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Cori Gauff in Wimbledon : „Ich bin immer noch geschockt“

  • Aktualisiert am

„Ich denke, ich habe gut gespielt, insbesondere bei den wichtigen Punkten“: Cori Gauff Bild: Reuters

Nach dem Coup im Duell mit der 24 Jahre älteren Venus Williams siegt Teenager Cori Gauff in Wimbledon auch in der zweiten Runde. Danach kann sie ihr Tennis-Glück kaum fassen.

          Die 15 Jahre alte Cori Gauff sorgt in Wimbledon weiter für Furore. Das amerikanische Tennis-Talent zog am Mittwoch dank eines souveränen 6:3, 6:3 gegen die doppelt so alte Magdalena Rybarikova in die dritte Runde ein. Die Slowakin Rybarikova hatte beim Grand-Slam-Klassiker in London vor zwei Jahren im Halbfinale gestanden. Gauff spielt nun am Freitag gegen Polona Hercog aus Slowenien um das Erreichen des Achtelfinals.

          „Ich denke, ich habe gut gespielt, insbesondere bei den wichtigen Punkten. Es passiert so viel, ich bin immer noch geschockt, dass ich hier bin“, sagte Gauff, die für die Qualifikation eine Wildcard erhalten hatte. Zum Auftakt des Rasenturniers hatte Gauff mit einem Erstrundensieg gegen die fünfmalige Wimbledonsiegerin Venus Williams aus den Vereinigten Staaten überrascht und damit das Duell der jüngsten mit der ältesten Spielerin im Hauptfeld für sich entschieden.

          Als Titelverteidiger Novak Djokovic derweil auf dem Centre Court seinen mühelosen Zweitrundensieg bejubelte, war das Wimbledon-Abenteuer für die deutschen French-Open-Helden Kevin Krawietz und Andreas Mies bereits wieder beendet. An einem Tag, der nach dem Debakel von Montag ohne deutsche Einzel-Matches über die Bühne ging, verabschiedeten sich die Doppel-Hoffnungsträger sang- und klanglos in Runde eins.

          Gegen den Brasilianer Marcelo Demoliner und den Inder Divij Sharan unterlag das an Nummer 13 gesetzte Duo aus Coburg und Köln 5:7, 4:6, 5:7. Seit ihrem sensationellen Triumph in Paris haben sie kein Match mehr gewonnen. Bereits beim Heimturnier in Halle/Westfalen Mitte Juni sowie eine Woche später in Antalya waren die ersten deutschen Grand-Slam-Sieger im Doppel seit Gottfried von Cramm und Henner Henkel 1937 an ihrer Auftakthürde gescheitert.

          Krawietz/Mies hatten gegen Demoliner/Sharan zu Beginn noch alles offen gehalten, mit dem ersten Break des Tages aber den ersten Satz verloren. Im zweiten Durchgang ging das deutsche Duo zunächst 3:1 in Führung, gab diese jedoch wieder umgehend aus der Hand. Der letztlich finale Satz war dann ein Spiegelbild des ersten. Im Vorjahr hatten sie auf dem „heiligen Rasen“ noch die dritte Runde erreicht. Krawietz und Mies sind in Wimbledon allerdings beide noch im Mixed-Wettbewerb am Start. Vor allem Letzterer darf sich dabei auf ein echtes Highlight freuen. In Runde eins trifft der 28-Jährige zusammen mit der Chilenin Alexa Guarachi auf die Tennis-Superstars Andy Murray und Serena Williams.

          Mühelos eine Runde weiter kam derweil Titelverteidiger Djokovic. Der topgesetzte Serbe bezwang Denis Kudla aus den Vereinigten Staaten klar mit 6:3, 6:2, 6:2. Sein nächster Gegner ist Hubert Hurkacz (Polen). Im Vorjahr hatte der heute 32-Jährige im Finale den Südafrikaner Kevin Anderson besiegt und seinen vierten Wimbledon-Titel gewonnen. Insgesamt steht er derzeit bei 15 Major-Siegen. Ansonsten gab es am dritten Tag des Grand-Slam-Klassikers an der Londoner Church Road wenige Überraschungen. Einzig die Fünfsatzpleite des dreimaligen Grand-Slam-Siegers Stan Wawrinka (Schweiz) gegen den Aufschlag-Riesen Reilly Opelka (Vereinigten) sorgte für  etwas Aufsehen.

          Angeführt von Angelique Kerber spielt ein deutsches Quintett am Donnerstag um den Einzug in die dritte Runde. Die Titelverteidigerin muss im dritten Spiel nach 12.00 Uhr MESZ ran. Kerber geht als klare Favoritin in das Aufeinandertreffen mit Lauren Davis. Die 25-jährige US-Amerikanerin ist lediglich die Nummer 95 der Welt. Der einzige Vergleich beider Damen, den  Kerber gewann, ist allerdings schon acht Jahre her. „Sie ist klein, sie bewegt sich gut, sie holt viele Bälle“, sagte die 31-Jährige über ihre 1,57 Meter große Gegnerin. Wie von Kerber ist auch von Julia Görges ein Weiterkommen erwartbar. Die Vorjahres-Halbfinalistin tritt gegen Warwara Flink aus Russland an und bekommt es damit zum zweiten Mal mit einer Qualifikantin zu tun. Als Nächstes ist ein reizvolles Duell mit Amerikanerin Serena Williams möglich. Laura Siegemund dürfte es gegen die Tschechin Barbora Strycova dagegen schwer haben.

          French-Open-Achtelfinalist Jan-Lennard Struff steht vor einer schwierigen Zweitrunden-Aufgabe gegen Taylor Fritz. Der Amerikaner reiste mit der Empfehlung des Turniersiegs von Eastbourne nach London. Allerdings spielt auch Struff seit Monaten auf konstant hohem Niveau und hat Selbstvertrauen. „Solche Erfolge wie in Paris möchte man mehr haben. Ich versuche, mich davon tragen zu lassen“, sagte die Nummer 34 der Tennis-Welt. Grand-Slam-Debütant Dominik Köpfer hat schon mit seinem Auftakterfolg überrascht und trifft nun auf den an Position 24 gesetzten Argentinier Diego Schwartzman.

          Mit Spannung erwartet wird der Zweitrunden-Knüller zwischen dem spanischen French-Open-Gewinner Nadal und dem Australier Kyrgios. Das Duell hat eine Vorgeschichte: Vor fünf Jahren überraschte Kyrgios im Wimbledon-Achtelfinale als Tennis-Nobody mit einem Erfolg über Nadal. Eine interessante Show scheint garantiert. Beim umstrittenen Tennis-Lümmel Kyrgios wechseln sich Genie und Wahnsinn ab.

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