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Alpine Ski-WM : Nicole Hosp erlöst Österreich

  • Aktualisiert am

Wonneproppen: Nicole Hosp Bild: AP

Nicole Hosp hat bei der alpinen Ski-WM in Are den Riesenslalom gewonnen - und die stolze Ski-Nation Österreich atmet auf: Endlich die erste Gold-Medaille. Die DSV-Starterinnen Hölzl und Rebensburg überraschten mit Rang sechs und acht.

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          Sechsmal probiert, sechsmal ist nichts passiert: Erst im siebten Anlauf gewann die stolze Ski-Nation Österreich bei der alpinen WM in Are die ersehnte Goldmedaille. Entsprechend groß war die Erleichterung bei Athleten, Trainern und Medien. „Das Warten hat ein Ende: Weltmeisterin Nicole Hosp!“, titelte der Kurier. Die Kronenzeitung schrieb: „Endlich WM-Gold! Nichts glänzt so schön wie Gold.“ Der Standard meinte: „Der Bann ist gebrochen.“ Nicole Hosp hat bei den alpinen Weltmeisterschaften im schwedischen Are den Riesenslalom gewonnen. Die WM-Abfahrts-Dritte gewann dank eines fantastischen zweiten Laufs überlegen den Nachtslalom und erlöste damit die Alpen-Republik.

          Anja Pärson, Riesenslalom-Weltmeisterin 2003 und 2005, ging nach Zwischenrang 7 im zweiten Durchgang zu viel Risiko. Sie landete ihren berühmten Bauchplatscher diesmal schon mitten im Hang und beendete damit unsanft den Traum vom vierten Gold bei der Heim-WM. Ersatz-Schwedin auf dem Podium wurde überraschend Maria Pietilae-Holmner mit 85 Hundertstel Sekunden Rückstand auf Hosp. Dritte wurde Denise Karbon aus Italien. Die Bischofswiesenerin Kathrin Hölzl verpasste als Sechste knapp eine Medaille. Die erst 17 Jahre alte Viktoria Rebensburg (Kreuth) überraschte als Achte.

          Pärson zählte zu den ersten Gratulanten

          „Ich kann es nicht wirklich fassen“, sagte Hosp. „Es ist wie ein Traum. Ich habe davon nachts geträumt.“ Hosp ist nach elf Weltmeisterschaftsrennen nacheinander, in denen sich Pärson und die in diesem Winter pausierende Janica Kostelic (Kroatien) die Siege unter sich aufteilten, die erste andere Gewinnerin. „Ich werde attackieren“, hatte sie angekündigt und hielt mit Laufbestzeit Wort. Zu den ersten Gratulantinnen zählte auch Pärson, die nach drei Mal Gold bei der Heim-WM mit der Niederlage gut leben konnte.

          Tolles Rennen in den Lichtern von Are
          Tolles Rennen in den Lichtern von Are : Bild: AP

          Auf dem von ihrem Vater Anders Pärson fair und einfach gesetzten ersten Durchgang taten sich einige favorisierte Fahrerinnen schwer. Vor allem die hoch gewetteten Österreicherinnen Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser und Marlies Schild verspielten schon hier ihre Siegchancen. Olympiasiegerin Julia Mancuso führte nach dem ersten Durchgang vor der Tschechin Sarka Zahrobska und der Kanadierin Genevieve Simard. Doch alle drei fielen im zweiten Durchgang nach verbremsten Läufen noch aus den Medaillenrängen heraus.

          „Da habe ich voll einen runtergelassen“

          Mit der Last aller deutscher Medaillenhoffnungen war die 22-jährige Kathrin Hölzl das Rennen angegangen. Doch der erträumte Medaillencoup und das erste Einzel-Edelmetall für Deutschland seit sechs Jahren blieb aus. Einen Rückstand von 0,88 Sekunden nach dem ersten Durchgang konnte sie trotz einer beherzten Vorstellung im zweiten Lauf nicht mehr aufholen. „Das war nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ich bin eher ein bisschen enttäuscht“, sagte Hölzl zur letztlich aber ordentlichen WM-Premiere.

          Sehr stark präsentierte sich Rebensburg, die sich mit einem zwar nicht fehlerfreien , aber sehr mutigen zweiten Durchgang mit drittbester Laufzeit noch von Rang 21 auf Platz acht vorarbeitete. „Der erste Lauf war nicht so gut, im zweiten habe ich endlich das gezeigt, was ich auch im Training kann. Da habe ich voll einen runtergelassen“, sagte Rebensburg. Die weiteren deutschen Starterinnen hatten einige Schwierigkeiten beim Flutlichtrennen. Die Partenkirchenerin Maria Riesch fuhr von Platz 30 wenigstens noch auf Rang 23 vor, Carolin Fernsebner (Ramsau) schied im zweiten Durchgang aus.

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