https://www.faz.net/-gtl-8zhpc

Tennis in Wimbledon : Fliegende Ameisen sorgen für skurrile Szenen

  • Aktualisiert am

Ein für manche Tennisspieler unbekanntes Flugobjekt: die fliegende Ameise. Bild: dpa

Bei Temperaturen von 30 Grad haben die Tennisspieler beim Turnier in Wimbledon eigentlich genug zu kämpfen. Nun aber kommt noch ein ganz besonderer Gegner dazu – und machte einige völlig verrückt.

          2 Min.

          Tausende fliegender Ameisen haben in Wimbledon die Tennisprofis gequält und für skurrile Szenen gesorgt. Ob Florian Mayer während seines Matches gegen Marin Cilic, der Franzose Jo-Wilfred Tsonga oder der Brite Alijaz Bedene: Immer wieder mussten am Mittwoch Spieler die kleinen Tiere von den weißen Klamotten fegen, aus dem Gesicht wischen oder von ihren Tennisschlägern vertreiben. Die Kroatin Donna Vekic sprühte sich während ihrer Partie gegen Johanna Konta aus Großbritannien sogar mit Insektenschutz ein, um sich gegen die lästigen Tiere zu schützen.

          Die Briten haben für das Phänomen sogar einen Namen: den „Flying Ant Day“. Demnach fliegen die Tiere in riesigen Schwärmen los, wenn die neue Königin das Nest verlässt. Begünstigt durch die feucht-warmen Bedingungen bei Temperaturen von rund 30 Grad Celsius bevölkerten die Ameisen auch den Center Court und die übrigen Rasenplätze. „Es war kurios. Überall waren Fliegen, Fliegen“, sagte Tsonga nach seinem Sieg gegen den Italiener Simone Bolelli in Verkennung der Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Fauna. „Sie waren sehr klein, es waren so viele. Sie krochen in Ohr und Nase“, sagte er genervt.

          Florian Mayer und Peter Gojowczyk haben derweil in der zweiten Runde Überraschungen gegen gesetzte Gegner verpasst. Mayer verlor gegen den an Position sieben eingestuften Kroaten Marin Cilic 6:7 (2:7), 4:6, 5:7. Der US-Open-Sieger von 2014 schlug 31 Asse und gewann ohne größere Probleme in 2:12 Stunden. Zum Auftakt hatte Cilic bereits Philipp Kohlschreiber bezwungen. Gojowczyk musste sich am dritten Turniertag dem Spanier Roberto Bautista Agut 2:6, 1:6, 6:3, 3:6 geschlagen geben. Nach Kohlschreiber, Tommy Haas, Jan-Lennard Struff und Daniel Brands sind damit sechs von anfangs neun deutschen Herren ausgeschieden.

          Die frühere Weltranglisten-Erste und zweimalige Australian-Open-Siegerin Victoria Asarenka dagegen erreichte nach ihrer Babypause die dritte Runde. Die 27 Jahre alte Weißrussin siegte gegen Jelena Wesnina aus Russland 6:3, 6:3. Asarenka war erst in der vergangenen Woche auf Mallorca nach über einem Jahr Pause auf die Tennis-Tour zurückgekehrt. Im Dezember 2016 war ihr Sohn Leo zur Welt gekommen. Im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale trifft die Melbourne-Siegerin von 2012 und 2013 auf die Britin Heather Watson.

          Die kleinen Tiere ließen sich nicht nur auf dem Rasen nieder.

          Von den deutschen Profis haben am Donnerstag die Weltranglisten-Erste Angelique Kerber, Tatjana Maria und die Brüder Alexander und Mischa Zverev die Chance auf den Einzug in die dritte Runde. Kerber steht gegen die frühere Halbfinalistin Kirsten Flipkens aus Belgien vor einer unbequemen Aufgabe. Alexander Zverev ist gegen den Amerikaner Frances Tiafoe ebenso favorisiert wie Mischa Zverev gegen Michail Kukuschkin aus Kasachstan. Maria geht als Außenseiterin in das Match gegen die an Nummer 24 gesetzte Coco Vandeweghe aus den Vereinigten Staaten.

          Dustin Brown hat eine weitere Wimbledon-Sensation verpasst. Zwei Jahre nach seinem Überraschungssieg gegen Rafael Nadal musste der 32 Jahre alte Tennisprofi aus Winsen/Aller am Mittwoch die Überlegenheit seines Kontrahenten Andy Murray anerkennen. Der Titelverteidiger und Weltranglisten-Erste entzauberte den exzentrischen Deutsch-Jamaikaner auf dem Center Court glatt in drei Sätzen. Mit einem ebenso überzeugenden wie nie gefährdeten 6:3, 6:2, 6:2 zog Murray bei seinem Heim-Grand-Slam in die dritte Runde ein.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          F.A.Z. Edition

          Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

          Mehr erfahren

          Carina Witthöft dagegen stellte mit dem Drittrunden-Einzug am Abend ihr bislang bestes Wimbledon-Resultat aus dem Vorjahr ein. Die 22-Jährige aus Hamburg setzte sich nach einem Kraftakt über drei Sätze gegen die weißrussische Qualifikantin Aryna Sabalenka 7:6 (7:5), 3:6, 6:3 durch. Im Kampf um den Einzug in ihr erstes Wimbledon-Achtelfinale wartet nun allerdings in der an Nummer vier gesetzten Ukrainerin Jelina Switolina eine heftige Hürde auf sie.

          Die zweimalige Turniersiegerin Petra Kvitova scheiterte in der zweiten Runde. Die 27 Jahre alte Tschechin unterlag Madison Brengle aus den Vereinigten Staaten 3:6, 6:1, 2:6. Kvitova hatte erst bei den French Open ihr Comeback auf der Tennis-Tour gegeben. Nach der brutalen Messerattacke eines Einbrechers Ende des vergangenen Jahres musste die Wimbledonsiegerin von 2011 und 2014 monatelang pausieren. Doch nach ihrem jüngsten Turniersieg in Birmingham galt Kvitova wieder als Mitfavoritin auf den Titel bei dem Grand Slam in London.

          Weitere Themen

          Manchester City verteidigt Platz zwei

          Premier League : Manchester City verteidigt Platz zwei

          Manchester City bleibt zumindest mit etwas Abstand dem FC Liverpool auf den Fersen. In ungewohnten Trikots ist der Guardiola-Klub bei Crystal Palace erfolgreich. Klopps Team spielt erst am Sonntag.

          Der BVB meldet sich zurück

          1:0 gegen Mönchengladbach : Der BVB meldet sich zurück

          Die eine Borussia gewinnt, die andere bleibt zumindest bis Sonntag Tabellenführer: Der BVB vermeidet ausnahmsweise mal einen späten Ausgleich und schließt zu Mönchengladbach auf. Ein Tor des Kapitäns genügt in einem rasanten Spiel.

          Topmeldungen

          Trump hat sich Erdogan gegenüber benommen wie ein hysterischer Liebhaber.

          Trumps Syrien-Politik : Härte und Liebe

          Trump hat eine Feuerpause für Syrien aushandeln lassen und feiert sich nun als Friedensstifter. Doch seine Siegerpose wirkt lächerlich. Erdogan hat von Amerika alles bekommen, was er wollte.
          Bestens gefüllt – auch am Wochenende: Das britische Parlament am „Super Saturday“.

          „Super Saturday“ : Britische Regierung will Brexit-Verschiebung beantragen

          Das britische Parlament hat eine Entscheidung über den Brexit-Deal verschoben. Premierminister Boris Johnson kündigt an, er werde „weiterhin alles tun, damit wir am 31. Oktober die EU verlassen.“ Trotzdem muss er Brüssel um einen Aufschub bitten.
          Die „People’s Vote“- Bewegung verlangt eine zweite Volksabstimmung über den Verbleib der Briten in der Europäischen Union.

          Protestmarsch in London : „Wir wurden von Anfang an belogen“

          Zum „Super Saturday“ sind auch Hunderttausende Demonstranten nach London gekommen. Viele fühlen sich belogen, wollen Boris Johnson die Zukunft nicht anvertrauen – sondern selbst ein zweites Mal abstimmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.