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Alpine Ski-WM : Das Comeback der Stars

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Bode Miller mit Frau und Kind: „Vertrauen, dass ich den Speed habe für eine Medaille“ Bild: AFP

Bode Miller und Aksel Lund Svindal haben in dieser Saison noch kein Weltcup-Rennen bestritten, wollten aber im WM-Super-G starten – dann machte ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

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          „Ich möchte nicht zuschauen. Als Zuschauer hast du keine Chance“, sagt Aksel Lund Svindal und begründet so mit lockeren Worten sein Comeback als alpiner Ski-Rennfahrer ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft an diesem Mittwoch – bevor das Rennen wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Siegchancen beim Super-G rechnete sich der Norweger sowieso nicht aus, antreten wollte er trotzdem: „Ich habe nichts zu verlieren, also werde ich starten“, sagte er nach einer guten Leistung beim Abfahrtstraining in Beaver Creek. „Was drin ist, kann ich nicht sagen. Aber ich kann hier runter fahren und es ist sicher“, kommentierte der Super-G-Olympiasieger von 2010. „Ich bin kein Medaillenfavorit, aber es könnte Spaß machen.“

          Svindal hat sich vor dreieinhalb Monaten beim Fußballspielen die Achillessehne gerissen. Eigentlich sollte die Saison für ihn beendet sein. Nun will er mit einem Spezialschuh antreten. In der Leichtathletik würde er so keinen Wettkampf bestreiten können. „Aber in den harten Skischuhen sollte es gehen“, so Svindal. Der 32Jährige ist mit elf Medaillen und 25 Weltcupsiegen einer der erfolgreichsten aktiven Skirennfahrer dieser Zeit. Dennoch bleibt er Realist: „Die anderen fahren seit drei Monaten Rennen, ich bin wochenlang auf Krücken gegangen“, erklärte er in der Elkhorn Lodge von Beaver Creek, wo er seine Entscheidung unter großer medialer Anteilnahme mitteilte.

          Auch der amerikanische Star Bode Miller hatte sein Rückkehr für den Super-G angekündigt. Miller wurde vor zehn Wochen am Rücken operiert. Er hat ebenso wie Svindal in dieser Saison noch kein Weltcup-Rennen bestritten. Doch im Gegensatz zum zurückhaltenden Norweger sieht sich der Amerikaner durchaus bereits in WM-Form.

          Seine Coaches „haben das Vertrauen, dass ich den Speed habe für eine Medaille - und deswegen sind wir alle hier. Da sind wir uns alle einig“, sagte der viermalige Weltmeister, der zuletzt in Bormio 2005 Gold in Abfahrt und Super-G gewann. Mit mittlerweile 37 Jahren ist er nicht mehr der Jüngste, doch noch in Sotschi 2014 holte der amerikanische Freigeist Olympia-Bronze in Super-G. Am Dienstag im Abfahrts-Training war er im Wettbewerb der „Nachrücker“ gerade mal zwei Hundertstelsekunden langsamer als Svindal. Der Norweger wurde Elfter, Miller Zwölfter.

          Aksel Lund Svindal: „Ich habe nichts zu verlieren, also werde ich starten“

          Für die deutschen Skirennfahrer wäre es nur darum gegangen, einigermaßen mitzuhalten. In Colorado sollten Josef Ferstl, Andreas Sander und Klaus Brandner am Start stehen. Als Zielvorgaben hatte der Deutsche Skiverband Top-15-Resultate für seine Speed-Spezialisten ausgegeben. Ein Platz unter den besten 15 peilte auch Ferstl an. „Das ist das große Ziel, ich hoffe, das schaffe ich“, sagte er nach der Abfahrts-Trainingsfahrt, die er auf Platz 21 beendete. Sander wurde nach einer guten Leistung als bester Deutscher Achter, Brandner belegte den 30. Rang.

          Als Favorit auf Gold galt der Norweger Kjetil Jansrud, Olympiasieger von Sotschi, der zudem die aktuelle Weltcup-Wertung im Super-G anführt. Auch Kitzbühel-Sieger Dominik Paris aus Italien wurde in Beaver Creek eine Medaille zugetraut. Jansrud hatte seine Favoritenrolle mit einer Bestzeit im ersten Abfahrtstraining untermauert. Er war am Dienstag 0,08 Sekunden schneller als Max Franz. Dritter wurde bei der ersten Übungsfahrt auf der „Birds of Prey“ in Beaver Creek Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer, ein weiterer Österreicher. NUn müssen die Organisatoren einen Ausweichtermin finden.

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