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Wimbledon : Nur zwei Deutsche sind schneller als der Regen

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Unkonventionell erfolgreich: Dustin Brown gewinnt sein Erstrundenmatch Bild: dpa

Bei seinem Lieblingsturnier ist Dustin Brown auch in der zweiten Runde dabei: Der Serve-and-Volley-Spezialist setzt sich in Wimbledon aber erst nach hartem Kampf durch. Ein weiterer Deutscher und die Titelverteidigerin entgehen ebenfalls dem Regenabbruch am zweiten Turniertag.

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          Die Erstrunden-Spiele der deutschen Tennisprofis Alexander Zverev, Andrea Petkovic, Florian Mayer und Tatjana Maria sind in Wimbledon am Dienstag wegen Regens abgebrochen worden. Die Spieler gingen im Laufe ihrer Partien wegen des schlechten Wetters vom Platz und mussten am zweiten Turniertag in London nicht mehr antreten. Das teilten die Organisatoren am Dienstagabend mit. Nur auf dem überdachten Centre Court konnte am Abend noch gespielt werden.

          Der 19-jährige Zverev führte gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu 6:3, 6:4, 3:0. Fed-Cup-Spielerin Petkovic lag nach verlorenem ersten Satz mit 3:6, 7:5 , 5:1 gegen die Japanerin Nao Hibino vorn. Florian Mayer war gegen den Österreicher Dominic Thiem (2:1) ebenso noch im ersten Satz wie Qualifikantin Tatjana Maria gegen Julia Boserup (3:4). Die Erstrunden-Partie von Annika Beck wurde bereits vor dem Beginn verschoben.

          Brown in fünf Sätzen

          Dustin Brown mit großem Kampf, Benjamin Becker ohne Mühe: Nach dem frühen Aus von Philipp Kohlschreiber sind zwei deutsche Tennis-Herren am Dienstag in die zweite Runde von Wimbledon eingezogen. Nadal-Bezwinger Brown kämpfte sich nach einem Auf und Ab in einem Fünf-Satz-Match gegen Dusan Lajovic erfolgreich weiter. Mit 4:6, 6:3, 3:6, 6:3 und 6:4 behauptete sich am Ende der Niedersachse. Im Kampf um den Einzug in die dritte Runde trifft der 31-Jährige als Außenseiter auf den Australier Nick Kyrgios, der wie er selbst als Tennis-Paradiesvogel gilt. „Die Leute werden ein Spektakel erwarten – ich werde mir keinen Kopf dazu machen“, sagte Brown. „Wir sind Freunde – ich will Spaß haben.“

          Der Saarländer Becker setzte sich anschließend klar mit 6:3, 6:3, 6:1 gegen den Argentinier Facundo Bagnis durch. Von anfangs sechs gestarteten Herren war am Eröffnungstag des Grand-Slam-Klassikers neben der deutschen Nummer eins Kohlschreiber auch Jan-Lennard Struff gescheitert.

          „Gras ist mein Belag“

          Brown hatte in der zweiten Runde des Grand-Slam-Klassikers von 2015 den zweifachen Champion Rafael Nadal entzaubert und die Fans mit einer spektakulären Vorstellung euphorisiert. Am Dienstag drängten sich die Zuschauer auf dem kleinen Platz 16, der einen Blick auf die Außenfassade des Centre Courts ermöglicht. Diesmal spielte Brown allerdings über weite Strecken fehlerhaft. „Die Volleys und Returns sind am Anfang überall hingeflogen. Aber das Wichtigste war, dass ich immer daran glaube, dass Gras mein Belag ist“, erklärte Brown.

          Seine unorthodoxe und aggressive Spielweise bietet eine breite Spanne. An guten Tagen kann er Top-Spieler wie Nadal entnerven. An schlechten gegen den Weltranglisten-82. Lajovic verlieren, der im Vorjahr am angeschlagenen Tommy Haas scheiterte. Im entscheidenden Durchgang vermied Brown aber eine frühe Niederlage.

          Entspannt bis zum Abbruch: Alexander Zverev Bilderstrecke

          Nach dem verlorenen ersten Satz meldete sich der 31-Jährige aus Winsen an der Aller zurück. Mit gefühlvollen Stoppbällen, Gewaltschlägen und Netzangriffen versuchte der Deutsche mit jamaikanischen Wurzeln den Kontrahenten aus dem Rhythmus zu bringen. Den dritten Satz verlor Brown, den vierten gewann er. Im fünften Durchgang gelang ihm das Break zum 4:3. Nach 2:08 Stunden verlängerte der Wildcard-Besitzer sein Wimbledon-Abenteuer um mindestens eine weitere Einzel-Partie.

          Die Wildcard ist auch eine Belohnung für seinen spektakulären Coup gegen Nadal gewesen, auch wenn er direkt danach verlor. „Es ging danach ganz normal weiter. Ich kann nicht auf den Rasenplatz gehen und sagen, geil, ich habe Rafa geschlagen, ihr müsst jetzt alle aufgeben“, erklärte Brown.

          Bei den Damen ist unterdessen Titelverteidigerin Serena Williams in die zweite Runde eingezogen. Die 34 Jahre alte Amerikanerin besiegte die Schweizer Qualifikantin Amra Sadikovic mit 6:2, 6:4. Die jüngere Williams-Schwester will bei dem traditionsreichen Rasen-Turnier ihren 22. Grand-Slam-Titel holen. Die Weltranglistenerste würde damit mit Steffi Graf gleichziehen. Ihre nächste Gegnerin ist Christina McHale aus den Vereinigten Staaten.

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