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Alpin-Weltcupfinale : Hölzl erstmals auf dem Podium

  • Aktualisiert am

Kathrin Hölzl sauste auf Platz zwei in Lenzerheide Bild: dpa

Kathrin Hölzl sorgte mit ihrem zweiten Platz im Riesenslalom von Lenzerheide für ein deutsches Happyend in diesem Winter. Im letzten Saisonrennen wurden Marlies Schild und Benny Raich im Gesamtweltcup noch von Nicole Hosp und Aksel Lund Svindal abgefangen.

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          Beim Krimi um die Entscheidung im alpinen Gesamtweltcup gab es für Österreichs Traumpaar kein Happy End, dem deutschen Riesenslalom-Ass Kathrin Hölzl bescherte das Weltcup-Finale dafür ihre schönste Hauptrolle. Am Ende eines durchwachsenen Winters der deutschen Skirennfahrer erreichte die Bischofswiesenerin als Zweite des Riesenslaloms auf der Lenzerheide (Schweiz) am Sonntag ihr erstes
          Weltcup-Podium. Die großen Gewinner des Wochenendes waren Aksel Lund Svindal (Norwegen) und Nicole Hosp (Österreich), die auf dem Zielhang der Saison das lange führende Liebespaar Marlies Schild/Benjamin
          Raich noch abfingen und erstmals die Große Kristallkugel holten.

          Hosp benötigte bei ihrem Riesenslalom-Sieg eine starkeVorstellung, um den ersten Weltcup-Sieg der führenden Hölzl noch zu verhindern. „Ein Wahnsinn. Nach dem ersten Lauf war ich ein bisschen aufgeregt. Aber ich bin voll gefahren und dachte, es kann nichts passieren“, sagte die gerade erst von einer Herzbeutelentzündung genesene 22-Jährige. „Sie hat in den letzten Jahren eine Riesenentwicklung gehabt“, sagte Cheftrainer Mathias Berthold nach dem insgesamt sechsten Podesplatz für den Deutschen Skiverband (DSV) in einem schwierigen WM-Winter.

          „Gut angefangen, gut aufgehört“

          „Wir haben gut angefangen und gut aufgehört. Leider sind wir Januar und Februar klar unter unseren Möglichkeiten geblieben. Insgesamt war es eine leichte Leistungssteigerung, aber es war nicht das, was ich möchte“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier und wird als erste Konsequenz bis Ende des Monats Wochen einen neuen Herren-Cheftrainer für Werner Margreiter präsentieren. Für die neue Saison setzt er schon jetzt besonders auf Maria Riesch, die zum Abschluss ihrer Comeback-Saison überzeugte und bei vier Starts im Finale vier Mal in die Top-Ten kam.

          „Super, Maria ist sehr gutes Weltcup-Finale gefahren“, lobte auch Berthold seine Beste, die in Lake Louise den einzigen DSV-Sieg eingefahren hatte. In der Gesamtwertung belegte Riesch als beste Deutsche Platz 14, der verletzt fehlende Felix Neureuther (Partenkirchen) rutschte auf Rang 32 ab. 23 Saisonsiege und damit einen Rekord gab es für Österreichs Skidamen, die den Kampf um den Weltcup am Ende unter sich ausmachten. Mit dem Riesenslalom-Erfolg am Sonntag vor Hölzl und Michael Kirchgasser (Österreich) vollendete die 23-jährige Hosp das, was sie am Samstag mit dem Slalom-Sieg vor Anja Pärson (Schweden) und Veronika Zuzulova (Slowakei) begonnen hatte.

          7/100 Sekunden entscheiden Gesamtweltcup

          Letztlich souverän mit 90 Punkten Vorsprung beschloss Hosp im Gesamtweltcup eine spannende Saison, bei den Herren gab es ein wahres Herzschlagfinale. Gerade einmal 7/100 Sekunden entschieden über den
          Herren-Gesamtweltcup. Svindal genügte im Slalom ein 15. Platz, um mit 13 Punkten Vorsprung Titelverteidiger Raich zu entthronen und die Große Kristallkugel zu gewinnen. Raich nutzte auch ein Sieg im letzten
          Weltcup-Rennen nichts mehr, da er tags zuvor beim Riesenslalom-Sieg Svindals ausgeschieden war. Der 24-jährige Norweger hatte im Slalom nur 7/100 Sekunden Vorsprung auf Platz 16, der keine Punkte mehr eingebracht und Raich den Gesamtsieg beschert hätte.

          „Es gibt kein größeres Ziel für einen Skirennfahrer als den Gesamtweltcup“, sagte Doppel-Weltmeister Svindal, der trotz einer schlaflosen Nacht Maßarbeit leistete und Raich mit drei Siegen in vier Rennen des Weltcupfinales noch abfing. „Es war kein einfacher Tag. Ich bin froh, dass er vorbei ist.“ Sowohl zur WM als auch zum Saison-Finale war Weltcup-Fleißbiene Svindal, der als einziger alle 36 Saisonrennen bestritt, jeweils in Topform.

          In der Gesamtwertung war Svindal letztlich mit 1268 Punkten vor Raich (1255). Einen knapperen Vorsprung hatte es zuletzt vor 21 Jahren gegeben, damals jedoch mit einem anderen Punktesystem. Raich, der als Führender ins letzte Weltcup-Wochenende gegangen war, lag im 0,97 Sekunden vor Weltmeister Mario Matt aus Österreich und sicherte sich damit auch den Sieg im Slalom-Weltcup vor Matt. „Es ist falsch, jetzt rumzujammern. Aksel ist ein super Typ und hat verdient gewonnen“, meinte Raich.

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