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Tennis in Wimbledon : Ein Drama in fünf Sätzen

  • -Aktualisiert am

Aus im Doppel unter dramatischen Umständen: Tim Pütz Bild: Picture-Alliance

Das Achtelfinale in Wimbledon findet ohne Tim Pütz und seinen Partner im Doppel statt. An die Niederlage mit Robert Lindstedt wird der Deutsche nach lange zurückdenken. Es ist eine unter dramatischen Umständen.

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          An diese Niederlage wird Tim Pütz noch lange zurückdenken. An der Seite des 42 Jahre alten Schweden Robert Lindstedt verpasste es der Frankfurter Tennisprofi am Freitag, ins Achtelfinale der Doppelkonkurrenz von Wimbledon einzuziehen – unter dramatischen Umständen. Nach einer 2:0-Satzführung gegen die Sieger der ATP-Doppel-Finals 2016 und 2017, Henri Kontinen (Finnland) und John Peers (Australien), hatte die deutsch-schwedische Kombination im dritten Durchgang sechs Matchbälle, vermochte allerdings keinen zu verwandeln.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Am ärgerlichsten war die Situation beim dritten Matchball. Der Ball wäre nach einem Volley von Peers hinter die Grundlinie gesegelt, und Pütz rief seinem Partner auch „aus“ zu. Aber Lindstedt nahm den Ball an – und die Gegner machten den Punkt. Die beiden bewältigten den Frust in beeindruckender Manier, wehrten im Tie-Break beim Stand von 1:6 fünf Satzbälle nacheinander ab. Aber als Lindstedt mit einem Doppelfehler zum 9:11 den dritten Satz beendete, war der Negativtrend gegen die Favoriten nicht mehr zu stoppen. Am bitteren Ende stand nach vier Stunden Spielzeit ein 6:4, 7:6 (7:1), 6;7 (9:11), 3:6, 4:6.

          So niederschmetternd das Erlebnis war, Pütz hatte auch in diesem Spiel seine Fähigkeiten als Doppelspezialist demonstriert. Lindstedt konnte das Niveau nicht ganz mitgehen. „Wimbledon ist das letzte Mal, dass ich mit Robert spielen werde“, hatte der 31 Jahre alte Hesse schon vor der Begegnung angekündigt. Der Schwede hat sich im Frühjahr nicht als idealer Partner erwiesen, als sie drei Turniere miteinander spielten. Als Lindstedt ihn vor sechs Wochen bat, in Wimbledon mit ihm ein Doppel zu bilden, sagte Pütz dennoch zu, weil sich der Schwede auf Rasen besonders wohl fühlt. „Und weil ich froh war, dass die Situation frühzeitig geklärt war. Ich hätte auf einen besseren Partner warten können, aber dafür bin ich nicht der Typ. Bei der Ungewissheit werde ich des Lebens nicht froh.“

          Pütz ist schon das ganze Jahr über auf der Suche nach dem richtigen Partner. Sein letztjähriger Mitspieler Philipp Petzschner hat seine Karriere wegen Kniebeschwerden beendet, und mit seinem Freund Jan-Lennard Struff, mit dem er in vier Davis-Cup-Partien ungeschlagen geblieben ist, findet er auf der ATP-Tour nur selten zusammen. Struffs Einzelkarriere ist durchgestartet, in Wimbledon spielt er an diesem Samstag um den Einzug ins Achtelfinale.

          Und so hat er einen anderen Turnierkalender als Pütz, der in der Einzelweltrangliste über 400 Plätze hinter ihm steht. Wegen eines gemeinsamen Doppels mit dem Frankfurter geht der Sauerländer verständlicherweise keine Kompromisse im Terminkalender ein. Ende Juli allerdings passt es. Beim ATP-Turnier in Hamburg tritt das Erfolgsdoppel wieder einmal gemeinsam an. Danach geht Pütz wieder auf die Suche. Der Däne Frederik Nielsen, mit dem er im Mai das ATP-Turnier in München gewann, steht erst nach den US Open wieder zur Verfügung. Er heiratet und geht in die Flitterwochen.

          Vielleicht wird tatsächlich Struff zu seinem dauerhaften Partner. Der 29-Jährige erwägt, sich von dem Japaner McLachlan zu trennen. „Sollten Struffi und Ben nicht weitermachen, wäre mein erster Anruf bei ihm. Und ich denke, er würde auch zusagen. Aber ich will keinen Druck auf ihn ausüben und warte bis nach Wimbledon“, sagt Pütz. Gemeinsame Auftritte auf der ATP-Tour würden die Chance erhöhen, dass Struff/Pütz das deutsche Davis-Cup-Doppel bleiben. Mit den Gewinnern der French Open Krawietz/Mies ist ihnen eine starke Konkurrenz erwachsen. Pütz sieht die Situation gelassen: „Die beiden sind unheimlich nett, Konkurrenz belebt das Geschäft. Zwei starke Doppel sind ein Luxusproblem.“

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