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Basketball in den USA : Die schwarze Macht

Meinungsführer: Spieler von den Portland Trail Blazers knien nieder zum Protest. Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Earl Lloyd war im Jahr 1950 der erste Afro-Amerikaner in der NBA. Seine Nachfolger haben den Basketball komplett verändert. Ihr Einfluss geht aber weit über den Sport hinaus.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          An die Szenerie in der alten Sporthalle von Rochester konnte sich Earl Lloyd Jahre später kaum noch erinnern. Für ihn war es ein Spiel wie so viele gewesen. Alles nach dem Motto, das er so formuliert hatte: „Sobald du es in die Mannschaft geschafft hast, bist du ein Basketballer.“ Rein sportlich war es ein Spiel zum Vergessen. Lloyd warf ganze drei Mal auf den Korb, traf davon zweimal und konnte nicht verhindern, dass sich seine Mannschaft beim Ausflug an den Ontario-See mit 70:78 eine Niederlage einhandelte. Was irgendwie den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Washington Capitals entsprach. Denn der Klub ging schon wenige Monate später pleite. Lloyd musste sich ein neues Team suchen und kam bei den Syracuse Nationals unter.

          Trotzdem ging die Begegnung in die Annalen des amerikanischen Sports ein. Denn an diesem Tag, dem 31. Oktober 1950, stand mit dem damals 23-jährigen Lloyd, der im Jahr 2015 verstarb, zum ersten Mal ein schwarzer Amerikaner in der bis dahin rein weißen National Basketball Association (NBA) auf dem Platz. Die Liga, die ihre Gründungsgeschichte auf das Jahr 1946 zurückführt, als die Eigentümer großer Sportarenen in mehreren Metropolen sich als Basketball Association of America (BAA) konstituierten, war in jener Zeit eine wirtschaftlich wacklige Angelegenheit. Sie war deshalb nicht nur auf der Suche nach Stabilität, sondern auch nach herausragenden Talenten. Weshalb im April 1950 bei der Draft gleich drei Teams Afroamerikaner ausgewählt hatten.

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