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Aus für alle 18 Spieler : Deutsches Debakel in Wimbledon

  • Aktualisiert am

Auch Sabine Lisicki muss ihre Schläger in Wimbledon packen Bild: Reuters

Was für eine Enttäuschung! Alle 18 deutschen Tennisspieler sind schon nach der dritten Runde in Wimbledon ausgeschieden. Zuletzt scheitern nicht nur Kerber und Lisicki, sondern auch Nadal-Bezwinger Brown.

          2 Min.

          Die deutschen Tennisprofis haben in Wimbledon ein unerwartetes Drittrunden-Debakel erlebt. Innerhalb von weniger als zwei Stunden scheiterten Sabine Lisicki, Angelique Kerber, Tatjana Maria und Nadal-Bezwinger Dustin Brown am Samstag beim bedeutendsten Turnier der Welt. Um 14 Uhr Ortszeit stand Browns Niederlage gegen den Serben Viktor Troicki fest, kurz vor 16 Uhr verabschiedete sich auch die frühere Finalistin Lisicki.

          Die 25 Jahre alte Berlinerin verlor nach einer enttäuschenden Vorstellung gegen die French-Open-Halbfinalistin Timea Bacsinszky aus der Schweiz 3:6, 2:6. Damit steht erstmals seit 2006 kein deutscher Tennisprofi im Achtelfinale des Rasenklassikers in London.

          Dabei hatten sich gerade Kerber und Lisicki so viel vorgenommen und waren mit reichlich Vorschusslorbeer in das Turnier gestartet. Am wenigsten vorzuwerfen hat sich noch die Weltranglisten-Zehnte Kerber. Die 27 Jahre alte Kielerin musste sich erst nach einem spannenden und teilweise hochklassigen Match der Spanierin Garbiñe Muguruza mit 6:7 (12:14), 6:1, 2:6 geschlagen geben. Lisicki allerdings präsentierte sich schwach und schlich nach nur 68 Minuten vom Court.

          „Klar habe ich erwartet, dass ich besser spiele, und ich bin auch enttäuscht. Ich habe natürlich gehofft, dass ich ein bisschen weiter komme“, sagte Kerber und betonte: „Ich habe mein Bestes gegeben und bis zum Schluss gekämpft. Es war ein Auf und Ab, ein Hin und Her.“

          Frust pur: Angelique Kerber scheidet in Wimbledon aus

          Durch die Niederlage verpasste Kerber nicht nur den Einzug in das Achtelfinale bei dem Grand-Slam-Turnier in London, sondern auch die Revanche für die Drittrunden-Niederlage gegen Muguruza bei den French Open. „Es war ein ganz anderes Match als in Paris. Leider hat es am Ende nicht gereicht“, sagte die vor dem Turnier als Geheimfavoritin gehandelte Norddeutsche.

          „Wenn sie den Kopf behält und gesundbleibt, ist sie eine Riesenfavoritin, in ihrer Hälfte durchzugehen“, hatte Bundestrainerin Barbara Rittner gesagt. Doch nach 2:34 Stunden beendete Muguruza mit ihrem zweiten Matchball die Kerber-Hoffnungen.

          Kerber wird von der Spanierin Garbine Muguruza besiegt

          Nicht viel besser lief es für Tatjana Maria und Dustin Brown. Als sich Kerber und Muguruza noch im Tiebreak duellierten, waren auf Court 3 schon die ersten beiden Sätze gespielt. Doch zwei Tage nach seinem überraschenden Erfolg gegen Rafael Nadal gelang Brown keine weitere Überraschung. Der 30-Jährige aus Winsen/Aller unterlag dem Serben Viktor Troicki 4:6, 6:7 (3:7), 6:4, 3:6.

          Der Qualifikant verpasste damit sein erstes Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Auch Maria schaffte es nicht in ihr erstes Major-Achtelfinale. Die 27-Jährige aus Bad Saulgau verlor gegen die Australian-Open-Halbfinalistin Madison Keys aus den Vereinigten Staaten 4:6, 4:6.

          Auch Dustin Brown verliert nach seinem Coup gegen Rafael Nadal

          „Das war für alle ein frustrierender Tag“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner, als sie kurz nach der Kollektivpleite auf der Terrasse vor dem Spielerrestaurant ihre erste Turnierbilanz zog. „Viele haben gut angefangen, und jetzt ist keine in der zweiten Woche“, sagte die Fed-Cup-Chefin, wollte aber von einer „herben Enttäuschung“ nicht sprechen. „Dass so etwas passieren kann, weiß ich ja. Das ist einfach alles so nah beieinander. Aber ich war mir sicher, dass ich hier in der zweiten Woche noch was zu schauen habe.“

          Nach dem kollektiven Scheitern der deutschen Tennisprofis schied auch Titelverteidigerin Petra Kvitova in Wimbledon in der dritten Runde aus. Die Tschechin verlor gegen die ehemalige Weltranglisten-Erste Jelena Jankovic aus Serbien 6:3, 5:7, 4:6.

          Viktor Troicki ist für den Deutschen zu stark auf dem heiligen Rasen

          Der siebenmalige Champion Roger Federer und 2013-Turniersieger Andy Murray dagegen erreichten das Achtelfinale. Murray setzte sich im letzten Match des Tages auf dem Center Court gegen den Südtiroler Andreas Seppi 6:2, 6:2, 1:6, 6:1 durch. Federer gewann gegen Sam Groth aus Australien 6:4, 6:4, 6:7 (5:7), 6:2.

          Die an Nummer fünf eingestufte Caroline Wozniacki setzte sich gegen die Italienerin Camila Giorgi 6:2, 6:2 durch. Die Dänin bekommt es jetzt mit Angelique Kerbers Bezwingerin Garbiñe Muguruza zu tun. In einem am Vortag wegen Dunkelheit abgebrochenen Match schlug der kroatische US-Open-Sieger Marin Cilic den Amerikaner John Isner in fünf Sätzen 7:6 (7:4), 6:7 (6:8), 6:4, 6:7 (4:7), 12:10.

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