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Vierschanzentournee : Deutsche Adler, österreichische Tiefflieger

Es geht im Flug: Markus Eisenbichler will seine Chance nutzen bei der Vierschanzentournee. Bild: AFP

Die deutschen Skispringer haben Markus Eisenbichler, die Österreicher derzeit keinen Überflieger. Kein Wunder, dass Bundestrainer Werner Schuster heim geholt werden soll nach Austria.

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          Schon wieder eine Schanze, die Markus Eisenbichler im Schlaf runterspringen kann? Am Bergisel wird sich am heutigen Freitag (14 Uhr/ F.A.Z.-Liveticker zur Vierschanzentournee und ARD) zeigen, ob der flugbegabte Oberbayer weiter im spannenden und engen Kampf um den Titel bei der Vierschanzentournee bleibt. Oder ob das japanische Fluggenie Ryoyu Kobayashi schon wieder ein Weltcupspringen gewinnt und mit dann schon drei Siegen in Folge Kurs auf Bischofshofen, Ruhm, Ehre und Goldenen Adler nimmt.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Mittwoch war Ruhetag. Zeit, um die Kräfte zu bündeln, den Kopf frei zu bekommen und im tief verschneiten Seefelder Teamquartier ein wenig Athletiktraining zu absolvieren, um im Fluss zu bleiben. „Mit alldem, was ich derzeit mache, bin ich ziemlich sicher“, sagte Eisenbichler, der Zweite der Gesamtwertung, der sich dank seiner bravourösen Vorstellungen von Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen eine exzellente Basis für die zweite Tourneehälfte geschaffen hat. Dass er im zukünftigen WM-Ort Seefeld „etwas Abstand von dem ganzen Trubel“ genommen hat, war richtig und wichtig – auch wenn es für die Qualifikation nicht unbedingt förderlich war. Wie schon in Oberstdorf, wo er im Wettkampf am Tag danach Zweiter wurde, glückte ihm der Qualifikationssprung nicht wunschgemäß. „Jetzt habe ich mal einen verhaut“, sagte Eisenbichler, der in seinem Schaukelflug mit den Armen gerudert hatte und schon nach 116 Metern landete. „Es war keine Granate, aber es war nur die Quali, Gott sei Dank.“

          Kobayashi fliegt und fliegt

          Sein großer Rivale Kobayashi präsentierte sich am Bergisel weiter im Siegmodus und entschied mit 126,5 Metern die Qualifikation für sich. Auch Werner Schuster wollte Eisenbichlers Sprung, mit dem er 32. wurde, nicht überbewerten. „Markus gibt bei uns die Pace vor“, sagte der Bundestrainer über die neuen Kräfteverhältnisse bei der Springer-Crew des Deutschen Skiverbandes (DSV).

          Eigentlich wurde Richard Freitag und Andreas Wellinger für die 67. Auflage des grenzüberschreitenden Flugvergnügens am meisten zugetraut. Doch sie kamen nicht recht in Schwung. Einige Wochen vor der Tournee brachten sich dann Karl Geiger und Stephan Leyhe in Stellung. Doch auch ihnen blieben die ganz großen Sprünge versagt. Dass nun mit Eisenbichler jemand in den Blickpunkt gerückt ist, der zwar als Trainingsweltmeister gilt, im Wettkampf aber zumeist den Erwartungen hinterhersprang, unterstreicht die große Breite des deutschen Kaders. Voller Stolz sagte Schuster vor der Weiterfahrt vom Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen zur dritten Tourneestation nach Innsbruck: „Zweimal schon haben wir jetzt zwölf unserer Springer unter den besten fünfzig der Welt gehabt. Das zeigt, dass unsere Strukturen stimmen. Die nationale Gruppe hat einen guten Job gemacht.“

          Und einer ganz besonders: Constantin Schmid. Er darf für den schon Richtung Klingenthal zum Continental Cup abgereisten Severin Freund nach den beiden guten Wettkämpfen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen nun auch in Innsbruck und Bischofshofen zeigen, dass er viel gelernt und den Abstand auf die vermeintlich Großen im Team verkürzt hat.

          Eisenbichler weiß um seine Chance

          Auch Markus Eisenbichler hat während der bisherigen Tourneetage viel gelernt. Vor allem dies: Mag der Dominator dieses Skisprung-Winters auch nur schwer zu besiegen sein, unter Druck setzen aber kann der Deutsche den Japaner Kobayashi sehr wohl. „Markus zeigt jetzt sein Niveau, er ist aber der Herausforderer“, sagte Schuster. „Es führt der dominierende Mann.“ Verfolgt von einem vor Selbstbewusstsein strotzenden 27 Jahre alten Siegsdorfer, „der mit jedem Sprung selbstsicherer wird“, wie Schuster findet. „Es ist sehr erfreulich, dass Markus sehr nah dran ist.“

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