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Wintersport : Tragische Serie

  • Aktualisiert am

Tödlich verunglückt: Alois Lipburger Bild: dpa

Der österreichische Skisport wird seit Jahren von einer unheimlich anmutenden Serie von tödlichen Unfällen auf und abseits der Pisten heimgesucht.

          Der österreichische Skisport wird seit Jahren von einer unheimlich anmutenden Serie von tödlichen Unfällen auf und abseits der Pisten heimgesucht. Der Cheftrainer der österreichischen Skispringer, Alois Lipburger, der in der Nacht zum Montag bei einem Verkehrsunfall im Allgäu ums Leben kam, ist bereits das 13. Todesopfer im Austria-Team seit 1984 und das elfte seit 1991.

          In den österreichischen Medien ist wiederholt von einem Fluch die Rede gewesen, der auf dem österreichischen Skisport laste. Angesichts mehrerer tödlicher Autounfälle ist aber auch kritisiert worden, dass viele dem Geschwindigkeitsrausch auch abseits der Piste frönen.

          Die schwarze Serie begann 1984, als der Abfahrts-Weltmeister von 1978, Sepp Walcher, bei einem Hobby-Rennen so unglücklich stürzte, dass er einen Genickbruch erlitt und sofort tot war. Vier Jahre später wurde der Mannschaftsarzt des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV), Jörg Oberhammer, während der Olympischen Spiele in Calgary von einer Pistenraupe überrollt. Er war mit einem anderen Skifahrer zusammengestoßen und direkt vor die laufenden Kettenräder gestürzt.

          Schwärzestes Jahr 1991

          1991 kamen gleich drei ÖSV-Mitglieder unter tragischen Umständen ums Leben: Zunächst stürzte im Januar der 20-jährige Abfahrtsläufer Gernot Reinstadler bei der Qualifikation für das Weltcup-Rennen am Lauberhorn in Wengen, prallte gegen den Fangzaun und erlitt offene Brüche im Bein- und Beckenbereich, denen er im Krankenhaus erlag. Im Mai starb der dreifache Weltmeister (Riesentorlauf und Slalom in Vail 1989, Riesentorlauf in Saalbach 1991) Rudi Nierlich im Alter von 25 Jahren bei einem Autounfall nahe seines Heimatortes Bad Ischl. Im Dezember 1991 verlor der Chefcoach der rot-weiß-roten Slalom-Frauen, Alois Kahr, ebenfalls bei einem Verkehrsunfall sein Leben.

          Im darauf folgenden Jahr stürzte der Abfahrer Peter Wirnsberger II beim Hobby-Skifahren tödlich. Im Januar 1994 folgte der tragische Tod der zweimaligen Super-G-Weltmeisterin Ulrike Maier bei der Weltcup- Abfahrt in Garmisch. Die 26 Jahre alte Mutter einer gerade vierjährigen Tochter prallte gegen ein Geschwindigkeits-Messgerät und erlitt dabei einen Genickbruch. Im selben Jahr fiel Nachwuchsläufer Christoph Laimer beim Trainig in eine Gletscherspalte und konnte nur noch tot geborgen werden.

          Der Riesentorlauf- und Super-G-Spezialist Richard Kröll kam 1996 bei einem Autounfall im Zillertal ums Leben, drei Jahre später starb der ehemalige Olympia-Teilnehmer im Langlauf, Alois Schwarz, ebenfalls bei einem Autounfall. Im Vorjahr starben die Snowboard- Fahrer Arthur Warias und Judith Jindra bei der Gletscherbahn- Katastrophe in Kaprun.

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