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Wimbledon : Djokovic scheitert am Außenseiter

  • Aktualisiert am

Dass war’s: Novak Djokovic stolpert in Runde drei Bild: Reuters

Für Novak Djokovic endet der Traum vom Grand Slam in Wimbledon schon in der dritten Runde. Auch Sabine Lisicki scheidet abermals frühzeitig aus. Angelique Kerber und Alexander Zverev sind dagegen siegreich.

          3 Min.

          Sensation in Wimbledon: Titelverteidiger Novak Djokovic ist so früh wie seit sieben Jahren nicht mehr bei einem Grand-Slam-Turnier ausgeschieden. Der Weltranglistenerste und Schützling von Boris Becker verlor seine am Freitag wegen Regens abgebrochene Drittrunden-Partie gegen den Amerikaner Sam Querrey 6:7 (6:8), 1:6, 6:3, 6:7 (5:7).

          Das Match war am Samstag beim Stand von 0:2 Sätzen aus Sicht des Schützlings von Boris Becker wieder aufgenommen, dann aber noch dreimal unterbrochen worden. Der dreimalige Wimbledonsieger scheiterte nach drei Stunden Gesamt-Spielzeit. Seit dem Finale bei den French Open 2015 hatte Djokovic bei den Grand-Slam-Turnieren keine Partie mehr verloren. In der dritten Runde eines der vier wichtigsten Turniere scheiterte er zuletzt 2009, als er in Paris gegen Philipp Kohlschreiber den Kürzeren zog.

          Lisicki scheitert

          Auch Sabine Lisicki hat den Einzug in das Achtelfinale von Wimbledon verpasst. Die Finalistin von 2013 verlor in der dritten Runde gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa 6:7 (2:7), 1:6. Die Berlinerin scheiterte damit wie im vergangenen Jahr beim dritten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison in der dritten Runde. Zuvor hatte die 26-Jährige – außer bei ihrem Debüt 2008 – immer mindestens das Viertelfinale erreicht.

          Kampf gegen Gegnerin und Regen: Sabine Lisicki

          Das Regen-Chaos am Samstag gut für sich genutzt hat dagegen Australian-Open-Gewinnerin Angelique Kerber. Sie besiegte ihre norddeutsche Kollegin Carina Witthöft und kämpft um den Einzug in das Viertelfinale. In einer gutklassigen Drittrunden-Partie hatte die deutsche Nummer eins im ersten Durchgang vier Satzbälle gegen sich, rang die 21 Jahre alte Witthöft aber noch 7:6 (13:11), 6:1 nieder. Im Achtelfinale trifft Kerber nun auf Misaki Doi. Die Japanerin verhinderte mit dem 7:6 (7:1), 6:3 gegen Anna-Lena Friedsam ein weiteres deutsches Duell beim berühmtesten Tennis-Turnier der Welt.

          Ein Geduldsspiel über zwei Tage und fünf Sätze überstand Supertalent Alexander Zverev. Am Samstag gegen 15 Uhr Ortszeit betrat der junge Hamburger zum insgesamt fünften Mal den Platz für sein Zweitrunden-Match gegen den ehemaligen Top-Ten-Spieler Michail Juschni aus Russland. Nach dann nur noch sechs Ballwechseln feierte der 19-Jährige einen 6:4, 3:6, 6:0, 4:6, 6:2-Erfolg. Als einziger Deutscher steht Zverev in der dritten Runde. Dort bekommt der Norddeutsche am Sonntag nun die Chance auf eine Davis-Cup-Revanche gegen Tomas Berdych aus Tschechien. Anfang März feierte Zverev gegen den Spitzenspieler ein begeisterndes Debüt für die deutsche Tennis-Nationalmannschaft - aber ohne Happy End.

          Kerber muss erst am Montag wieder ran. Auf Koi traf sie auch bei ihrem grandiosen Lauf in Melbourne. In der ersten Runde stand sie gegen die 25-Jährige kurz vor dem Aus, ehe sie dann den Australian-Open-Triumph feierte. Im zweiten Satz wehrte die Norddeutsche vor gut fünf Monaten einen Matchball ab. „Ich war schon mit einem Bein im Flugzeug“, sagte sie später lachend.

          Status als deutsche Führungsspielerin bestätigt: Angelique Kerber.

          Auch weil sie als erste Deutsche seit Steffi Graf 1999 einen Grand-Slam-Titel holte, gilt Kerber beim traditionsreichen Rasen-Turnier im Südwesten Londons als eine Favoritin. Gegen Witthöft verwandelte die Wimbledon-Halbfinalistin von 2012 nach insgesamt 1:37 Stunden ihren ersten Matchball. Wieder einmal hatte der Regen den Ablauf gestört. Beim 2:0 für Kerber im zweiten Satz schickten die Organisatoren die Profis für gut zwei Stunden in die Kabine, bei 4:1 noch ein weiteres Mal nur für wenige Minuten.

          Vor einem Jahr hatte Kerber der jungen Norddeutschen am gleichen Ort mit 6:0, 6:0 die Tennis-Höchststrafe verpasst. Diesmal geriet Kerber in Bedrängnis. Witthöft spielte furchtlos gegen die 105 Plätze vor ihr rangierende Kerber auf. Bei den French Open in Paris war ebenso wie in Wimbledon vor einem Jahr kein deutscher Name mehr auf dem Tableau der zweiten Woche zu finden.

          Weiter dabei: Alexander Zverev kämpft schon am Sonntag ums Achtelfinale

          Nun hatten bei den Damen nach Kerber noch Annika Beck die Chance auf den Einzug unter die besten 16. Insgesamt waren fünf von anfangs zehn deutschen Damen in die dritte Runde eingezogen, so viele wie noch nie in der Geschichte von Wimbledon. Fed-Cup-Spielerin Beck spielt Sonntag ihr Match gegen die Titelverteidigerin und Weltranglistenerste Serena Williams. Erstmals seit zwölf Jahren und erst zum vierten Mal in der 139-jährigen Wimbledon-Geschichte werden am mittleren Sonntag wieder Partien auf dem „Heiligen Rasen“ ausgetragen. Doch das schlechte Wetter und die zahlreichen verlegten Partien zwangen die Organisatoren dazu.

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