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Abbruch im Ski-Weltcup : Schwere Verletzung bei Chaos-Slalom in Zagreb

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Die Piste ist zu weich für den Weltcup-Slalom in Zagreb. Bild: AP

Nach 19 von 61 Startern wird der Weltcup-Slalom in Zagreb abgebrochen. Die Piste ist nicht mehr fahrbar. Für den französischen Olympia-Dritten Victor Muffat-Jeandet endet das Rennen besonders bitter.

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          Linus Straßer schüttelte im Zielraum den Kopf, sein Schweizer Rivale Luca Aerni tippte sich mit dem Finger an die Stirn. 19 der 61 geplanten Starter hatten sich beim Slalom in Zagreb schon den ramponierten Hang heruntergequält, ehe das Rennen am Donnerstag abgebrochen wurde. Die Piste sei zu weich, entschied der Weltverband Fis. Der Torlauf hätte ursprünglich am Mittwoch stattfinden sollen, war wetterbedingt aber auf Donnerstag verlegt worden. Doch der Schnee hielt den Temperaturen nicht stand. Was besonders Straßer ärgern dürfte, der die nationale Olympia-Norm noch nicht geknackt hat.

          „Die Entscheidungen in den letzten zwei Tagen waren wirklich komisch“, sagte der frustrierte Norweger Henrik Kristoffersen der ARD. „Die Bedingungen der Piste sind nicht gut. Das ist heute nicht besser als gestern.“ Alles sei ein „Chaos jetzt“. Zumal der alpine Ski-Tross zügig nach Adelboden (Schweiz) weiterreisen muss, wo schon am Wochenende die nächsten zwei Technikrennen der Herren anstehen. Für einen lief es besonders bitter: Dem französische Olympia-Dritte Victor Muffat-Jeandet brach bei einem Sturz auf der kaum fahrbaren Piste der Knöchel, wie sein Team am Nachmittag mitteilte.

          Straßer, der als einziger von insgesamt fünf deutschen Athleten schon im Ziel war, lag zum Zeitpunkt des Abbruchs auf Rang neun – 2,16 Sekunden hinter dem führenden Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag aus Norwegen. „Es hat sich angefühlt, als wäre ich als 60. nach unten gefahren und nicht als 14.“, sagte der Sportler vom TSV 1860 München. Dennoch hatte er eine durchaus solide Vorstellung gezeigt und eine klare Leistungssteigerung gegenüber den vergangenen beiden Slaloms in Val d'Isère und Madonna di Campiglio, bei denen er sich – geschwächt von einem Magen-Darm-Infekt und einer Erkältung – jeweils nicht für den zweiten Lauf qualifiziert hatte.

          Um ein Ticket für die nahenden Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar) zu lösen, muss man im Laufe der Weltcup-Saison zweimal in die Top 15 oder einmal in die Top 8 fahren. Allzu viele Gelegenheiten bieten sich Straßer, dem ursprünglich größten Hoffnungsträger unter den deutschen Slalomfahrern, nach der Zagreb-Absage nicht mehr. „Ich mag normalerweise solche Bedingungen, aber heute war ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich im Weltcup am Start bin“, sagte Straßer im ORF.

          Die Corona-Pandemie sorgte derweil auch im Ski-Weltcup zu einer ersten Verlegung im Olympia-Winter. Wegen der hohen Inzidenzzahlen wird der für 11. Januar angesetzte Frauen-Slalom in Flachau auf Empfehlung des österreichischen Bundeslandes Salzburg verlegt. Das gab der Österreichische Skiverband bekannt, ohne einen Ersatzort zu nennen. Der ÖSV nehme „diese Empfehlung sehr ernst und hat daher die Verlegung des Rennens beschlossen“, hieß es. Ein alternativer Austragungsort werde aktuell „in enger Abstimmung mit dem Internationalen Skiverband“ (FIS) gesucht. Weitere Weltcup-Veranstaltungen in der kommenden Woche in Salzburg seien nicht betroffen. Der Ski-Weltcup gastiert am 15./16. Januar mit zwei Speed-Rennen der Frauen in Zauchensee, die alpinen Snowboarder fahren am 11./12. Januar in Bad Gastein.

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