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Wimbledon : Kurnikowa mit den Nerven am Ende

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Fliegender Zopf, flatternde Vorhand: Anna Kurnikowa Bild: dpa

Nach dem erneuten Aus in Runde eins in Wimbledon steht Anna Kurnikowa am sportlichen Scheideweg.

          2 Min.

          Ihr Poster verkauft sich im Wimbledon-Shop immer noch besser als jedes andere. Und ihre Internetseite wird von mehr Leuten angeklickt als die von Tiger Woods und Michael „Air“ Jordan zusammen. Rund elf Millionen Euro hat sie 2001 eingenommen, davon allerdings nur etwa 250.000 an Preisgeldern. Sportlicher Erfolg und Dicke des Bankkontos stehen bei Anna Kurnikowa in einem größeren Missverhältnis als je zuvor.

          Auch in Wimbledon musste sich die russische Tennis-Schönheit nach einer Drei-Satz-Niederlage gegen Landsfrau Tatjana Panowa in der ersten Runde wieder verabschieden. Es war bereits ihre siebte Erstrundenpleite in diesem Jahr. Vom ersten Turniersieg scheint die 21-Jährige im sechsten Jahr auf der Tour weiter entfernt als je zuvor.

          „Arbeite hart“

          Anna Kurnikowa ist angeschlagen und wirkt mit den Nerven am Ende. Das einstige Glamour-Girl lächelt nicht mehr natürlich, sondern verkrampft. Ein Interview mit der BBC wollte sie wiederholen lassen, weil ihr die erste Frage nicht passte. Gebetsmühlengleich wiederholt sie die immer gleiche Formel: „Ich arbeite hart an meinem Spiel, ich werde wieder Erfolg haben.“

          In Harold Salomon hat sie einen harten Trainer verpflichtet, der auch Jennifer Capriati nach deren Absturz wieder aus dem Tief holte. Die Zeiten des unbeschwerten Teenagers sind vorbei: „Ich hatte während meiner Verletzungspause viel Zeit zum Nachdenken, ich habe mich in jeder Beziehung verändert.“

          Sportlichen Anschluss verloren

          Gerade mal 13 Monate ist es her, dass sie die Nummer acht in der Tenniswelt war. Ein Ermüdungsbruch im linken Fuß aber zwang sie zwischen März und Juni 2001 zu einer Pause und OP im April. Seitdem hat sie sportlich den Anschluss verloren. Platz 55 belegt sie im Moment.

          „Wenn sie die Kurve wieder kriegen will, sollte sie sich weniger um die Dinge abseits des Tenniscourts kümmern“, hat ihr Chris Evert bereits mit auf den Weg gegeben. Und auch John McEnroe war eilig mit guten Ratschlägen zur Stelle: „Sie ist offensichtlich nicht gut in Form, sie muss härter arbeiten.“

          Aufmerksame Beobachter wollen außerdem festgestellt haben, dass ihr neu geschneidertes Adidas-Kleidchen etwas enger sitzt, als es sollte, und dass ihr Gesicht wieder runder wirkt. Kurnikowa hat von all diesen Beobachtungen und Ratschlägen die Nase voll: „Ich kann nicht ändern, was geschrieben wird. Ich mache 99 Prozent weniger an Nebentätigkeiten als mir nachgesagt wird.“

          Neue Konkurrentin

          Sie will nur einfach wieder gut Tennis spielen, weil sie das gerne macht. Nötig hätte sie es längst nicht mehr: „Ich könnte all die Dinge tun, die mir nachgesagt werden, aber ich konzentriere mich voll auf Tennis. Sonst wäre ich nicht hier.“

          Aber die Diskussionen über das Verhältnis ihrer Röckchenlänge zur Spielstärke nehmen in den britischen Boulevardzeitungen an Häme zu. Und inzwischen wird die zwei Jahre jüngere Slowakin Daniela Hantuchova als Beauty-Nachfolgerin präsentiert: „The Body from Bratislava“. Die spielt zurzeit als Nummer 12 der Welt eindeutig besser Tennis, hat beim Turnier in Hamburg schon ansehnlich als Hobby-Model auf dem Laufsteg brilliert und hat nach Vermessung englischer Zeitungen „längere Beine als Anna“.

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