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Wintersport : Trauer um Trainer

  • Aktualisiert am

Tödlich verunglückt: Alois Lipburger Bild: dpa

Alois Lipburger, Cheftrainer der österreichischen Skisprung-Nationalmannschaft, ist am Sonntag bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

          Der Cheftrainer der österreichischen Skisprung-Nationalmannschaft, Alois Lipburger, ist am Sonntagabend bei einem schweren Verkehrsunfall in der Nähe von Füssen im Allgäu ums Leben gekommen. Der 44-jährige Vorarlberger Lipburger ist das elfte prominente Todesopfer, das der Österreichische Skiverband (ÖSV) seit 1991 zu beklagen hat.

          Wie die zuständige Polizei in Kempten mitteilte, wurden bei dem Unfall die österreichischen Spitzenspringer Andreas Widhölzl, im Vorjahr Sieger der Vierschanzentournee, und Martin Höllwarth leicht verletzt. Das ÖSV-Trio befand sich auf dem Rückweg vom Weltcup-Springen in Willingen, als Fahrer Höllwarth auf glatter Fahrbahn bei einem Überholmanöver auf der Kreisstraße von Seeg nach Roßhaupten rund 20 Kilometer vor der österreichischen Grenze die Gewalt über sein Fahrzeug verlor. Das Auto habe sich überschlagen und sei mit der rechten Seite gegen einen Baum geprallt. Lipburger, der auf dem Beifahrersitz saß, erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Kopfverletzungen.

          Trauerflor bei Ski-WM

          Fahrer Höllwarth drohen nach österreichischen Agenturberichten möglicherweise strafrechtliche Folgen. Die Staatsanwaltschaft Kempten gab ein Gutachten zur Klärung der Unfallursache in Auftrag. Mit einem Ergebnis sei erst in einigen Monaten zu rechnen. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass er zu schnell gefahren ist“, sagte Staatsanwalt Manfred Richter am Montag in Füssen. Die Unglücksstelle sei als Unfall-Schwerpunkt der Region bekannt.

          Die beiden verletzten Springer wurden in Kliniken nahe Füssen eingeliefert, sollten jedoch noch am Montagnachmittag in ein Krankenhaus in Österreich verlegt werden. Die beiden erlitten nach Angaben eines Polizeisprechers in Kempten bei dem Unfall Prellungen und ein Schleudertrauma. Außerdem müssten sie psychologisch betreut werden.

          Lipburger hinterlässt Frau und zwei Kinder

          „Wir sind total geschockt“, erklärte am Montag ÖSV-Renndirektor Sprunglauf und Nordische Kombination, Toni Innauer, „wir haben im Moment die Kraft verloren.“ Innauer hatte sich unmittelbar nach dem Unfall um die Familie des Verunglückten gekümmert. Sprung-Ass Andreas Goldberger sagte: „Er war als Mensch und Experte ein guter Mann. Wir werden ihn stark vermissen.“ Die Nachricht vom tragischen Unfall-Tod des Skisprung-Trainers Alois Lipburger hat auch die Ski-Nation und ihre Athleten bei der Weltmeisterschaft von St. Anton vorübergehend völlig aus der Fassung gebracht. „Solch ein Unglück relativiert doch wieder alles“, meinte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, „da wird die Absage einer Abfahrt hier doch völlig unwichtig.“

          Aber es sei im Sinne Lipburgers, dass das rot-weiß-rote Team am Arlberg weiter um Medaillen fährt. Auf die Meldungen bei der alpinen Kombination, deren Abfahrt auf Dienstag festgesetzt wurde, habe es keinen Einfluss. Als äußeres Zeichen der Anteilnahme mit den Hinterbliebenen, vor allem Lipburgers Ehefrau Carlyn und den beiden Kindern, werden Hermann Maier und Co. ab sofort bei der WM mit einem Trauerflor an den Start gehen. Zudem soll dem Verstorbenen mit einem Trauer-Gottesdienst gedacht werden. In seiner aktiven Zeit als Skispringer war Lipburger 1978 in Lahti Vize-Weltmeister von der Großschanze geworden, in seiner letzten Saison 1980 feierte er zwei Weltcup-Siege. Zu seinen Trainerstationen gehörte 1983/84 auch die als Bundestrainer der deutschen Nordischen Kombinierer. Lipburger hinterlässt Ehefrau Carlyn und zwei Kinder.

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