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Bob : Lange in der Goldspur

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Topfavorit Andre Lange aus Oberhof liegt bei Halbzeit der olympischen Zweierbob-Entscheidung trotz eines Patzers von Anschieber Kevin Kuske im zweiten Durchgang auf Goldkurs.

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          Topfavorit Andre Lange liegt bei Halbzeit der olympischen Zweierbob-Entscheidung trotz eines Patzers von Anschieber Kevin Kuske im zweiten Durchgang auf Goldkurs.

          Der 32jährige Oberhofer fuhr in Cesana auf Rang eins, allerdings griff Kuske kurz nach dem Start des zweiten Laufes ins Leere und verlor dadurch das Gleichgewicht. Mit Müh und Not konnte er sich noch in den Bob ziehen. Er erlitt bei dem Malheur eine Fleischwunde an der linken Wade. So büßten die Goldfavoriten viel von ihrem Vorsprung aus dem ersten Lauf ein. Mit sechs Hundertstelsekunden Rückstand ist der Kanadier Pierre Lueders Zweiter. Dann folgt der Schweizer Martin Annen, der 20 Hundertstelsekunden Rückstand aufweist. Einen achtbaren vierten Platz belegen Matthias Höpfner/Marc Kühne (Riesa), die 37 Hundertstelsekunden zurückliegen. Die Entscheidung fällt an diesem Sonntag von 17.30 Uhr an).

          Fleischwunde an der linken Wade

          Lange wollte nach dem zweiten Durchgang keine Interviews geben, zu tief saß offenbar der Schock über das Mißgeschick. Hätte Kuske nicht mehr den Sprung in den Bob geschafft, wäre die Disqualifikation des deutschen Paradebobs unvermeidbar gewesen. Die Blessur Kuskes ist allerdings nicht so gravierend. „Er hat sich mit den Spikes in die linke Wade geritzt. Es scheint nur oberflächlich zu sein, ich werde ihn trotzdem mal durchchecken“, sagte Verbandsarzt Dr. Walter Hubmann. Lange, Viererbob-Olympiasieger von Salt Lake City, gilt trotz der Schrecksekunde weiterhin als Sieganwärter Nummer 1 in beiden Schlitten.

          Höpfner hat bei seiner Olympia-Premiere alle Chancen auf eine Medaille. „In den nächsten Läufen heißt es voll Attacke. Wir werden alles versuchen“, meinte der 30jährige. Bereits im ersten Lauf schockte Lange mit Startnummer 4 die Konkurrenz. Er fuhr in 55,28 Sekunden Bahnrekord. Höpfner lag da 0,28 Sekunden zurück. Gleich nach dem guten Auftakt in der 1435 Meter langen Eisrinne mit 19 Kurven umarmte Lange im Zielbereich seinen 108 Kilogramm schweren Anschieber. „Ein super Lauf“, meinte Lange und klopfte dem 27 Jahre alten Hintermann auf die Schultern. Mit seinem Bob aus der Berliner FES-Materialschmiede plus Olympiasieger Kuske ist er in diesem Winter noch ungeschlagen. Allerdings ist ihm Lueders nahe gerückt.

          Bethge zurückgekehrt

          Für den angepeilten Erfolg war selbst Cheftrainer Raimund Bethge rund zweieinhalb Monaten nach seinem schlimmen Unfall auf der Olympiapiste an den Unglücksort zurückgekehrt, um „meine Athleten zu unterstützen“, wie er sagte. Trotz Schmerzen stand der 58jährige schon ohne Krücken am Eiskanal und analysierte die Fahrten. Er freute sich auch über die Vorstellung von Höpfner: „Man kann ihm nur gratulieren. Ihm ist bestimmt ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Es freut mich, daß er beim ersten Mal fast alles richtig gemacht hat.“

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