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Ski alpin : Aamodt wieder Super-G-Olympiasieger

  • Aktualisiert am

Kjetil-Andre Aamodt gewinnt sein viertes olympisches Gold Bild: REUTERS

Der Norweger Kjetil Andre Aamodt hat zum dritten Mal nach 1992 und 2002 Olympia-Gold im Super-G gewonnen. In Sestriere setzte sich der 34jährige vor Nagano-Sieger Hermann Maier aus Österreich durch.

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          Mit seinem vierten Olympiasieg hat Kjetil-Andre Aamodt im Geduldsspiel Super-G seine einmalige Nervenstärke bewiesen und sich zum alpinen Ski-König gekrönt. Der Rekord-Olympionike verwies in einem denkwürdigen Rennen Topfavorit Hermann Maier auf den Silber-Platz. „Es ist ein unglaubliches Gefühl wieder Gold gewonnen zu haben und mit Hermann Maier den größten Super-G-Fahrer aller Zeiten hinter sich gelassen zu haben“, sagte der Norweger nach seinem Sieg auf der „Kandahar Banchetta“ in Sestriere.

          Als Dritter setzte Ambrosi Hoffmann mit der dritten Alpin-Medaille für die Schweiz die Erfolgsgeschichte der vor den Winterspielen in Turin schon abgeschriebenen Eidgenossen fort. Gesamtweltcup-Sieger Bode Miller (Vereinigte Staaten) schied in dem wegen starken Schneefalls nach 17 Startern abgebrochenen und fast drei Stunden später wieder neu gestarteten Rennen aus und erlebte nach Platz fünf in der Abfahrt und der Disqualifikation in der Kombination eine erneute Enttäuschung.

          „Wenn man hart arbeitet, kommt immer etwas zurück“

          Für Aamodt war es die 20. Medaille bei einem alpinen Großereignis - und die achte Olympia-Medaille. „Ich liebe diesen Sport und habe hart gearbeitet. Und wenn man hart arbeitet, kommt immer etwas zurück“, sagte der 34 Jahre alte Allrounder. Schon vor vier Jahren in Salt Lake City gewann Aamodt Gold im Super-G.

          „Ich habe Gold verloren”:Hermann Maier

          Sein großer Gegenspieler Maier hatte damals nach seinem Motorradunfall passen müssen. Vor acht Jahren war der Österreicher bei der Olympia-Abfahrt in Nagano spektakulär durch die Luft gefolgen, hatte aber 70 Stunden später ebenfalls Gold in der jüngsten Ski-Disziplin geholt.

          „Ich habe Gold verloren“

          In Sestriere ging Maier mit Startnummer 30 ins Rennen - und als der Superstar als letzter der Asse mit 0,13 Sekunden hinter Aamodt ins Ziel kam, schüttelte er den Kopf und riß flehend die Arme in die Luft. „Es war nicht schlecht, aber ich habe Gold verloren. Ich bin wirklich nicht gut gefahren“, sagte er und stellte fest. „Es wäre mehr möglich gewesen, ich bin aber mit Silber nicht unzufrieden.“

          Maier wird noch immer von einer Grippe geplagt. Im Riesenslalom am Montag hat der zweimalige Olympiasieger seine letzte Gold-Chance. Dann wird mit Felix Neureuther (Partenkirchen) auch erste deutsche Teilnehmer bei den Alpin-Wettbewerben mit dabei sein.

          Aamodt im Schnee

          Aamodt, der als Abfahrts-Vierter haarscharf an der Bronzemedaille vorbeigerast war, hielt sich im Super-G schadlos. Als nach einer blitzsauberen Fahrt die „1“ auf der Anzeigentafel aufleuchtete, tanzte der Norweger mit seinen Skiern im Schnee. Dann stand er in der nach den heftigen Schneefällen doch noch zum Vorschein gekommenen Sonne und wartete darauf, bis sein Sieg zur Gewißheit wurde.

          Dabei hing sein Start am seidenen Faden, denn in der Abfahrt hatte er sich am Knie verletzt und verzichtete auf einen Start in der Kombination. „Das war sehr klug“, sagte Aamodt, der sich wie kein anderer auf wichtige Rennen konzentrieren kann. „Bei Großereignissen ist es immer sehr gut für mich gelaufen“, sagte er.

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