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Tennis im Kurpark : Bad Homburger Wimbledon-Flair

Ein bisschen wie Wimbledon: Rasentennis in Bad Homburg Bild: Lucas Bäuml

Wie kann man sich besser auf den Höhepunkt des Jahres vorbereiten als bei einer Art Miniaturvariante des großen Wimbledon-Turniers? Nicht nur die deutschen Spielerinnen genießen Bad Homburg.

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          Die Idee ist simpel, das Projekt wohldurchdacht: Wenn Wimbledon für viele Tennisprofis den Status als Ort der Träume hat, dann soll das neue Damenturnier in Bad Homburg zumindest so etwas wie die unumgängliche Ouvertüre auf dem Weg dorthin werden. Ein fest im Terminkalender eingeplantes Vorspiel, bevor es beim prestigeträchtigsten Turnier des Jahres auf den „Heiligen Rasen“ geht.

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          Der liegt zwar auch in Bad Homburg, wo am Sonntag der erste Turniertag des neuen WTA-Wettbewerbs stattfand. Das Saatgut ist das gleiche wie in Wimbledon, weil das Turnier der Kategorie 250 vom All England Lawn Tennis Club maßgeblich unterstützt und lizenziert wird. Aber das Drumherum ist dann doch ein paar Nummern kleiner als beim großen Bruder, dem Grand-Slam-Turnier in London.

          Für die Turnierbotschafterin Angelique Kerber sind die Bad Homburg Open ein „Boutique-Turnier“, das seinen „ganz eigenen Charme“ hat. Das trifft es. Und dafür steht auch das Clubhaus des TC Bad Homburg geradezu sinnbildlich. Es fügt sich pittoresk zwischen Center Court und den Bäumen des Kurparks ein und verleiht dem Turnier etwas von dem elitären Geist, der auch in Wimbledon allgegenwärtig ist.

          Freude am Gastspiel der Weltelite

          Die Spielerinnen und ihre Entourage fühlen sich vermutlich auch deshalb wohl im hessischen Kurstädtchen. Wie könnte man sich besser auf den Höhepunkt des Jahres vorbereiten als bei einer Art Miniaturvariante des großen Turniers? Nicht nur die deutschen Spielerinnen genießen Bad Homburg. Auch sonst war fast ausschließlich Positives rund um den Turnierstart zu hören.

          Simona Halep zum Beispiel, die als eine von fünf Grand-Slam-Turnier-Siegerinnen im Kurpark aufschlagen sollte, musste ihre Teilnahme wegen einer Wadenverletzung kurzfristig absagen und nutzte diese Gelegenheit, um das Turnier in höchsten Tönen zu loben: „Ich bin sehr enttäuscht und traurig darüber, nicht dabei sein zu können. Es ist wirklich wunderschön hier, die Bedingungen sind exzellent.“

          Auch die 600 (statt der ursprünglich erhofften 3500) Zuschauer am ersten Turniertag hatten ihre Freude am Gastspiel der Weltelite. Und auch hier spielt die elitäre und doch familiäre Atmosphäre eine Rolle. Sie lässt intime Momente zu, etwa wenn sich beim Spaziergang im Kurpark plötzlich die Wege mit Laura Siegemund kreuzen.

          Die Premiere ist ein Jahr nach der coronabedingten Absage jedenfalls dem ersten Anschein nach gelungen. Sie soll aber erst der Anfang für ein Projekt sein, das über die Dauer der zunächst für fünf Jahre vergebenen Lizenz hinausgeht. Die Chancen dafür stehen gut, weil der Plan der Organisatoren, das Wimbledon-Flair auf die Anlage im Bad Homburger Kurpark zu transportieren, aufgegangen ist.

          Das beginnt beim Logo, das dem des All England Lawn Tennis Club ähnelt und führt über den Rasen mit seinem dem Turnier in London nachempfundenen Streifenmuster bis hin zu den kleinen, aber wichtigen Details: Was darf in Wimbledon nicht fehlen? Richtig: Erdbeeren mit Schlagsahne. Und natürlich gibt es auch die in Bad Homburg.

          David Lindenfeld
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