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Biathlet Arnd Peiffer glänzt : Premiere im Hexenkessel

  • Aktualisiert am

Der Biathlet mit dem besten Hochdeutsch kommt aus Clausthal-Zellerfeld Bild: AP

Ist Arnd Peiffer die männliche Antwort auf Magdalena Neuner? So senkrecht wie der smarte Niedersachse ist die inzwischen sechsmalige Biathlon-Weltmeisterin aus Wallgau nicht in ihren ersten Weltcup gestartet.

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          Sitzt da die männliche Antwort auf Magdalena Neuner? Obwohl: So senkrecht wie der smarte Niedersachse ist die inzwischen sechsmalige Biathlon-Weltmeisterin aus Wallgau nicht in ihren ersten Weltcup gestartet. Und beim Hochdeutsch kann sie schon gar nicht mithalten.

          Arnd Peiffer, mit zwei „eff“, und zwar beide in der Mitte, kommt aus dem Harz und hatte keinen einzigen Weltcup-Einsatz, bevor Bundestrainer Frank Ullrich den 21 Jahre alten Skijäger ohne Vorgeplänkel in den Hexenkessel der Skiarena am Rennsteig geschickt hat. Als dritten Mann einer Verlegenheitsstaffel, die dem Personalmangel geschuldet war. Und was passiert? Das zusammengewürfelte Team wird Dritter hinter Österreich und Russland. Die bisher beste Plazierung des Winters (siehe auch: Männer-Staffel: Die große Stunde der Debütanten).

          „Man hört den eigenen Atem nicht“

          Das ist vor allem das Verdienst von Arnd Peiffer. Zehn Schuss, zehn Treffer. In ruhigem Tempo. Trotz Gänsehaut, trotz der überwältigenden Kulisse. Der Mann, der mit zehn Jahren zum Biathlon gekommen ist und im Skiinternat Clausthal 2006 das Abitur gemacht hat, trainiert zwar seit einem halben Jahr bei Mark Kirchner am Stützpunkt Oberhof, „weil ich mich nur mit einer starken Trainingsgruppe weiterentwickeln kann, aber ich hatte ja keine Ahnung, was mich hier im Weltcup erwartet. Man hört ja seinen eigenen Atem nicht.“

          „Mach alles wie im Training” - und Arnd Peiffer machte es gut
          „Mach alles wie im Training” - und Arnd Peiffer machte es gut : Bild: dpa

          Den Eltern hatte er vorsichtshalber Stadionverbot erteilt. „Wenn die da sind, will man was Besonderes machen.“ Und er hatte doch schon Stress genug. Was ihn nicht davon abhielt, sich wie ein alter Hase zu präsentieren. „Mach alles wie im Training und lass dich nicht verleiten, zu überziehen“ - diese ehernen Grundsätze hat er beherzigt. Beinahe wenigstens. Denn in der Schlussrunde „konnte ich mich nicht mehr zügeln“.

          „Ich bin da doch nur reingerutscht“

          Und er ist am Russen Dimitri Jaroschenko vorbeigebraust. „Ich weiß, dass ich den Toni Lang dadurch in eine schwierige Situation gebracht habe.“ Der andere Staffel-Debütant, vier Jahre älter und mit etwas mehr Weltcup-Erfahrung ausgestattet, musste als Erster auf die Schlussetappe. Am Ende stand Platz drei wie gemeißelt.

          Polizeimeisteranwärter Peiffer bleibt dennoch bescheiden. Er war ja schon froh, dass er im Sommer bei zwei Lehrgängen der Weltcupmannschaft mitmachen durfte. Und bis Oberhof hat er im zweitklassigen IBU-Cup eine gute Rolle gespielt. „Ich bin da doch jetzt nur reingerutscht, weil viele krank waren.“ Es hat allerdings selten einen gegeben, der seine Ersatzrolle so überzeugend gespielt hat.

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