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Wimbledon : Maria Scharapowa fordert Serena Williams

  • Aktualisiert am

Durchgebissen: Maria Scharapowa Bild: AP

Als erste Russin hat die gerade einmal 17 Jahre alte Maria Scharapowa das Finale in Wimbledon erreicht. Sie trifft nach ihrem Sieg im Halbfinale gegen Lindsay Davenport auf Titelverteidigerin Serena Williams.

          2 Min.

          Titelverteidigerin Serena Williams wird im Endspiel der 118. All England Championships in Wimbledon von der erst 17 Jahre alten Russin Maria Scharapowa herausgefordert.

          Die an Position 1 gesetzte Williams setzte sich im zweiten Halbfinale erst nach großen Kampf und 2:27 Stunden mit 6:7 (4:7), 7:5, 6:4 gegen die Französin Amelie Mauresmo durch und strebt beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt den dritten Triumph in Folge an. Zuletzt war das Steffi Graf zwischen 1991 und 1993 gelungen. Maria Scharapowa hatte im ersten Halbfinale die Amerikanerin Lindsay Davenport mit 2:6, 7:6 (7:5), 6:1 bezwungen.

          Serena Williams: „Ich wollte einfach nicht verlieren“

          „Seit ich hierhergekommen bin, wollte ich den dritten Titel nacheinander haben“, sagte die 22 Jahre alte Serena Williams, die nach einer achtmonatigen Verletzungspause erst im März wieder in die Profitour zurückgekehrt war. „Man braucht schließlich Ziele im Leben.“ Entsprechend kämpferisch präsentierte sie sich im Match gegen Mauresmo. Trotz des verlorenen Tiebreaks und eines schnellen 1:3-Rückstandes im zweiten Satz kam sie noch zurück und feierte im achten Duell mit der Französin den siebten Sieg: „Ich bin unheimlich glücklich, daß ich es noch geschafft habe. Sie hat mir alles abverlangt, aber ich wollte einfach nicht verlieren.“

          Maria Scharapowa konnte nach dem Matchball die Tränen nicht mehr zurückhalten. Während sie zuvor auf dem Centre Court kühl ihre Chancen nutzte, brachen anschließend die Emotionen durch. „Ich hätte nie für möglich gehalten, daß ich schon so jung hier das Endspiel erreiche“, sagte die langhaarige Blondine, „ich bin völlig sprachlos.“ Sie hat an der Church Road auf jeden Fall die „russische Revolution“ im Damentennis fortgesetzt und die sportlich erfolglose Anna Kurnikowa als Tennisspielerin endgültig vergessen lassen. Bereits im Endspiel der French Open in Paris vor vier Wochen standen sich in Anastasia Myskina und Jelena Dementiewa zwei Russinnen gegenüber.

          „Ich bin nicht Anna“

          Für Maria Scharapowa bedeutet Wimbledon die Premiere im Endspiel eines der vier großen Turniere. Ihre planmäßig vorbereitete Kariere hat damit einen ersten Höhepunkt erreicht, entsprechend begeistert feierte Vater Juri auf der Tribüne den verwandelten Matchball. Schon als Siebenjährige hatte er sie in der Talentschmiede von Trainer Nick Bollettieri in Bradenton/Florida abgegeben, wo sie in harten Jahren ausgebildet wurde.
          Dementsprechend perfekt ist ihr Englisch und dementsprechend sicher bewegt sie sich in der Medienwelt. Ihr Ziel hat sie dabei allerdings immer vor Augen: „Ich will im Tennis viel erreichen, ich bin nicht Anna, ich lasse mich nicht ablenken. Jetzt aber haben sich all die Entbehrungen gelohnt.“ Sie ist die jüngste Finalteilnehmerin seit die damals 16jährige Martina Hingis 1997 das Endspiel erreichte.

          Die 22 Jahre alte Williams steht dagegen bereits zum achten Mal in einem Grand-Slam-Endspiel und gewann bereits sechs Titel. Nur bei den US Open 2001 unterlag sie einmal ihrer zwei Jahre älteren Schwester Venus Williams, die sie in fünf weiteren Finalbegegnungen jeweils schlug. Lediglich 1999 bei ihrem ersten Grand-Slam-Erfolg bei den US Open in New York hatte Serena Williams in der Schweizerin Martina Hingis eine andere Endspielgegnerin. In Maria Scharapowa trifft Williams zudem erstmals in einem Endspiel eines der vier großen Turniere auf eine Spielerin, die jünger ist als sie.

          Davenport wird nicht wiederkommen

          Die ehemalige Weltranglisten-Erste Davenport verpaßte ihr drittes Wimbledon-Endspiel nach 1999 und 2000. 1999 hatte sie Steffi Graf unmittelbar vor deren Karriereende geschlagen, im Jahr darauf gegen Venus Williams verloren. Sie triumphierte außerdem bei den US Open 1998 und den Australian Open 2000.

          Seit April 2003 ist Lindsay Davenport mit Jon Leach verheiratet und kündigte nach dem Match ihren Abschied von der Church Road an: „Es ist süß und bitter zugleich, wenn man mit einer Niederlage einen Platz verlassen muß, an den man so gute Erinnerungen hat. Aber es würde mich sehr überraschen, wenn ich noch einmal zurückkommen.“

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