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Wintersport : Neues aus den Skiregionen

  • -Aktualisiert am

Was gibt´s Neues in den Skigebieten? Bild: plainpicture / Wein

Für die neue Wintersportsaison haben sich die Ferienorte in den Alpen mächtig ins Zeug gelegt.

          Ursprünglichkeit ist im Tal gefragt. In Grüsch-Danusa hat ein Tipihotel eröffnet: Junge Leute bringen ihren Schlafsack mit und übernachten ab 25 Franken wie einst die Komantschen in den Rocky Mountains.

          Überhaupt zählen Wellness und Ruhe wieder mehr: St. Anton gestaltete das Pressezentrum der Ski-WM 2001 in ein Wellness-Center "Arlberg-well.com" um, Ruhpolding in Oberbayern leistet sich ein neues Wellenerlebnisbad mit Saunalandschaft. Ruhe ist auch in Rauris die beste Werbung: Dort wurde eine Ortsumgehung eingeweiht, der Lärm bleibt draußen.

          Zurück zur Natur heißt das Motto auch auf manchen Abfahrten: "Freeriding-Gebiete" nennen sich neuerdings Regionen, in denen nur noch eingeschränkt Pistenpflege betrieben wird. Solche Areale gibt es im kommenden Winter unter anderem erstmals in Zinal im Val d'Anniviers und am Pizol im Heidiland sowie in Savognin am Piz Martegnas.
          Andere Regionen setzen dagegen voll auf Fun forever: Snowboard-Funparks sind heute Standard, selbst Orte mit gesetzterem Publikum wie Bolsterlang und Oberjoch im Allgäu oder das Kleinwalsertal haben jetzt einen. Immer mehr Orte präsentieren auch spezielle Spielwiesen für Nichtskifahrer, in denen man mit einem lastwagenschlauchähnlichen Gebilde zu Tal rutscht. Snowtubing-Parks entstanden bei der Spieljochbahn in Hochfügen, in Braunwald und Toggenburg, auch am Tannerfeld in Bayrischzell und an den Kesselliften in Inzell.

          Per Achterbahn auf den Berg

          16 Füße nebeneinander passen in eine Achtpersonensesselbahn, die ab diesem Winter zum Beispiel am Idjoch in Ischgl zu bestaunen ist. Unter acht Personen geht es künftig auch in Gondeln nicht mehr zu - weder in Reith im Alpbachtal noch in St. Johann in Tirol, auch Werfenweng und das französische Les Deux Alpes leisteten sich Kabinen für acht Personen.

          Man muss schon was Besonderes bieten, um aufzufallen, etwa die Originalgondeln von der Expo. Sie schweben künftig in Fieberbrunn am Doischberg ins Skigebiet. In Kaprun düst künftig der Gletscherjet bergan, allerdings aus traurigem Anlass; die Tempokabine ersetzt den Schrägaufzug, der vor einem Jahr im Tunnel Feuer fing.

          Der liebe Schnee

          Er rieselt längst elektronisch gesteuert aus der Beschneiungsanlage, ab diesem Winter verstärkt in Saalbach und am berühmten Hahnenkamm in Kitzbühel, aber auch in kleineren Gebieten wie dem Rangger Köpfl bei Innsbruck. Sogar am Gletscherrand hilft neuerdings die Schneekanone nach, etwa am Alpincenter des Kitzsteinhorns. Davos leistet sich ganz nobel sogar eine künstlich beschneite Schlittenbahn am Rinerhorn. Nur Kappl im Paznauntal macht es noch natürlich: Dort wurde die Talstation des Alblittschlepplifts einfach 200 Meter nach oben verlegt.

          Neue Skigroßgebiete

          Gemeinsam stärker: Nach diesem Motto verknüpfen mehr und mehr benachbarte Skigebiete ihre Pisten und Lifte zu einem Skigroßraum. Im Zillertal in Tirol haben sich die Orte Finkenberg, Hippach und Mayrhofen für den kommenden Winter liftmäßig zur "Zillertal Arena 3000" verbandelt. Auch vom Hochficht in Oberösterreich schafft eine neue Sesselbahn nun länderübergreifend mit dem Skigebiet Schwarzenberg auf bayerischer Seite neue Verbindungen.

          Größer werden kann man freilich auch ohne neue Lifte. Das Salzburger Land beweist es. Dort hat sich der zuvor schon riesige Skiverbund Amadé mit der Hochkönigregion, dem Gasteinertal sowie der Dachstein-Tauern-Region in der Steiermark nur durch den gemeinsamen Liftpass zu einem einzigen Skigroßraum zusammen geschlossen. Eine Nummer kleiner geht es im Allgäu: Die lange verfeindeten Skigebiete Hündle und Thalkirchdorf grüßen nun mit einem gemeinsamem Skipass.

          Kinder, Kinder

          Orte mit großem und kleinen Pistenangebot bemühen sich, durch alpine Spielferienwelten bei Familien ins Gespräch zu kommen. So entstanden in Nauders am Reschenpass und am Unterberg bei Kössen "Kinderländer", ein "Kinderpark" mit Kinderlift auf der Lauchernalp im schweizerischen Lötschental.

          Mein Auto, mein Haus, meine Bergbahn

          Bei den Bauwerken auf den Gipfeln hat längst Designer-Architektur Einzug gehalten: Bestes Beispiel dieses Winters ist das neue Restaurant "Botta à Glacier" des Tessiner Stararchitekten Mario Botta auf dem Gipfel des Scex-Rouge am Diableretsgletscher in 3000 Metern Höhe. Beeindruckt wird nicht nur mit Technik, sondern auch mit wohlklingenden Namen für den Service: Auf der Turracher Höhe bemühen sich künftig sogenannte Pistenbutler, -engel und -botschafter am Rand der Abfahrten um das Wohl der Skifahrer. Solche Titel trägt dort Service-Personal, das im Skigebiet unterwegs ist und den Skifahrern behilflich ist.

          Webcam mit Blick auf die Piste

          Wann kommt der E-Ski? Das Internet jedenfalls hat alpenweit bereits Einzug gehalten: Webcams, um von zu Haus bereits einen Blick auf die Schneelage zu werfen, gibt es sogar schon im braven Tannheimertal (www.tannheimertal.at) und in St. Englmar (www.sankt-englmar.de). Das oberbayerische Mittenwald hat sich gar einen "Powderalarm" für Schneesüchtige per E-Mail einfallen lassen (www.karwendelbahn.de).

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