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Alpine Ski-WM : Super-Anja gewinnt zweite Goldmedaille

  • Aktualisiert am

Party mit Pärson Bild: AP

Die Schwedin Anja Pärson hat bei ihrer Heim-WM in Are nach dem Super-G auch die Super-Kombination gewonnen. „Das ist Wahnsinn“, sagte Maria Riesch, die Siebte wurde, über den Auftritt der skandinavischen Ski-Königin.

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          Anja Pärson zelebriert bei den Ski-Weltmeisterschaften in Schweden ihre eigenen Festspiele. Nach dem Triumph im Super-G holte sich die 25-Jährige am Freitag in Are eindrucksvoll auch den Sieg in der Super-Kombination.

          Bereits in der Abfahrt war sie eine Klasse für sich. Danach konnte sie ihren Vorsprung im Slalom mit einem taktisch klugen Lauf behaupten und sicherte sich im Flutlicht-Rennen unter dem Jubel ihrer Landsleute die Goldmedaille. Silber ging in Abwesenheit von Kombinations-Olympiasiegerin Janica Kostelic an Julia Mancuso aus den Vereinigten Staaten. Dritte wurde die Österreicherin Marlies Schild. Mit einer furiosen Slalom-Vorstellung und Laufbestzeit auf der 567 Meter langen Strecke fuhr Schild noch von Platz zehn auf drei vor, doch an Mancuso und vor allem an Pärson gab es kein Vorbeikommen.

          „Das ist Wahnsinn“

          Als beste Deutsche kam Maria Riesch aus Partenkirchen auf den siebten Platz. Zu einer Medaille fehlten ihr 1,48 Sekunden. Über die Pärson-Show konnte sie nur staunen. „Das ist Wahnsinn“, sagte Riesch voller Anerkennung über den Auftritt der skandinavischen Ski-Königin.

          Wintersport blau-gelb
          Wintersport blau-gelb : Bild: AP

          „Ich glaube, dieser Lauf war der schwierigste Lauf meines Lebens. Ich war sehr nervös. Das ist unglaublich“, sagte Pärson, die nach einer Knie-Operation im Sommer lange vergeblich auf der Suche nach der Form vergangener Jahre war und sich mit zwei dritten Plätzen im Weltcup begnügen musste.

          Pärsons Traum von fünf Medaillen

          Zwei Rennen bei der Heim-WM, zwei Siege - eine derart dominante Rückkehr auf den alpinen Thron hatte vor Wochen keiner von Pärson erwartet. Die Slalom-Olympiasiegerin zog mit ihrem insgesamt sechsten WM-Titel sogar an ihrem Idol Ingemar Stenmark (fünf WM-Erfolge) vorbei und sorgte für eine überschwängliche Apres-Ski-Party in blau- gelb.

          Zwei Titel holte sich die Schwedin schon bei den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Bormio, doch dort war Janica Kostelic (Kroatien) mit drei Siegen die Hauptdarstellerin. Diese Rolle will Pärson sich auf der Bühne vor heimischem Publikum nicht nehmen lassen und schaffte bei der WM ihren ersten Kombinations-Erfolg überhaupt.

          Nur Riesch konnte überzeugen

          Pärson, die bei den letzten drei Spezialslaloms vor dem Saisonhöhepunkt ebenso wie bei den zwei Super-Kombinationen im WM-Winter ausgeschieden war, träumt nach dem perfekten Auftakt bei der Heim-Party von fünf Mal Gold: Das gab es noch nie. Den nächsten Coup will Pärson bei der Abfahrt am Sonntag (12:30 Uhr / Ski-WM: Live-Ticker) landen, wo sie im Training in einer anderen Liga fuhr.

          Nach guter Leistung in der Abfahrt behauptete Maria Riesch im Slalom, den sie in ihrem Comeback-Winter nach zwei Kreuzbandrissen kaum trainiert hatte, ihren siebten Rang. „Ich hab mir auch ein bissl mehr erhofft. Die letzte Attacke hat gefehlt“, sagte die 22-Jährige nach einem Wettbewerb, der „nichts für schwache Nerven“ war. Während Riesch sich dennoch achtbar aus der Affäre zog, enttäuschten die anderen beiden deutschen Starterinnen. Fanny Chmelar (Partenkirchen) wurde 23., Gina Stechert (Oberstdorf) schied im Slalom aus. Petra Haltmayr schonte sich für die Spezialabfahrt.

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