von Duke gewinnt Australien gegen Tunesien und meldet sich im Kampf um den Einzug ins WM-Achtelfinale zurück. Den Nordafrikanern droht wieder mal das frühe Aus.

          Topmeldungen

          Putin mit den Müttern von Kämpfern

          Putin trifft Mütter : Lieber Heldentod als Verkehrsunfall

          Um auf Kritik zu reagieren, arrangiert der Kreml ein Treffen mit ausgewählten Müttern von Kämpfern. Ihnen erzählt der Präsident, wie gut es sei, für die Heimat zu sterben statt durch Alkohol oder einen Unfall.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.