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75 Jahre Lauberhorn-Rennen : Jurassic Park des Skisports

  • -Aktualisiert am

Den Eiger im Rücken Bild: AP

Viele außergewöhnliche Skifahrer haben eine besondere Beziehung zum Lauberhorn-Rennen, dessen 75. Jubiläum gefeiert wird. Auch Markus Wasmeier und Willy Bogner gehören zu den Legenden von Wengen.

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          Ein Schweinderl war's, für das sich Christian Neureuther entschied, als er in einem Wengener Geschäft nach etwas Passendem für seine Rosi suchte. Es war die Zeit, als die Frauen in der gleichen Woche ihre Rennen in Grindelwald austrugen, also traf man sich auf der Kleinen Scheidegg, auf halbem Weg zwischen den beiden Kurorten im Berner Oberland.

          Eiger, Mönch und Jungfrau, die drei eindrucksvollen Berge, die immer in einem Atemzug und in dieser Reihenfolge genannt werden, waren, wie bei allem, was in dieser Gegend geschieht, stumme Zeugen, als Rosi Mittermaier von ihrem Freund den Armbandanhänger erhielt. Sie muß tief beeindruckt gewesen sein. Das Schweinderl wurde zu ihrem Glücksbringer, ohne das sie keine Rennen mehr fahren konnte.

          „Der Mensch im Einklang mit der Natur"

          Viele außergewöhnliche Skifahrer hatten und haben eine besondere Beziehung zu Wengen und den Lauberhorn-Rennen, deren 75. Jubiläum in diesen Tagen gefeiert wird. Da halten auch die Asse gerne einen sentimentalen Rückblick. Der Partenkirchener Christian Neureuther sagt: "Hier ist der Mensch noch im Einklang mit der Natur." Dieser Einklang drückte sich gleich zweimal auch in den Resultaten aus. 1973, als der Slalom auf den Lauberhorngipfel verlegt werden mußte, gewann Neureuther sein erstes Weltcup-Rennen.

          Start zur viereinhalb Kilometer langen Lauberhorn-Abfahrt
          Start zur viereinhalb Kilometer langen Lauberhorn-Abfahrt : Bild: dpa/dpaweb

          1974 "doppelte" er auf dem klassischen Hang von Innerwengen. Es waren ungewöhnliche Siege: Beim ersten wurde er zunächst von einem Torrichter, der eine Flagge einsteckte, derart behindert, daß er den Lauf wiederholen konnte, danach wurde er wegen eines vermeintlichen Torfehlers disqualifiziert und erst nachträglich zum Sieger erklärt. Beim zweiten siegte er mit einer eingegipsten Hand ("zugezogen beim Blödeln im Schnee"). Und als er 1979, nach fünf sieglosen Jahren, in Crans-Montana endlich wieder einen Slalom gewann, war es ganz zufällig der wegen Schneemangels ins Wallis verlegte Lauberhorn-Slalom.

          Auch Markus Wasmeier gehörte nie zu denen, die sich über Wengens Besonderheiten beschwerten: die komplizierte Anreise mit der Zahnradbahn, die beschwerliche Anfahrt im überfüllten Zug zum Start, die extrem lange, knorrige Strecke mit ihren Schlüsselstellen, die nicht so recht in den modernen Skizirkus passen wollen. Wegen des engen Ziehwegs, auf dem zwei Kurven die Fahrer auf höchstens 70 Stundenkilometer herunterbremsen, nannte Frankreichs Abfahrts-As Luc Alphand Wengen 1997 den "Jurassic Park" des Skirennsports. Wasmeier mochte nicht beipflichten. Als Leichtgewicht brauchte der Schlierseer solche Stellen, um sich gegen die schweren Brocken von der Konkurrenz durchsetzen zu können. Als er 1987 gewann, entschied er das Rennen beim berüchtigten "Brüggli".

          Wetterkapriolen und Guggiföhn

          Der heutige Fernsehkommentator war erst der zweite Deutsche, der die viereinhalb Kilometer lange Lauberhorn-Abfahrt gewinnen konnte. Der erste hieß Willy Bogner, war ein Sohn aus gutem Münchner Hause, Gymnasiast und noch nicht achtzehnjährig. Es war eines jener vielen Rennen, bei denen das Wetter eine Hauptrolle spielte. Nicht der "Guggiföhn", der von der Jungfrau her über die Rennstrecke weht und alle paar Jahre alles lahmlegt, war 1960 das Problem. Schnee und Nebel zwangen die Veranstalter dazu, den Start zum Hundschopf zu verlegen. Im Neuschnee hatten die Stars mit den niedrigen Nummern keine Chance. Bogner trug die 25, profitierte von etwas besserer Sicht und nutzte sein Glück. Im Ziel lag er zwei Sekunden vor Pepi Stiegler. Karriere machte Bogner danach auf anderem Gebiet: Als Sportmode-Unternehmer und Macher von Skifilmen.

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