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Krimi mit Nadal und Djokovic : „Es ist schwer, Worte zu finden“

  • Aktualisiert am

Zwei, die sich trotz aller Konkurrenz verstehen: Nadal (links) und Djokovic. Bild: EPA

Mehr als fünf Stunden an zwei Tagen knallen Rafael Nadal und Novak Djokovic einander die Bälle um die Ohren. Das bessere Ende eines weiteren epischen Wimbledon-Matches hat der Serbe.

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          Der frühere Weltranglisten-Erste Novak Djokovic und US-Open-Finalist Kevin Anderson stehen nach Endlos-Halbfinals im Endspiel des Grand-Slam-Tennisturniers von Wimbledon. Djokovic, der einstige Schützling von Boris Becker, setzte sich am Samstag im zweiten Teil des hochklassigen Halbfinals gegen den spanischen French-Open-Sieger Rafael Nadal 6:4, 3:6, 7:6 (11:9), 3:6, 10:8 durch. „Es ist schwer, Worte zu finden. Ich bin einfach überwältigt“, sagte der zwölffache Grand-Slam-Sieger. „Es war ein sehr spezielles Match, es hätte in beide Richtungen gehen können. Bis zum letzten Schlag habe ich nicht gewusst, ob ich gewinne. Für diese Matches lebst und arbeitest du.“

          Erst nach einer Gesamtspielzeit von 5:15 Stunden und unmittelbar vor dem Beginn des dadurch verzögerten Damen-Finals mit Angelique Kerber stand sein fünfter Einzug ins Endspiel des berühmtesten Tennis-Turniers der Welt fest. „Es war eine großartige Show für die Fans. Ich bin nicht glücklich mit dem Ergebnis, aber glücklich, ein Teil davon gewesen zu sein“, sagte Nadal. Nach dem Viertelfinal-Aus des Topfavoriten Roger Federer ist jetzt auch die Nummer eins der Welt gescheitert.

          Um 23.02 Uhr war das interessante zweite Halbfinale - kein Duell wurde im Profitennis häufiger ausgetragen - wegen der fortgeschritten Zeit am Freitagabend und aus Rücksicht vor den Anwohnern nach drei Sätzen unterbrochen worden. An einem Marathon-Halbfinaltag hatten sich zuvor der Weltranglisten-Achte Anderson und der US-Amerikaner John Isner über 6:36 Stunden das zweitlängste Spiel und das längste Halbfinale der Wimbledon-Geschichte geliefert und so für die Verzögerung und Fortsetzung am Tag des Damen-Endspiels gesorgt. Mit 7:6 (8:6), 6:7 (5:7), 6:7 (9:11), 6:4, 26:24 kämpfte sich Anderson als erster Südafrikaner seit 1921 in sein erstes Wimbledon-Finale.

          Rafael Nadal musste eine bittere Niederlage einstecken. Bilderstrecke

          „Wenn du um 23.00 Uhr aufhörst und um 10.30 Uhr wieder auf den Trainingsplatz gehst, ist das Adrenalin ziemlich hoch. Es war eine späte Nacht und ein früher Morgen“, sagte Djokovic. „Ich wünschte, ich könnte einen freien Tag haben.“ Der dreimalige Wimbledonsieger Djokovic präsentiert sich nach seinen lange anhaltenden Ellbogenproblemen so stark wie seit zwei Jahren nicht und gilt im Endspiel als favorisiert. Von sechs bisherigen Aufeinandertreffen mit der Nummer acht der Welt hat er fünf gewonnen.

          Unter dem geschlossenen Dach des Centre Courts, so wie die Partie am Vorabend auch begonnen hatte, setzten Nadal und Djokovic am Samstagmittag ihr intensives Weltklasse-Duell fort. Bei einer 2:1-Satzführung von Djokovic wurde die Partie wieder aufgenommen. 16 Minuten musste der 17-fache Grand-Slam-Champion Nadal allein kämpfen, ehe er sein erstes Aufschlagspiel durchgebracht hatte. Der 32-Jährige holte sich zum 2:0 ein Break, büßte den Vorteil zum 2:3 zwar wieder ein, sicherte sich aber dennoch den Satzausgleich.

          Auch der entscheidende fünfte Durchgang bot vor den Augen der britischen Herzoginnen Kate und Meghan beste Tennis-Unterhaltung und Spannung pur. Bei 8:7 hatte Djokovic einen Matchball, Nadal wehrte ihn mit einem Stoppball ab. Bei 9:8 und 0:30 rutschte der Spanier dann auf dem Rasen weg, Djokovic hatte plötzlich drei weitere Matchbälle nacheinander und nutzte die nächste Chance. Das Match wird nun hinter dem Duell von Anderson und Isner als zweitlängstes Halbfinale in die Wimbledon-Statistiken eingehen.

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